Künstliche Intelligenz

Autonome Roboter können Leben retten

Sie finden Brandursachen, sondieren die Lage in einsturzgefährdeten Gebäuden und können Verschüttete finden. Dank ihrer Künstlichen Intelligenz sind Roboter schon heute nützliche Helfer in vielen Lebensbereichen. Kanzlerin Merkel hat sich in Darmstadt über die Roboter des "Teams Hector" informiert. "Darmstadt zeigt, dass Deutschland spitze sein kann", sagte sie.

Bundeskanzlerin Angela Merkel informiert sich beim Besuch der TU Darmstadt über die neuesten Entwicklungen in der Robotik.

Merkel besucht das "Team Hector", den fünffachen Weltmeister im Roboter-Fußball.

Foto: Bundesregierung/Bergmann

Wenn es brenzlig wird, fängt für die Roboter vom "Team Hector" die Arbeit erst an. Rettungskräfte müssen so zukünftig nicht mehr ihr Leben bei drohenden Nachbeben oder in einsturzgefährdeten Gebäuden riskieren, weil Roboter ihre "Augen, Ohren, Beine und Hände“ in der Gefahrenzone werden. Mobile und menschenähnliche Such- und Rettungsroboter sind nämlich nicht nur mit ihrem menschlichen "Befehlsgeber" vernetzt - sondern auch untereinander.

"Ein Juwel der Künstlichen Intelligenz"

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat an der Technischen Universität Darmstadt das "Team Hector" besucht. "Ich bin natürlich beeindruckt von Hector", sagte sie. Das Projekt sei "ein Juwel in Fragen der Künstlichen Intelligenz".

Professor Oskar von Stryk, Promovierende und Studierende des Fachbereichs Informatik haben Such- und Rettungsroboter entwickelt. Diese führten sie Merkel und dem hessischen Ministerpräsidenten Volker Bouffier in einem Parcours vor.

Die Kanzlerin unterstrich den praktischen Nutzen des "Teams Hector". Menschen müssten sich durch automatische Erkundung weniger in Gefahr begeben. Auf der einen Seite gebe es in Darmstadt die Grundlagenforschung, auf der anderen Seite auch die Anwendung bis hin zur Ausgründung.

Bundesregierung fördert Robotersysteme

Angehörige dieses Teams haben auch bereits fünf Weltmeistertitel im Roboter-Fußball gewonnen. Die Forscher vom "Team Hector" sind Projektpartner des Kompetenzzentrums für Rettungsroboter in Dortmund.

Das Zentrum wird durch das Programm "Forschung für die Zivile Sicherheit – Innovationslabore/Kompetenzzentren für Robotersysteme in menschenfeindlichen Umgebungen" vom Bundesministerium für Forschung und Bildung mit insgesamt 13 Millionen Euro gefördert. Davon erhält die TU Darmstadt 600.000 Euro. Das Programm läuft von Oktober 2018 bis September 2022.

Stefan Kohlbrecher, Dorian Scholz und Alberto Romay Tovar haben "Energy Robotics" aus "Team Hector" heraus gegründet. Sie werden durch das Programm EXIST-Forschungstransfer des Bundeswirtschaftsministeriums mit rund 730.000 Euro bei einer Laufzeit von August 2018 bis Januar 2020 gefördert.

Die Roboter sollen dabei zunächst auf unbemannten Öl- und Gasplattformen zum Einsatz kommen. Lizenznehmer der Steuerungssoftware könnten Hersteller von Spezialrobotern sein.

Roboter übernehmen gefährliche Arbeit

Arbeiten in chemisch verseuchten Gegenden oder Rückbau von kerntechnischen Anlagen können zukünftig von Robotern übernommen werden. Auch Dekontaminationen zählt zu den Bereichen, denen Menschen fernbleiben können. Von einem sicheren Leitstand aus könnten diese Arbeiten koordiniert, überwacht und ferngesteuert werden.

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