Die Ressource "Boden" trägt uns alle

Internationaler Weltbodentag Die Ressource "Boden" trägt uns alle

Der Erdboden ist - neben Wasser und Luft - eine der wichtigsten Lebensgrundlagen für Mensch und Tier. Auch wenn die "Haut der Erde" groß ist, gehört sie zu den begrenzten Ressourcen. Für einen bewussteren und schonenderen Umgang wirbt der Weltbodentag am 5. Dezember.

Weinlese am Schweigener Sonnenberg (Südpfalz)

Boden des Jahres 2014: der Weinbergsboden

Foto: Jens Komossa

Als Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen, Tiere, Pflanzen und Organismen sind Böden eine wichtige ökologische Ressource. Sie haben auch eine hohe Bedeutung für die wirtschaftliche Entwicklung in Deutschland. Böden dienen der Entwicklung von Städten, Dörfern, Gewerbegebieten und Infrastrukturmaßnahmen.

Bodenschutz ist Klimaschutz

Die oberste Schicht der Erdkruste ist zum Beispiel der drittgrößte Kohlendioxidspeicher nach den Ozeanen und den fossilen Energieträgern wie Erdöl und Erdgas - und schützt damit unser Klima.

Doch Böden sind bedroht. So fördern Auswirkungen des Klimawandels, wie zum Beispiel Wüstenbildung oder Überschwemmungen, Erosionen des Erdbodens. Dabei kann wertvoller Ackerboden mitgerissen und oft sehr weit entfernt abgelagert werden. Die Sedimenteinträge belasten wiederum Gewässer und Straßen – Anbaufläche geht verloren. Mehr als 25 Prozent der Landoberfläche sind gegenwärtig mehr oder weniger stark von der global fortschreitenden Wüstenbildung bedroht.

Nach Angaben der Europäischen Umweltagentur sind allein in Europa etwa 17 Prozent der gesamten Bodenfläche durch Bodenerosion beeinträchtigt. Bedroht werden Böden auch durch eine weltweit steigende Nachfrage nach Lebensmitteln. Denn dies hat einen wachsenden Bedarf nach Ackerland zur Folge.

Anfällig für Belastungen

Böden sind empfindliche Systeme, die für viele Formen von Belastungen durch den Menschen anfällig sind. So gelangen zahlreiche Stoffe in den Grund. Zum Beispiel bei der landwirtschaftlichen Düngung, die Nutzpflanzen auf dem Acker optimal mit Nährstoffen versorgen soll. Aber auch Schadstoffe dringen ein, die neben den Nährstoffen in Düngern enthalten sein können oder aus der Luft stammen.

Entwicklungen wie diese erhöhen den Nutzungsdruck auf die Ressource Boden. Sie machen deutlich, wie wichtig ein schonender und sparsamer Umgang mit Böden, insbesondere mit den landwirtschaftlichen Böden ist. Aus globaler Sicht ist es daher notwendig, die landwirtschaftliche Erzeugung durch nachhaltige Intensivierung bereits kultivierter Ackerflächen zu steigern. Dabei ist es wichtig, bislang ungenutzte und wertvolle Ökosysteme zu erhalten.

Fortschritte in Deutschland

Die Bundesregierung setzt sich für den Schutz von Böden ein. Einmal pro Legislaturperiode gibt sie hierzu ausführlich Auskunft. Nach 2002 und 2009 erschien im Juni 2013 der dritte Bodenschutzbericht.

Fortschritte beim Bodenschutz zeigen sich im Flächenverbrauch. Dieser nimmt in Deutschland inzwischen ab: Waren es im Jahr 2000 noch 129 Hektar pro Tag, ging der Verbrauch bis 2011 auf 81 Hektar pro Tag zurück. Die Bundesregierung beabsichtigt, bis 2020 pro Tag 30 Hektar weniger Flächen für Siedlungen und Verkehr zu beanspruchen.

Bundes-Bodenschutzgesetz
Das 1999 in Kraft getretene Gesetz deckt mit den Bodenschutzgesetzen der Länder den Hauptteil des bundesdeutschen Bodenschutzrechts ab. Es verfolgt das Ziel, nachhaltig die Funktion von Böden zu sichern oder wiederherzustellen. Der Schutz erstreckt sich dabei auf alle Bodenfunktionen, wie zum Beispiel die natürliche Funktion als Lebensgrundlage und Lebensraum für Menschen. Das Gesetz beinhaltet auch Bestimmungen zum Schutz des Bodens vor Erosion und Versiegelung.

Hauptanwendungsbereich ist die Bewältigung von Bodenschäden durch Altlasten, also Schadstoffen, die in der Vergangenheit durch den sorglosen Umgang mit Chemikalien und Abfällen in die Erde gelangten.

Stickstoffüberschuss sinkt

Auch die Menge an Stickstoff sinkt, die in Böden angereichert wird. Die Bundesregierung hatte in ihrer Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt einen Zielwert für Stickstoff-Anreicherungen im Boden festgelegt: Die Stickstoffüberschüsse der Landwirtschaft sollten in der jährlichen Gesamtbilanz auf 80 Kilogramm pro Hektar bis zum Jahr 2010 reduziert werden.

Von 1991 bis 2009 war der Stickstoffüberschuss von 131 Kilogramm pro Hektar und Jahr auf 95 Kilogramm pro Hektar gesunken. Damit lag der Wert erstmals in der Nähe des Ziels. Bis 2015 soll der Wert weiter sinken.

Der Weltbodentag ist ein internationaler Aktionstag. Er findet seit 2002 jedes Jahr am 5. Dezember statt. Dabei wird jeweils auch der "Boden des Jahres" für das darauffolgende Jahr ausgerufen, in der Regel eine besonders interessante oder gefährdete Bodenart.

"Boden des Jahres" 2014 ist der Weinbergsboden. Denn er zeigt in aller Deutlichkeit: je besser der Weinbergsboden, desto besser der Wein.

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