Deutscher Drehbuchpreis 2018: Kulturstaatsministerin Monika Grütters gibt Nominierungen bekannt

Die Staatsministerin für Kultur und Medien, Monika Grütters, hat heute die Nominierungen für den Deutschen Drehbuchpreis 2018 für das beste unverfilmte Drehbuch bekannt gegeben.

  • Pressemitteilung 421
  • Presse- und Informationsamt der Bundesregierung (BPA)

Monika Grütters erklärte: „Bewegende Kinogeschichten und unvergessliche Leinwandmomente verdanken wir nicht zuletzt dem Einfallsreichtum ideenreicher Drehbuchautorinnen und -autoren. Ihr kreativer Schaffensprozess findet jedoch meist im Verborgenen statt und erfährt oft nur wenig Aufmerksamkeit. Umso wichtiger ist es, talentierte Autorinnen und Autoren angemessen zu fördern und zu würdigen. Mit dem Deutschen Drehbuchpreis wird ein wichtiger Beitrag dazu geleistet, die Urheber filmischer Stoffe ins Rampenlicht zu rücken.“

Um herausragende Leistungen auf dem Gebiet des Drehbuchschreibens zu ehren, vergibt die Kulturstaatsministerin den Deutschen Drehbuchpreis auf Vorschlag einer unabhängigen Fachjury. Die Jury begründete ihre Entscheidung für die drei Nominierungen wie folgt:

1. „Exil“ von Visar Morina

Die Chronik einer schleichenden, wachsenden, womöglich aber auch nur eingebildeten Bedrohung. Mit der Hauptfigur eines braven Familienvaters albanischer Abstammung, der sich umzingelt von Feinden wähnt, gelingt dem Autor ein bemerkenswert ambivalenter Protagonist, der bestens integrierter Spießbürger und beäugter „Fremdkörper“ zugleich ist. Ein faszinierender Thriller über Paranoia und Identität. Schwarz, surreal, mit Anklängen ans Genrekino und veredelt mit einem wunderbar eigenwilligen Humor.

2. „Nilowsky” von Torsten Schulz

Eigenwillig ist das treffende Adjektiv für diese Adaption eines eigenen Romans. Es erzählt eine Geschichte aus der DDR abseits der üblichen Erzählklischees. Im Kern ein Coming-Of-Age-Drama, wendet es sich jedoch an ein erwachsenes Publikum. Die Dialoge sind sehr artifiziell, aber jedes Wort ist glaubhaft. Mit der Kraft der Sprache entstehen in diesem Drehbuch intensive Bilder, die lange nachwirken.

3. „Je suis Karl.“ von Thomas Wendrich

Souverän und formal ambitioniert erzählt der Autor von einem rechtsextremen Bombenanschlag und seinen Folgen, von dem Trauma der Überlebenden und dem Fanatismus der Urheber, von physischer und psychischer Gewalt in ihren verschiedenen Ausdrucksformen. Dabei überwindet das Buch nicht nur zeitliche, sondern auch politische Grenzen und zeichnet ein kritisches Bild der europäischen Stimmungslage nach der Flüchtlingskrise. Ein spannendes, mutiges, hochaktuelles Werk.

Mit dem Deutschen Drehbuchpreis vergibt die BKM die wichtigste und höchstdotierte nationale Auszeichnung für Drehbuchautorinnen und -autoren. Mit der Nominierung ist eine Prämie von 5.000 Euro verbunden.

Am 16. Februar 2018 wird die Kulturstaatsministerin im Rahmen des Empfangs des Verbands Deutscher Drehbuchautoren anlässlich der Berlinale den Träger des Deutschen Drehbuchpreises 2018 bekannt geben.

Der Drehbuchpreis in Gold ist mit einer Prämie in Höhe von 10.000 Euro verbunden. Darüber hinaus ist es dem Preisträger in Gold auf Antrag möglich, über die Preisprämie hinaus Förderungshilfen von bis zu 20.000 Euro für die Fortentwicklung des ausgezeichneten Drehbuchs zu erhalten.

Die Jury entschied in der Zusammensetzung Jane Ainscough, Jens Becker (Vorsitz), Eva Maria Fahmüller, Gernot Gricksch, Sven Poser und Silke Cecilia Schultz.

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