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Elektromobilität

Brennstoffzelle statt Diesel-Lok

Spätestens 2018 soll der weltweit erste Triebzug mit Brennstoffzellen-Antrieb in Deutschland über die Schienen rollen. Bundesverkehrsminister Dobrindt hat das Fahrzeug auf der Messe InnoTrans 2016 in Berlin enthüllt. Das Bundesverkehrsministerium förderte die Entwicklung des Fahrzeugs mit knapp acht Millionen Euro.

Brennstoffzellen-Zug

Der Schienenverkehr wird durch Brennstoffzellenzüge sauberer und leiser.

Foto: Alstom

Die Firma Alstom in Salzgitter hat das neue Modell entwickelt und dafür eine Förderung aus dem "Nationalen Innovationsprogramm Wasserstoff und Brennstoffzelle" erhalten. Das Fahrzeug soll spätestens 2018 im Nahverkehr eingesetzt werden.

Transporte auf Nebenstrecken werden sauberer

Der Schienenverkehr wird durch Brennstoffzellenzüge sauberer und leiser. Die neuen Modelle können statt Diesel-Lokomotiven dort zum Einsatz kommen, wo das Schienennetz nicht elektrifiziert ist – das betrifft immerhin rund 40 Prozent des deutschen Schienennetzes.

"Insbesondere auf Nebenstrecken, an denen Oberleitungen unwirtschaftlich oder noch nicht vorhanden sind, fahren bislang Züge mit Dieseltriebwagen. Mit unseren Investitionen bringen wir hier umweltfreundliche Antriebe aufs Gleis", erklärte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt. Die Brennstoffzelle sei "eine echte Alternative zum Diesel". Damit beginne ein neues Zeitalter für nichtelektrifizierte Strecken.

Von Cuxhaven nach Bremerhaven dank Brennstoffzelle

Niedersachsen plant, schon ab Ende 2017 die weltweit ersten mit Brennstoffzellen ausgerüsteten Züge fahren zu lassen. Das erklärte Niedersachsens Wirtschaftsminister Olaf Lies auf der InnoTrans. Die Züge sollen im Netz der Eisenbahnen und Verkehrsbetriebe Elbe-Weser (evb) im regulären Fahrbetrieb eingesetzt werden.

Die evb, deren Mehrheitseigner das Land Niedersachsen ist, bedient vor allem die Strecken Cuxhaven - Bremerhaven und Buxtehude - Bremerhaven. Zunächst ist ein Probebetrieb mit zwei Fahrzeugen geplant.

"Dann fahren wir auch ohne Oberleitung elektrisch, also ohne eine kosten- und zeitaufwendige Elektrifizierung einer Strecke", betonte Lies. "Die Brennstoffzellen-Technologie kann auch einen wichtigen Beitrag zur Energiewende leisten," sagte der Minister. Es sei ein kluger Weg, mit Hilfe von überschüssigem Windstrom Wasserstoff zu erzeugen. "Damit hätten wir dann den Treibstoff für unseren neuen Zug - und nutzen die Erneuerbaren Energien für Mobilität", erklärte Lies.

Wichtiger Beitrag zum Klimaschutz

Auch Bundesumweltministerin Barbara Hendricks begrüßte die Entwicklungen auf der InnoTrans. "Der Verkehr muss bis spätestens 2050 weitgehend treibhausgasneutral werden, damit wir die Klimaschutzziele des Pariser Abkommens einhalten. Dafür brauchen wir mehr Verkehr auf der Schiene, aber auch noch mehr Engagement bei strombasierten Kraftstoffen", sagte die Ministerin. Sie wies darauf hin, dass null CO2-Emissionen nur zu erreichen sind, wenn alle Energie erneuerbar ist.

So funktioniert der Zug:
Wasserstoff-Brennstoffzellen ähneln einer Batterie. Sie versorgen das Fahrzeug mit Strom, indem chemische Energie in elektrische Energie umgewandelt wird. Der Wirkungsgrad dieser Technik ist hoch, das heißt: Man erhält einen großen Ertrag für geringen Energieeinsatz. "Abgase" gibt es dabei lediglich in Form von Wasserdampf und Kondenswasser. Der Betrieb ist zudem vergleichsweise geräuscharm. Alstom zählt weltweit zu den ersten Schienenfahrzeugherstellern, die einen Personenzug auf Basis dieser Technologie entwickelt haben.