Ausschreibung für "Jugend erinnert" – Projekte im Bereich SED-Unrecht startet

Bilder einer Ausstellung in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Ausstellung in der Gedenkstätte Geschlossener Jugendwerkhof Torgau

Foto: Archiv Gedenkstätte GJWH Torgau

Um der Gefahr einer Verharmlosung autoritärer Regime vorzubeugen, das Demokratieverständnis junger Menschen durch außerschulische historisch-politische Bildungsarbeit zu stärken und die gesellschaftliche Anerkennung der Opfer der SED-Diktatur weiter zu befördern, hat die Kulturstaatsministerin eine neue Förderlinie des im Koalitionsvertrag verankerten Förderprogramms "Jugend erinnert“ ins Leben gerufen.

„30 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung ist es wichtiger denn je, gerade den jüngeren Generationen die Folgen der SED-Diktatur und die historische Glanzstunde der Friedlichen Revolution von 1989 zu vermitteln“ erklärt Kulturstaatsministerin Monika Grütters zum Ausschreibungsbeginn der neuen Förderlinie. Die Förderlinie zur Aufarbeitung des SED-Unrechts erweitert das bereits im Rahmen von „Jugend erinnert“ angelaufene Teilprogramm zur Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur.

Für Bildungs- und Vermittlungsprojekte von Gedenkstätten und Dokumentationszentren zur Aufarbeitung des SED-Unrechts stellt der Bund bis 2023 sechs Millionen Euro bereit.

Neue Vermittlungsformate und Kooperationen

Im Fokus des Förderprogramms steht die Bildungsarbeit für junge Menschen, die ihr Demokratieverständnis stärken und sie ermutigen soll, selber Haltung zu zeigen und Opfern jedweder Form von Diskriminierung beizustehen.

Um dieses Ziel zu erreichen, sollen neue Kooperationen zwischen Aufarbeitungsinstitutionen mit Trägern der Bildungs-, Jugend- und Kulturarbeit und Jugendorganisationen angestoßen werden. Außerdem sollen Formate entwickelt werden, die junge Menschen ansprechen und gerade auch diejenigen, die die bisherigen Bildungsangebote nicht nutzen, erreichen.

Ausschreibung

Anträge können ab sofort bis zum 15. Februar 2021 bei der Bundesstiftung zur Aufarbeitung der SED-Diktatur eingereicht werden. Zudem bietet die Stiftung Beratung bei Fragen zur Antragsstellung an. Weitere Informationen erhalten Sie hier.

Die Jury

Eine Jury aus Zeitzeugen und Vertretern aus Wissenschaft und von Jugendorganisationen begutachtet anschießend alle eingegangenen Anträge und gibt ein Votum ab. Die Förderentscheidung trifft die Kulturstaatsministerin.

Mitglieder der Jury für „Jugend erinnert“, Förderlinie SED-Unrecht PDF, 108 KB, nicht barrierefrei
 

Mit der bereits bestehenden Förderlinie zur Auseinandersetzung mit der NS-Diktatur unterstützt der Bund die Entwicklung neuer Formen der Bildungsarbeit in NS-Gedenkstätten und Dokumentationszentren. Weitere Informationen hier