Stromversorgung in Deutschland

Auch bei eisigen Temperaturen gesichert

Deutschland hat eines der zuverlässigsten Stromversorgungssysteme der Welt. Dass der Strom ausfällt, ist äußerst unwahrscheinlich - selbst bei Minustemperaturen. Damit das auch künftig so bleibt, müssen die Netze schneller ausgebaut werden.

Windräder und Hochspannungsmast eines Kraftwerks in winterlicher Landschaft

Die Versorgungssicherheit in Deutschland liegt bei fast 100 Prozent.

Foto: mauritius images

Verschiedene Studien belegen, dass die Versorgungssicherheit am Strommarkt oberhalb von 99,99 Prozent liegt. Versorgungsunterbrechungen dauerten 2016 durchschnittlich 12,8 Minuten je Verbraucher. Das ist deutlich niedriger als in anderen Industriestaaten. Darauf weist die Antwort der Bundesregierung vom 26. Februar 2018 auf eine parlamentarische Anfrage hin.

Schließlich ist der Strommarkt – nicht zuletzt durch die Novelle des Energiewirtschaftsgesetzes 2016 – so angelegt, dass er jederzeit für einen Ausgleich von Angebot und Nachfrage sorgt. Das gelingt, obwohl der Anteil an schwankender erneuerbarer Energie stetig wächst. Dennoch will die Bundesregierung auch das vorhandene geringe Ausfallrisiko noch weiter verringern.

Kontinuierlich Reserven optimieren

Um die Netze transportfähig zu halten und die Stromversorgung sicherzustellen, gibt es mehrere Arten von Reserven. Sie werden regelmäßig an den Bedarf angepasst.

So etwa nach der Erfahrung mit der länger andauernden Kältewelle in Europa im Januar 2017. Während dieser Zeit war die Lage der elektrischen Energieversorgung insbesondere in Frankreich angespannt. Nicht zuletzt wegen der grenzüberschreitenden Netze mussten sich in Deutschland die Übertragungsnetzbetreiber anstrengen, um das System zu sichern. Der Strommarkt selbst konnte jedoch die Nachfrage jederzeit bedienen. Denn Erzeugungskapazitäten standen in ausreichendem Maße zur Verfügung.

Trotzdem hat die Bundesregierung das Sicherheitsniveau für die Bemessung der Netzreserve erhöht. Zusätzlich hat sie die Netzbetreiber aufgefordert, besondere netztechnische Betriebsmittel zu beschaffen. Ab Herbst 2019 will sie außerdem eine Kapazitätsreserve von zunächst zwei Gigawatt ausschreiben.

Netz weiter ausbauen

Für den Ausbau des Stromnetzes brachte die Bundesregierung in den letzten Jahren verschiedene Gesetze auf den Weg. Solange erneuerbare Energien allerdings ungenutzt bleiben, weil das Netz die dezentral angebotene Strommenge nicht komplett transportieren kann, sind weitere Anstrengungen nötig. Auf Initiative des Bundeswirtschaftsministeriums entwickelt eine branchenübergreifende Arbeitsgruppe zum Netzausbau deshalb derzeit ergänzende Maßnahmen. Diese sollen in den nächsten Jahren wirksam werden.

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