Attraktiver Forschungsstandort Deutschland

Gutachten Attraktiver Forschungsstandort Deutschland

Die Bundeskanzlerin hat das Gutachten der Expertenkommission Forschung und Innovation entgegengenommen. Das erreichte Ziel, drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts für die Forschung aufzuwenden, müsse immer wieder neu erarbeitet werden, betonte Merkel.

Bundeskanzlerin Angela Merkel nimmt das Jahresgutachten 2014 der Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) der Bundesregierung vom Kommission-Vorsitzenden Dietmar Harhoff und Alexander Gerybadze entgegen.

EFI-Jahresgutachten: Wichtige Anregungen für die Bundesregierung

Foto: Bundesregierung/Steins

"Das Jahresgutachten ist sicherlich sehr gut platziert, weil es am Beginn einer Legislaturperiode steht und wir im Rahmen, den wir uns über die Koalitionsvereinbarung gegeben haben, etliche der Anregungen noch gut aufnehmen können", sagte Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das Expertengremium wählt jedes Jahr mehrere Themen aus, deren Entwicklungen es im Gutachten detailliert erläutert.

Finanzierung langfristig sichern

Die Kommission unterstreicht, dass durch die Exzellenzinitiative, den Hochschulpakt und den Pakt für Forschung und Innovation "die Leistungsfähigkeit des Forschungs- und Innovationsstandorts Deutschland merklich gesteigert werden konnte". Für die in wenigen Jahren auslaufenden Pakte gelte es nun ein Maßnahmenbündel zu entwickeln, das die Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen weiter unterstützt.

Die Experten empfehlen insbesondere, dass sich der Bund an der Grundfinanzierung der Hochschulen beteiligt. Das wäre allerdings mit einer Grundgesetzänderung verbunden. Die Bundeskanzlerin erwiderte, im Koalitionsvertrag habe man sich verpflichtet, den Universitäten bei der Grundversorgung zu helfen.

Duale Ausbildung und Spitzenforscher fördern

Während es weltweit vor allem um eine Steigerung der Akademikerquote geht, heben die Experten in diesem Jahr die Bedeutung hervorragend ausgebildeter Facharbeiterinnen und Facharbeiter im dualen Berufsausbildungssystem hervor. Künftig müsse ein optimaler Bildungsmix angestrebt werden und eine stärkere Durchlässigkeit des Bildungssystems. Auch müsse es mehr Einstiegs- und Übergangsmöglichkeiten für Schülerinnen und Schüler mit schwacher Vorbildung und verpassten Chancen geben.

Die Experten ermittelten diejenigen Bereiche, in denen eine starke Abwanderungstendenz von Forscherinnen und Forschern sowie betrieblichen Entwicklungsabteilungen ins Ausland zu verzeichnen ist. Gerade im Bereich der Spitzentechnologie - hier vor allem in der Informations- und Kommunikationstechnik - gelte es, Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler in Deutschland zu halten oder aus dem Ausland zurückzugewinnen. Insgesamt sei in den Jahren 1996 bis 2011 eine ausgeglichene Bilanz von Zu- und Abwanderung festzustellen.

Umweltfreundliche Technologie wichtig

In der Frage der Elektromobilität loben die Experten Erreichtes. Sie rufen dazu auf, gleichermaßen auf Batterie und Brennstoffzelle zu setzen. Hier gelte es auch, das wichtige Anwendungsfeld der Informations- und Kommunikationstechnik nicht zu vernachlässigen.

Das Gutachten befasst sich auch mit den Erneuerbaren Energien, wobei das bisherige Umlageverfahren kritisch gesehen wird. Die Kanzlerin verwies auf das laufende Novellierungsverfahren, bei dem die EU-Kommission darauf drängt, möglichst schnell zu einem Ausschreibungsverfahren überzugehen. "Das heißt letztlich nichts anderes" als dass das EEG in seiner heutigen Form durch ein Ausschreibungsverfahren ersetzt werden und sich damit natürlich auch qualitativ verändern wird", sagte sie.

Weitere Themen des Gutachtens sind:

  • Evaluierung von Fördermaßnahmen,
  • Struktur und Entwicklung der Wissenswirtschaft,
  • Forschung und Innovation in der Hochschulmedizin sowie
  • die Rolle von Frauen im Innovationsprozess.

Anregungen für die Bundesregierung

Die Bundeskanzlerin versprach, die Anregungen in die Regierungsarbeit einfließen zu lassen. Die Bundesregierung habe die Mittel für Forschung und Innovation immer mehr gesteigert und so wirklich etwas verändert. "Ich denke, man kann sehr gut sehen, dass es gut investiertes Geld ist, das den Forschungsstandort Deutschland sehr viel attraktiver gemacht hat."

Die Expertenkommission Forschung und Innovation (EFI) wurde mit Kabinettsbeschluss vom 23. August 2006 eingesetzt. Sie erstellt jährlich ein Gutachten zu Forschung, Innovation und technologischer Leistungsfähigkeit.

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