BKM-Preis Kulturelle Bildung 2017

Kulturstaatsministerin Monika Grütters hat drei Projekte mit dem BKM-Preis Kulturelle Bildung ausgezeichnet.

Bereits zum neunten Mal wurden am 21. Juni 2017 bundesweit modellhafte Projekte der kulturellen und künstlerischen Vermittlung in Kultureinrichtungen und der freien Szene ausgezeichnet. Im Rahmen des BKM Preises Kulturelle Bildung erhielten die drei Gewinner jeweils 20.000 Euro für ihr außergewöhnliches Engagement.

All included! Museum und Schule gemeinsam für sexuelle und geschlechtliche Vielfalt

Gemeinsam mit über 600 Berliner Kindern und Jugendlichen aus verschiedenen Berliner Schulen sammelte das Jugend Museum Berlin Vorurteile, Wünsche und Ansichten zur Vielfalt sexueller und geschlechtlicher Lebensweisen, Geschlechtergerechtigkeit, Rollenbildern und Geschlechteridentitäten. Dargestellt in unterschiedlichen künstlerischen und dokumentarischen Formaten übernehmen Museum und Schule damit gemeinsam Verantwortung für ein Thema, das bisher kaum verhandelt wird. Die Ergebnisse sind in Form von Lernwerkstätten, einer interaktiven Ausstellung, einer Fachkonferenz, einer Kinderkonferenz und Lernmaterialien zu sehen.

Die Spiegelbarrikade

Die Spiegelbarrikade des Schauspiels Dortmund verbindet Elemente der Bildenden Kunst mit theatraler Performance, politischer Aufklärung und Aktion. Sie besteht aus selbsthergestellten modularen aufblasbaren silbern glänzenden Würfeln, welche sich innerhalb von Sekunden aufbauen lassen. So werden sie zu spielerischen Werkzeugen gegen rechtsradikale und neonazistische Demonstrationen. Die Spiegelbarrikade ist die Barrikade des 21. Jahrhunderts: spielerisch-poetisch, deeskalierend und gewaltfrei, künstlerisch und widerständig. Beteiligt waren 400 Schülerinnen und Schüler und 200 Freiwillige.

Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute

Mit dem Projekt „Eine Opernreise. Auf den Spuren der Gastarbeiterroute“ gibt die Komische Oper Berlin ein Plädoyer für interkulturelle Öffnung ab. Ausgerüstet mit einem Bus voller professioneller Musiker fuhr die Komische Oper im Sommer 2016 die „Gastarbeiterroute“ von Berlin über München, Wien, Belgrad und andere bis nach Istanbul ab und macht durch Gastspiele auf ein wenig beachtetes Kapitel deutscher (Kultur-)Geschichte aufmerksam. Das Projekt verleiht der Generation der Gastarbeiter Anerkennung und sensibilisiert gleichzeitig Künstler und Publikum für Flucht- und Migrationserfahrungen.

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