Energiewende

Altmaier auf Rundreise zum Netzausbau

In Deutschland fehlen Leitungen, die den Strom aus erneuerbaren Energien vom Norden in den Süden transportieren. Bundeswirtschaftsminister Altmaier bereist derzeit Städte und Gemeinden, um zu erfahren, wo der Netzausbau stockt. Und er will wissen, wie die Bundesregierung helfen kann.

Arbeit auf Strommasten

Die Energiewende kann nur gelingen, wenn der Netzausbau vorangeht.

Foto: U. Baumgarten via Getty Images

Vom 14. bis 16. August besucht der Bundesminister für Wirtschaft und Energie, Peter Altmaier, verschiedene Gegenden in Deutschland, die wichtig für den Netzausbau sind. Er will sich ein Bild darüber machen, weshalb der Ausbau langsamer erfolgt als erwartet.

Altmaier ist wichtig, dass der nötige Netzausbau nicht zu weiteren Erhöhungen der Stromkosten für die Verbraucher führt. "Wenn es gelingt, die richtige Mischung aus dem Ausbau von Netzen sowie der Optimierung und Verstärkung bestehender Netze hinzubekommen, habe man eine wesentliche Voraussetzung für die Bezahlbarkeit von Strom geschaffen", so der Minister.

Die Erfahrungen aus den Gesprächen des Ministers vor Ort werden anschließend in den "Aktionsplan Stromnetz" einfließen. Ebenso sind sie Thema bei einem Treffen mit den Länderministern am 20. September, denn letztlich sind für die meisten Planungsverfahren die Länder zuständig.

Auf Facebook und Twitter unter dem Hashtag #NetzeJetzt können Interessierte die Reise des Ministers verfolgen.

Bisheriges Stromnetz unzureichend

Die konventionellen Kraftwerke waren früher unweit der Abnehmer errichtet worden. Die Stromleitungen waren entsprechend nur vor Ort angelegt. Überlandleitungen gab es für den Stromausgleich zwischen angrenzenden Gebieten, wenn ein Kraftwerk einmal ausfiel.

Für den Transport von Strom aus erneuerbaren Energien ist das bisherige Stromnetz nicht ausgelegt. Denn der Strom aus erneuerbaren Energien wird dort produziert, wo das kostengünstig möglich ist und nicht dort, wo die großen Abnehmer sind. Es müssen also die vorhandenen Stromleitungen in ihrer Leistung verbessert werden. Für den zusätzlichen Bedarf müssen zudem neue Leitungen gebaut werden.

Netzausbau und Zwischenspeicher nötig

Strom aus erneuerbaren Energien hat außerdem eine Besonderheit: Er kann nicht beständig hergestellt werden. Wind und Sonne produzieren nicht immer gleichermaßen Strom. Deswegen sind Zwischenspeicher nötig, die die Versorgung etwa in mit Wolken verhangenen Zeiten oder bei Nacht sichern.

Der Netzausbau ist aus einem weiteren Grund dringend: Die derzeitige Zwischenlösung mit noch vielen konventionellen Kraftwerken, die für den zusätzlichem Bedarf immer wieder hochgefahren werden, ist teuer und umweltbelastend.

Beitrag teilen
Schlagwörter