Ausstellung im Stadtmuseum

Berlin und seine Powerfrauen

Die Biografien von zwanzig Frauen stehen im Mittelpunkt einer Ausstellung im Berliner Stadtmuseum. Sie alle haben sich für ein selbstbestimmtes und gleichberechtigtes Leben eingesetzt - die meisten von ihnen schon vor über 100 Jahren.

Es sind außergewöhnlich engagierte und kreative Frauen, denen sich die Ausstellung im Berliner Ephraim Palais widmet. Sie alle haben in ihrem jeweiligen Metier Pionierarbeit geleistet und sich gegen die gesellschaftlichen Zwänge vehement für Frauenrechte eingesetzt. Dennoch sind viele von ihnen kaum oder gar nicht bekannt.

"Es sind Frauen, die man heute wohl als "Powerfrauen" bezeichnen würde", stellte Kulturstaatsministerin Monika Grütters zur Eröffnung der Ausstellung fest. Nicht nur am Equal Pay Day kommenden Samstag könne eine Extra-Portion Aufmerksamkeit für das weibliche Geschlecht schaden, betonte Grütters. Gleichberechtigung und Chancengleichheit seien Errungenschaften, für die es sich auch heute zu streiten und zu kämpfen lohne, fuhr die Kulturstaatsministerin fort.  

Louise Schroeder (1887-1957) – das war die erste und einzige Oberbürgermeisterin von Berlin. Von 1947 bis 1948 und darüber hinaus prägte ihr politisches Schaffen maßgeblich die Stadt. Während der sowjetischen Blockade stand sie ihren Mitbürgerinnen und Mitbürgern mit Tatendrang zur Seite. Daher wurde sie auch 1957 zur ersten Ehrenbürgerin von Berlin ernannt.
Der Berliner Bär ist wohl das bekannteste Markenzeichen der Hauptstadt. Erfunden wurde er von Renate Alice Sintenis (1888-1965). Schon zu Lebzeiten waren der freie Lebensstil und die Kunst von Renée Sintenis ein beliebtes Thema der Berliner Öffentlichkeit. Bekannt wurde sie vor allem als Künstlerin und Bildhauerin. Ihr berühmtestes Werk ist eine Bärenskulptur aus Bronze. Seit 1951 werden kleinere Abbilder dieses Bären in Silber und Gold beim Filmfestival "Berlinale" verliehen.
Alle 20 Biographien finden Sie hier

Ausstellungseröffnung 'Berlin-Stadt der Frauen' im Ephraim-Palais der Stiftung. Frau Grütters, Kulturstaatsministerin, BKM

Zu sehen ist die Ausstellung im "Ephraim Palais" des Stadtmuseums

Foto: Stadtmuseum Berlin/Christian Kielmann

Die Lebenswege der zwanzig Berliner Frauen stehen für "Abenteuerlust, Unangepasstheit und Selbstbewusstsein - und damit für Berlin", so das Ausstellungsteam. "Denn schon vor 150 Jahren war Berlin ein Ort, an dem vieles möglich war, was anderswo unmöglich schien – auch und gerade für Frauen". Ein Grund ist die Gründung des Lette-Vereins vor 150 Jahren. Der "Verein zur Förderung der Erwerbsfähigkeit des weiblichen Geschlechts" war 1866 von dem preußischen Abgeordneten Adolf Lette gegründet worden, der damit seiner Zeit weit voraus war.

Zu sehen sind mehr als 300 Werke und persönliche Erinnerungsstücke, außerdem Film- und Tondokumente. Einzelne Ausstellungsbereiche - von Großprojektionen bis zu Video-Inszenierungen - wurden von Schülerinnen und Schüler des Lette-Vereins aus den Klassen Grafikdesign und Medieninformatik gestaltet. Sie lassen die Biographien dieser bemerkenswerten Frauen lebendig werden.

Gezeigt wird die Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Lette-Verein entstanden ist, bis zum 28.08.2016 im Ephraim-Palais des Berliner Stadtmuseums. In den nächsten Jahren wird die Sanierung und Modernisierung des Märkischen Museums, das ebenfalls zum Stadtmuseum gehört, aus dem Haushalt der Kulturstaatsministerin mit 32 Millionen Euro unterstützt.

Beitrag teilen