Hausarztberuf soll attraktiver werden

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Im Kabinett Hausarztberuf soll attraktiver werden

Hausarztpraxen ohne Nachfolge, weite Wege bis zum nächsten Arzt – vor diesen Problemen stehen viele im ländlichen Raum. Das Kabinett hat nun einen Gesetzentwurf beschlossen, der unter anderem die Arbeitsbedingungen für Hausärztinnen und -ärzte attraktiver macht. Worum geht es?

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Patientin beim Hausarzt.

Hausärztinnen und -ärzte sollen eine Vergütung für jede Behandlung erhalten, unabhängig von vorher festgelegten Budgetlimits

Foto: Maria Feck

Das Gesetz zur Stärkung der Gesundheitsversorgung in der Kommune, dessen Entwurf das Kabinett nun beschlossen hat, soll die ambulante medizinische Versorgung verbessern, stärken und weiterentwickeln. Denn gerade im ländlichen Raum steht die Gesundheitsversorgung vor besonderen Herausforderungen.

Zentral hierfür ist, dass sich die Arbeitsbedingungen für Hausärztinnen und -ärzte deutlich verbessern. „Wir werden den Hausarztberuf lukrativer und unbürokratischer und somit attraktiver machen“, sagte Bundesminister Karl Lauterbach bei der Vorstellung des Gesetzentwurfs.

Honorarreform für Hausärzte

Im Mittelpunkt steht eine Honorarreform für Hausärztinnen und Hausärzte. Die wesentlichen Neuerungen sind:

  • Hausärztinnen und -ärzte sollen eine Vergütung für jede Behandlung erhalten, unabhängig von vorher festgelegten Budgetlimits (sogenannte „Entbudgetierung“).
  • Für Hausärztinnen und -ärzte soll es künftig eine Vorhaltepauschale geben. Dafür müssen sie bestimmte Kriterien erfüllen, wie etwa Haus- und Pflegeheimbesuche.
  • Außerdem soll eine jährliche Versorgungspauschale für die Behandlung chronisch Kranker eingeführt werden, statt bisher einer Pauschale pro Quartal. Dies senkt die Zahl unnötiger Arztbesuche, entlastet die Praxen und führt zu weniger Bürokratie. In der Folge wird es für Patientinnen und Patienten einfacher, Arzttermine zu bekommen.

Welche weiteren Inhalte hat der Gesetzesentwurf?

Neben den Neuregelungen für Hausarztpraxen enthält der Gesetzentwurf unter anderem diese Elemente:

  • Den Kommunen soll es leichter gemacht werden, eigene Medizinische Versorgungszentren (MVZ) zu gründen.
  • Menschen mit psychischen Erkrankungen sollen besser ambulant versorgt werden. Hierzu wird der Zugang zur Kurzzeittherapie verbessert und eine Bedarfsplanung für Kinder und Jugendliche eingeführt.
  • Menschen mit Behinderungen sollen einen besseren Zugang zu Hilfsmitteln bekommen. Die Bewilligungsverfahren sollen hier schneller ablaufen.
  • Daten zu Qualität von Service und Leistungen von Kranken- und Pflegekassen sollen jährlich veröffentlicht werden. Damit wird ein Vergleich künftig leichter.

Neben der ambulanten Versorgung will die Bundesregierung auch die stationäre Versorgung in Deutschland verbessern. Daher hat das Kabinett auch eine Krankenhausreform beschlossen. Flankierend zur Krankenhausreform ist das Online-Vergleichsportal „Bundes-Klinik-Atlas “ freigeschaltet worden.