Als die Menschlichkeit der Barbarei anheimfiel

Gedenken zum 76. Tag der Befreiung Als die Menschlichkeit der Barbarei anheimfiel

76 Jahre nach dem Ende des Nationalsozialismus hat die Auseinandersetzung mit der NS-Gewaltherrschaft nicht an Bedeutung verloren. Die KZ -Gedenkstätte Dachau erinnert an den Tag der Befreiung mit einer Reihe von virtuellen Veranstaltungen und einem zentralen Gedenkakt.

KZ-Gedenkstätte in Dachau

KZ-Gedenkstätte Dachau: In dem früheren Konzentrationslager waren über 200.000 Menschen inhaftiert.

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Für die Bundesregierung ist das Gedenken an die Opfer des Nationalsozialismus und die Aufarbeitung des Geschehenen eine immerwährende Verpflichtung. Authentische Orte wie das ehemalige Konzentrationslager Dachau sind dabei von zentraler Bedeutung. Der Erinnerungsort vergegenwärtigt, was in Worten und Zahlen schwer zu fassen ist.

„Die Erinnerung wachzuhalten, das sind und bleiben wir den unzähligen Menschen schuldig, die von den Nationalsozialisten ihrer Rechte, ihrer Würde, ihrer Heimat und millionenfach auch ihres Lebens beraubt wurden“, betont Kulturstaatsministerin Grütters anlässlich des 76. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau. „Nur, wenn wir verstehen, was geschehen ist und wie es geschehen konnte, dass Moral, Mitgefühl und Menschlichkeit der Barbarei anheimfielen, können wir verhindern, dass es wieder geschieht“, so Grütters.

Virtuelles Gedenken zum 76. Jahrestag der Befreiung des KZ  Dachau

Aufgrund der anhaltenden Corona-Pandemie wird das Gedenken anlässlich des 76. Jahrestags der Befreiung des Konzentrationslagers Dachau im virtuellen Raum stattfinden. Unter https://www.kz-gedenkstaette-dachau.de/liberation können Sie bis zum 2. Mai 2021 eine Reihe von digitalen Veranstaltungen und den zentralen Gedenkakt im Netz verfolgen.

Blaupause für den NS-Terror

Das KZ  Dachau wurde nur knapp zwei Monate nach Hitlers Machtübernahme im Jahr 1933 als erstes systematisch geplantes Konzentrationslager errichtet. Seine Struktur und Verwaltung diente allen anderen Konzentrationslagern der Nationalsozialisten als Vorbild.

In den 12 Jahren seines Bestehens waren in dem KZ über 200.000 Menschen inhaftiert. Die Mehrheit der nach Dachau Verschleppten kam aus den von der Wehrmacht besetzten Ländern. Etwa 41.500 Gefangene überlebten die Haft nicht. US-amerikanische Truppen befreiten das Konzentrationslager Dachau am 29. April 1945.

Dokumentationszentrum soll gesamteuropäische Perspektive vermitteln

Der Zweite Weltkrieg und die NS-Gewaltherrschaft prägen Europa bis heute. Auch 76 Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg sind die Verbrechen der Deutschen in den von den Nationalsozialisten besetzten Ländern noch nicht vollständig aufgeklärt und aufgearbeitet. Aus diesem Grund entwickelt das Deutsche Historische Museum in Berlin im Auftrag der Bundesregierung aktuell einen Plan für ein Dokumentationszentrum, das allen Opfern der deutschen Besatzungsherrschaft in Europa gewidmet ist. Dies soll erstmals eine gesamteuropäische Perspektive auf den Terror des Nationalsozialismus vermitteln.

Die Förderung von Einrichtungen und Projekten zur Aufarbeitung des nationalsozialistischen Unrechts ist ein zentrales Anliegen der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM). Die KZ -Gedenkstätte Dachau, die in Trägerschaft der 2003 gegründeten Stiftung Bayerische Gedenkstätten liegt, wird seit 2009 als Erinnerungsort von nationaler und internationaler Bedeutung institutionell von der BKM gefördert.

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