Europäische Integration

25 Jahre Binnenmarkt

Er hat Europa bunter und das Leben leichter gemacht: der europäische Binnenmarkt. Seit 1993 können Europäerinnen und Europäer seine Vorzüge genießen. Ein wichtiger Meilenstein für den Binnenmarkt: Die Zollunion, die nun schon fast 50 Jahre besteht.

Endlos telefonieren, übers Wochenende in die Sonne fliegen, im Supermarkt schnell noch Olivenöl kaufen: was für viele heute selbstverständlich ist, wäre ohne den europäischen Binnenmarkt nie möglich geworden. Vor 25 Jahren trat die Vereinbarung zum europäischen Binnenmarkt in Kraft. Schritt für Schritt wurde aus kleinen Volkswirtschaften einer der mächtigsten Wirtschaftsräume der Welt; zugänglich für mehr als eine halbe Milliarde Menschen.

Der europäische Binnenmarkt sollte den Weg für die Wirtschafts- und Währungsunion ebnen. Seine Stärke sind die sogenannten "vier Freiheiten": die Freiheit des Verkehrs von Personen, Waren, Dienstleistungen und Kapital. Sie alle dürfen frei im europäischen Binnenmarkt zirkulieren.

Großer Schritt für Europa

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, welch großer Schritt der Binnenmarkt in der Geschichte der europäischen Integration war: Vor 1993 existierten zwar keine Zollschranken, doch von einem einheitliche Wirtschaftsraum war Europa weit entfernt.

Wer im Ausland studieren oder arbeiten wollte, brauchte in der Regel eine Aufenthaltsgenehmigung. Grenzüberschreitende Dienstleistungen mussten komplizierte Genehmigungsverfahren durchlaufen, was das Angebot erschwerte: Teure Telefontarife, Flug- und Bahntickets, Porto für Briefe und Pakete sind nur einige Beispiele aus dem europäischen Alltag vor 1993. 25 Jahre Binnenmarkt sind also durchaus ein Grund zum Feiern.

Gemeinschaft zum Wohle aller

Forschungen belegen, dass der europäische Binnenmarkt so gut wie keine Verlierer hat: Im weltweiten Vergleich liegt Europa in Sachen Wirtschaft und Wohlstand an der Spitze. Das Brutto-Inlandsprodukt pro Kopf sowie die Arbeitsproduktivität der EU-Länder sind doppelt so hoch wie der weltweite Durchschnitt.

Außenhandelsmeister Deutschland gewinnt dadurch besonders: Laut Studien der KfW hat sich der Absatzmarkt für deutsche Waren vervielfacht: von 2,8 Billionen Euro (national) auf einen europäischen Markt mit einem Volumen von 14,2 Billionen Euro. Davon profitieren auch Bürgerinnen und Bürger: Verbraucher können sich über kleine Preise bei größerer Auswahl freuen, Arbeitnehmer über vielfältige neue Jobs.

Zollunion macht´s möglich

Der Binnenmarkt entstand nicht aus dem Nichts: Ihm ging die Zollunion voraus, die nun seit bald 50 Jahren besteht. Mit ihrem Abschluss am 1. Juli 1968 vereinfachten die sechs Gründerstaaten - Belgien, Deutschland, Frankreich, Italien, Luxemburg und die Niederlande - den Handel und legten den Grundstein für eine starke europäische Wirtschaft.

Die Regeln der Zollunion:
- An Binnengrenzen zweier Mitgliedstaaten fallen keine Zölle an.
- Einfuhren von außerhalb unterliegen einem einheitlichen Zollsatz.
- Für Waren von außerhalb gelten dieselben Ursprungsregeln.
- Der Zollwert wird gemeinschaftlich festgelegt.

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