„Sie haben Unglaubliches geleistet“

Rückkehr der Einsatzkräfte aus Afghanistan „Sie haben Unglaubliches geleistet“

Die Soldatinnen und Soldaten des Evakuierungseinsatzes für Afghanistan sind zurück: Verteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer dankte ihnen am Flugplatz. Spezialisten aus vielen Bereichen der Bundeswehr waren beteiligt. 

Die Soldatinnen und Soldaten verlassen in Wunstorf die Maschinen der Luftwaffe.

Ende eines besonderen Einsatzes: Die Soldatinnen und Soldaten verlassen in Wunstorf die Maschinen der Luftwaffe.

Foto: picture alliance / ASSOCIATED PRESS

Rückkehr nach Deutschland: Um kurz vor 20 Uhr am Freitagabend landeten schnell hintereinander drei Bundeswehrmaschinen auf dem Fliegerhorst im niedersächsischen Wunstorf. An Bord waren Soldatinnen und Soldaten der Evakuierungsmission der Bundeswehr für Afghanistan. Sie hatten seit dem 16. August über die Luftbrücke von Kabul nach Taschkent mehr als 5300 Menschen in Sicherheit gebracht. 

Mit der Landung in Niedersachsen endete ihr Einsatz. Die Soldatinnen und Soldaten, aber auch die Diplomaten der Deutschen Botschaft in Kabul und die Bundespolizisten vor Ort hätten „Unglaubliches geleistet“, sagte Bundesverteidigungsministerin Annegret Kramp-Karrenbauer. Die Einsatzkräfte unter Führung von Brigadegeneral Jens Arlt hätten volles Vertrauen bekommen und „dieses Vertrauen und alle Erwartungen, die wir in sie gesetzt haben, mehr als erfüllt“, so die Ministerin.

Bereits am Freitagmorgen hatte Bundesaußenminister Heiko Maas am Berliner Flughafen Mitarbeiter des Auswärtigen Amts empfangen, die an der Evakuierung beteiligt waren. Maas dankte ihnen für ihren Einsatz unter „extrem schwierigen und hochgefährlichen Bedingungen“.

Die Grafik trägt den Titel Die Luftbrücke aus Afghanistan (Weitere Beschreibung unterhalb des Bildes ausklappbar als "ausführliche Beschreibung")

Die Bemühungen, weitere besonders gefährdete Menschen aus dem Land zu bringen, gehen auch nach dem Ende der Luftbrücke weiter.

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Foto: Bunderegierung/Foto: Bundeswehr/Marc Tessensohn

Neben der Verteidigungsministerin waren bei der Rückkehr in Wunstorf auch der der Generalinspekteur der Bundeswehr, Eberhard Zorn und die Wehrbeauftragte des Deutschen Bundestages, Eva Högl, anwesend. Kramp-Karrenbauer, Zorn und Högl hatten die Soldatinnen und Soldaten aus Taschkent zurückbegleitet. Die usbekische Hauptstadt hatte als Drehscheibe für den Einsatz gedient. Vom dortigen Flughafen aus waren die Bundeswehr-Maschinen mehrmals täglich nach Kabul aufgebrochen.

Die Verteidigungsministerin erinnerte in Wunstorf an den Terroranschlag am Kabuler Flughafen. „Die ersten Gedanken auch an dem heutigen Abend gelten den Opfern des fürchterlichen Terroranschlags gestern, sowohl den zivilen Opfern aber natürlich insbesondere auch den amerikanischen Kameraden, mit denen diese Operation vor Ort Seite an Seite durchgeführt worden ist“, so Kramp-Karrenbauer.

Sie denke aber auch an diejenigen, so die Ministerin, „die in Kabul zurückgeblieben sind. Wir werden alles daransetzen, sie in den nächsten Tagen, Wochen, Monaten aus Kabul herauszuholen.“

Mehr als 5300 Menschen gerettet

Deutschland beteiligte sich seit dem 16. August neben weiteren Nationen an der Rettungsoperation in Kabul. Nachdem die Taliban unter anderem die afghanische Hauptstadt Kabul erobert hatten, unterstützte die Bundeswehr die laufende Evakuierungsmission des Auswärtigen Amtes, um Deutsche, afghanische Ortskräfte und deren Familien und weitere Schutzbedürftige in Sicherheit zu bringen.

Insgesamt hat die Bundeswehr mit ihren Transportflugzeugen vom Typ A400M mit 37 Flügen mehr als 5300 Menschen in Sicherheit gebracht – darunter waren 530 Deutsche und etwa 4400 Afghaninnen und Afghanen.

Fallschirmjäger, Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK), Feldjäger, Krisenunterstützungsteams, Sanitäter, Militärpolizei, Angehörige der Luftwaffe und weitere Spezialistinnen und Spezialisten aller Bereiche der Bundeswehr waren in Deutschland, in Taschkent und am Flughafen in Kabul eingesetzt, um die Evakuierung von deutscher Seite sicherzustellen.

Weitere Informationen zum Mandat der Evakuierungsmission finden Sie hier.

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