Bundesteilhabepreis

Mobilität, die niemanden ausschließt

Inklusive Mobilität war Thema des erstmals verliehenen Bundesteilhabepreises. Fehlende Rampen, Aufzüge oder akustische Signale erschweren es Menschen mit Behinderung oft, den Alltag zu meistern. Mit dem Preis will die Bundesregierung einen "sichtbaren Akzent für mehr Inklusion im öffentlichen Raum setzen", erklärte Bundesminister Heil.

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil gratuliert dem Gewinner des ersten Bundesteilhabepreises - dem Landesverbands Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen.

Bundessozialminister Hubertus Heil gratuliert dem Gewinner des ersten Bundesteilhabepreises - dem Landesverband Selbsthilfe Körperbehinderter Sachsen.

Foto: BMAS/Maelsa

Wie kann eine lückenlose, barrierefreie Mobilitätskette von Tür zu Tür für alle Menschen aussehen?  Drei wegweisende Projekte wurden für ihre Antworten auf dieses Frage prämiert.

Ausgezeichnete Selbsthilfe

Mit dem ersten Platz zeichnete Bundessozialminister Hubertus Heil den Landesverband Selbsthilfe Köperbehinderter Sachsen aus. Mit seinem Projekt "Weichenstellung für 2022 in Sachsen" setzt sich der Verband für einen komplett barrierefreien Nahverkehr im Freistaat ein. Kerstin Vietze und Peter Münzberg nahmen die Auszeichnung entgegen. Auf die Frage, ob sie über den ersten Platz überrascht seien, antwortet Münzberg schmunzelnd: "Wir hatten schon das Gefühl, dass es gut ankommt, wenn Betroffene das selber organisieren. Wir haben das Feeling."

Bereits seit 25 Jahren engagiert sich der Selbsthilfeverband für barrierefreien Nahverkehr. "Das ist dann über die Jahre Schritt für Schritt gewachsen", so Münzberg. Der Verband lade alle Beteiligten ein, setze die Themen und bringe die Probleme ein. "Wir sind die Betroffenen, wir wissen, was nötig ist." Allerdings dürfe man nicht nur fordern, man müsse auch Ideen mitbringen und Kompromisse zulassen. Er betont: "Immer miteinander, sonst wird das nichts." Und wo soll es hingehen, was sind die Ziele des Verbandes? "Wir wollen unser Konzept in die Regionen bringen", erklärt Vietze. Jeweils so, wie es vor Ort gebraucht werde.

Mit dem zweiten Platz wurde das Team rund um den BerlKönig ausgezeichnet. Das Besondere des Angebots der Berliner Verkehrsbetriebe in Kooperation mit ViaVan: In die Großraum-Taxis des Ridesharing-Angebots können auch Rollifahrer einrollen.

Die TU Dresden freute sich über den dritten Platz. Sie hat das interaktive Informationssystem "Campus-Navigator“ entwickelt. Die App bietet Informationen über den Campus, die Gebäude und Räume aber auch zu Stundenplänen. Mobilitätseingeschränkte Besucher profitieren von speziellen Hinweisen für barrierefreie Zugänge und Angebote.

Rege Beteiligung, großes Engagement

Mehr als 80 Initiativen und Projekte hatten sich in diesem Jahr um den Bundesteilhabepreis beworben. Zehn waren nach Berlin eingeladen worden. Heil freute sich über das Engagement, denn es sei besondes wichtig, sich auszutauschen und von guten Beispielen zu lernen, so der Minister.

Der Bundesteilhabepreis prämiert Gute-Praxis-Beispiele und Modellprojekte, die vorbildlich für den inklusiven Sozialraum und bundesweit in Kommunen oder ländlichen Räumen übertragbar sind. Das Schwerpunktthema wechselt jährlich. Das Bundesarbeitsministerium hat die Auszeichnung mit insgesamt 17.500 Euro dotiert. Der Preis ist Teil der InitiativeSozialraumInklusiv.