Aufarbeitung und Aufklärung notwendiger denn je

#WeRemember Aufarbeitung und Aufklärung notwendiger denn je

Der 27. Januar ist Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus. 76 Jahre nach der Befreiung der Konzentrationslager bleibt es für Deutschland eine immerwährende Verpflichtung, die Erinnerung an das Unrecht wach zu halten und die NS -Verbrechen aufzuarbeiten.

Fotomontage von Häftlingen auf dem Appellplatz des KZ Dachau, die einander stützen

Screenshot aus "Die Befreiung" - ein Projekt des Bayerischen Rundfunks in Zusammenarbeit mit der KZ-Gedenkstätte Dachau

Foto: Ghetto Fighters Archive/Montage BR, Christopher Roos von Rosen

Millionen Menschen wurden Opfer der Nationalsozialisten. Umso unerträglicher seien die wiederkehrenden Versuche, das Leid von damals für politische Zwecke zu instrumentalisieren, zu relativieren oder vergessen zu machen, sagte Kulturstaatsministerin Grütters anlässlich des diesjährigen Holocaust-Gedenktags. "All das verlangt von uns entschiedenes Dagegenhalten in Wort und Tat und das stetige Bemühen um Aufarbeitung und Aufklärung – vor allem durch und mit der kommenden Generation", betonte sie.

Für diese Aufgabe bleibe die politische und historische Vermittlungsarbeit der Gedenkstätten und Erinnerungsorte zu den NS -Verbrechen unverzichtbar. "Deshalb werden wir sie auch in diesem Jahr nach Kräften dabei unterstützen, mit neuen, auch digitalen Formaten noch mehr Menschen als bisher zu erreichen", erklärte die Staatsministerin für Kultur und Medien.

Digitales Erinnern und Gedenken

Aufgrund der aktuellen Corona-Bestimmungen begleiten viele Einrichtungen den Holocaust-Gedenktag mit digitalen Angeboten und nichtöffentlichen Gedenkveranstaltungen, die im Livestream verfolgt werden können. So geben beispielsweise Portrait-Videos mit biographischen Geschichten einzelnen Opfern Gesicht und Name, und ein Podcast erzählt die Geschichte des Widerstandsnetzwerks "Die Rote Kapelle". Eine Reihe von virtuellen Rundgängen und Führungen bietet darüber hinaus Einblicke in die Orte der NS -Verbrechen.

Ausgewählte Angebote zum Holocaust-Gedenktag

1996 wurde der 27. Januar vom damaligen Bundespräsident Roman Herzog als Tag des Gedenkens an die Opfer des Nationalsozialismus eingeführt. Am 27. Januar 1945 wurde das Konzentrationslager Auschwitz von sowjetischen Truppen befreit. Dort waren etwa 1,1 Millionen Menschen ermordet worden. Seit 1996 findet jährlich eine Gedenkstunde für die Opfer des Nationalsozialismus im Deutschen Bundestag statt.