Fotograf Stefan Moses mit 89 Jahren gestorben

Der Mensch im Mittelpunkt

Stefan Moses, einer der wichtigsten Fotografen Deutschlands, ist tot. "Mit ihm verliert Deutschland einen seiner bedeutendsten Chronisten", erklärte Kulturstaatsministerin Grütters. Bekannt wurde Moses durch zahlreiche Künstler- und Politikerporträts.

Heinrich Böll, Willy Brandt, Thomas Mann: Viele Schriftsteller, Schauspieler und Politiker traten vor Moses´ Kamera. "Ich bin ein Menschenfotograf", sagte der gebürtige Schlesier von sich selbst. Kulturstaatsministerin Grütters würdigte Moses als einen Fotografen, der mit unverwechselbarem Stil Menschenbilder geschaffen habe, die weit mehr als Lebensgeschichten erzählten. Auf ebenso unvergleichliche Art fing er Alltägliches ein.

Unerschöpfliche Neugier

"Im Mittelpunkt seines Schaffens stand für Moses immer der Mensch: Seine unerschöpfliche Neugier galt den ganz alltäglichen Frauen und Männern auf der Straße. Untrüglich war sein Gespür für die Theatralik scheinbar banaler Alltagssituationen. Wir können uns glücklich schätzen, dass dieses "lebenslängliche Erinnerungswerk“ - wie Moses selbst seine Arbeit beschrieben hat - in seinen Arbeiten festgehalten ist", so Grütters.

Ein Chronist Deutschlands und der Deutschen

Moses zeichnete sich unter anderem durch Reportagen in Zeitschriften aus. Sein Lebensthema war "Deutschland und die Deutschen". Im Projekt "Ostdeutsche Porträts" fotografierte er 1989 und 1990 Frauen und Männer aus den Neuen Bundesländern, in der Serie "Deutschlands Emigranten" porträtierte er Menschen, die vor dem NS-Regime fliehen mussten.

Stefan Moses wurde am 29. August 1928 in Liegnitz (Niederschlesien) geboren. Nach einer Fotografen-Ausbildung in Breslau war er kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs als Theaterfotograf am Nationaltheater in Weimar tätig. Seit 1950 lebte und arbeitete in München. Im Literaturhaus der bayerischen Landeshauptstadt sind seine Fotos noch bis zum 25. Februar in der Ausstellung "Blumenkinder" zu sehen.

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