Deutschland bietet Myanmar Hilfe an

Deutschland/Myanmar Deutschland bietet Myanmar Hilfe an

Zum ersten Mal hat Bundeskanzlerin Angela Merkel die Oppositionsführerin aus Myanmar, Aung San Suu Kyi, getroffen. In Berlin lobte sie deren Eintreten für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte. Trotz vieler Bedrohungen habe die Friedensnobelpreisträgerin immer an ihren Idealen festgehalten.

Bundeskanzlerin Angela Merkel erklärt der myanmarischen Oppositionsführerin Aung San Suu Kyi am Fenster der Kanzleramtes die Umgebung.

Merkel lobte den mutigen Kampf der Oppositionsführerin für Freiheit, Demokratie und Menschenrechte.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Aung San Suu Kyi besucht derzeit Deutschland. Sie folgte damit einer Einladung von Bundespräsident Joachim Gauck, die dieser bei seinem Besuch in Myanmar im Februar ausgesprochen hatte. Mit Gauck traf sie auch zunächst im Schloss Bellevue zusammen.

Erstes persönliches Treffen

Anschließend empfing die Bundeskanzlerin die myanmarische Oppositionsführerin im Kanzleramt. "Wir haben in den vergangenen Jahren des Öfteren miteinander telefoniert", so Merkel. Doch sei dies die erste persönliche Begegnung der beiden Politikerinnen.

"Ich freue mich, weil heute eine Frau bei uns zu Gast ist, die wie nur wenige auf der Welt gezeigt hat, welchen Mut sie hat, für Freiheit, Demokratie und die Einhaltung von Menschenrechten zu stehen und zu kämpfen", sagte die Kanzlerin. Aung San Suu Kyi habe eine unglaubliche Zeit im Hausarrest durchlebt und trotzdem ihre Ideale und Überzeugungen nicht aufgegeben.

Video Pressestatements der Kanzlerin und der Oppositionsführerin aus Myanmar

Deutschland bietet Hilfe an

Merkel zeigte sich erfreut, "dass sich Aung San Suu Kyi trotz dieser schwierigen Zeit entschieden hat, im Wandel ihres Landes jetzt auch eine herausragende politische Rolle zu spielen, sich einzubringen und auch Politik zu gestalten." Dies sei für Myanmar und die Menschen in ihrem Lande außerordentlich wichtig, so die Kanzlerin.

Im Gespräch mit Aung San Suu Kyi erörterte Merkel die politischen Entwicklungen in Myanmar, und "wie wir von deutscher Seite helfen können".

Im Anschluss an das Treffen mit der Kanzlerin traf Aung San Suu Kyi unter anderem mit Außenminister Frank-Walter Steinmeier, Bundesentwicklungsminister Gerd Müller sowie Bundestagspräsident Norbert Lammert zusammen.

Aung San Suu Kyi ist Vorsitzende der größten Oppositionspartei in Myanmar. 1991 gewann sie den Friedensnobelpreis. Als Anführerin der Partei National League for Democracy (NLD) setzt sie sich seit Jahrzenten für eine Demokratisierung ihres Landes ein. Ihren Mut und ihre Opferbereitschaft bezahlte sie mit fast 15 Jahren Hausarrest.

Nach ihrer Entlassung 2010 und der Öffnung des Landes seit 2011 konnte Aung San Suu Kyi ihr politisches Engagement wieder aufnehmen. Bei den Nachwahlen 2012 kandidierte sie für einen Parlamentssitz. Ihre Partei zog anschließend ins Parlament ein.

Aung San Suu Kyi ist gewillt, im kommenden Jahr bei der Präsidentenwahl als Kandidatin anzutreten. Derzeit verhindert die Verfassung jedoch ihre Kandidatur. Ein Artikel sieht vor, dass Personen mit direkten Angehörigen, die eine ausländische Staatsbürgerschaft besitzen, nicht Präsident werden können. Aung San Suu Kyis britischer Ehemann ist Ende der neunziger Jahre verstorben, ihre Söhne haben britische Pässe. Deshalb wird von Seiten der Opposition eine Änderung der Verfassung angestrebt, die diesen Passus abschafft.

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