Fairtrade: Kakao und Palmöl

Auf dem Weg zu noch mehr Nachhaltigkeit

Mittlerweile wird fast jede zweite in Deutschland verkaufte Süßware aus nachhaltigem Kakao produziert. In der Lebensmittelherstellung beträgt der Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls mittlerweile 79 Prozent. Die Bundesregierung setzt sich dafür ein, dass sich dieser positive Trend fortsetzt.

Hände in Kakao-Bohnen

Fair gehandelter Kakao liegt im Trend.

Foto: picture alliance/PANAPRESS/MAXPPP

"Gemeinsam tragen wir dazu bei, den Kakaobauern und Kakaobäuerinnen sowie deren Familien eine Zukunftsperspektive zu geben. Ich bin mir sicher, dass wir auf dem Weg zu mehr Nachhaltigkeit noch viel erreichen werden", erklärte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt zur Mitgliederversammlung des Forums Nachhaltiger Kakao im Mai 2017.  

Das Forum Nachhaltiger Kakao wurde 2012 gemeinsam vom Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft (BMEL), dem Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ) sowie Vertretern der Süßwarenindustrie, dem Einzelhandel und der Zivilgesellschaft gegründet. Ziel ist, die Situation für Kleinbauern in den Anbauländern dauerhaft und wirksam zu verbessern. Der Anteil nachhaltig erzeugten Kakaos soll in Zusammenarbeit mit den Partnerländern deutlich erhöht werden. Das Forum hat mittlerweile 70 Mitglieder.

Ziel bis 2020: Anteil nachhaltigen Kakaos von 70 Prozent

Die Initiative ist ein voller Erfolg. Der Anteil nachhaltigen Kakaos bei Süßwaren in Deutschland ist seit 2011 von drei Prozent auf 45 Prozent im Jahr 2016 gestiegen. Die Mitglieder des Forums steigerten den Anteil sogar auf 57 Prozent.

Im Frühjahr 2017 gingen die Mitglieder freiwillig eine weitere Verpflichtung ein: Sie wollen den Anteil nachhaltigen Kakaos bei in Deutschland verkauften Produkten bis 2020 auf 70 Prozent weiter erhöhen.

Das Forum setzt sich dafür ein, die Lebensbedingungen im Kakaoanbau zu verbessern und die Menschen- und Kinderrechte umfassend zu berücksichtigen. Die Kakaobauernfamilien sollen ein existenzsicherndes Einkommen erreichen.

90 bis 95 Prozent des Kakaos werden von Kleinbäuerinnen und Kleinbauern angebaut. Vor allem in Westafrika, dem Hauptanbaugebiet, sind die Arbeits- und Lebensbedingungen der Kakaobauern und ihrer Familien schwierig. Das Einkommen liegt häufig unterhalb der international definierten Armutsgrenze. Die Folgen: missbräuchliche Kinderarbeit, Ernährungsunsicherheit und Mangelernährung. Auch die Anbaupraktiken sind häufig umweltschädigend. 

Nachhaltigkeit weiterer Agrarrohstoffe fördern

Im März 2017 erhielt das Forum Nachhaltiger Kakao den ZEIT WISSEN-Preis "Mut zur Nachhaltigkeit". Bei der Preisverleihung erklärte der Bundeslandwirtschaftsminister: "Mein Ziel ist es, die Ansätze des Forums auch auf andere Agrarrohstoffe zu übertragen um Nachhaltigkeit über Sektorgrenzen hinweg zu garantieren."

Nachahmer gibt es bereits: Im Dezember 2015 gründete sich auf Initiative Schmidts das Forum für Nachhaltiges Palmöl. Hier nimmt die Bundesregierung eine Vorreiterrolle ein. In der Lebensmittelherstellung sei es gelungen, den Anteil nachhaltig erzeugten Palmöls auf inzwischen 79 Prozent zu steigern, erklärte Schmidt im Juni 2017. Ziel der Bundesregierung sei es, "dass wir 100 Prozent erreichen – und zwar nicht nur bei Lebensmitteln".

Am 20. Juni 2017 tagte in Berlin die Amsterdam-Gruppe – ein Zusammenschluss sieben europäischer Staaten, die sich für eine nachhaltige Palmöl-Lieferkette und entwaldungsfreie Lieferketten einsetzen. Denn in vielen Produkten, Nahrungs- und Futtermitteln, Kosmetika oder Medikamenten sind pflanzliche Rohstoffe enthalten, zu deren Erzeugung Tropenwälder gerodet werden.

Für den Erhalt der Wälder

Der Bundeslandwirtschaftsminister ist zuversichtlich: Durch Wissenstransfer könnten auch in anderen Rohstoffbereichen, wie Soja, Erfolge erzielt werden. "Aus diesem Grund machen wir uns in der Amsterdam-Gruppe dafür stark, dem landwirtschaftlichen Sektor auf der ganzen Welt mehr Anreize zum Walderhalt zu setzen, um eine nachhaltige Flächennutzung zu fördern."

Damit für Agrarrohstoffe künftig keine Tropen- und Naturwälder mehr verloren gehen, fördert die Bundesregierung privatwirtschaftliche Initiativen zur Vermeidung von Entwaldung bei Palmöl, Soja, Kakao und anderen Agrarprodukten.

Verantwortung der Verbraucher

Verbraucherinnen und Verbraucher entscheiden mit ihren Einkäufen mit über die Zukunft nachhaltiger Produktion und Lieferketten. Es lohnt sich, beim Einkauf genau hinzuschauen und zum Beispiel auf nachhaltig produziertes Palmöl, zertifizierten oder fair gehandelten Kakao zu achten. Die Verbraucher haben es in der Hand. Jede bewusste Kaufentscheidung kann helfen, globale Güter wie Wälder weltweit zu bewahren und für die kommenden Generationen zu erhalten. 

Auf der Interseite label-online.de können sich Verbraucher über nachhaltige Produkte informieren. Sie erfahren, auf welche Label sie bei Lebensmitteln, Drogeriewaren, Kleidung, Baumarktprodukten und Elektroartikeln achten können. Die Webseite startete im Jahr 2000, wurde stetig erweitert, um- und ausgebaut. Seit Januar 2016 wird sie vom Bundesverbraucherministerium gefördert.

Weitere Informationen halten auch die Verbraucherzentralen bereit.

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