G7-Jugendgipfel

"Unser Schicksal in die Hand nehmen"

Mehr Klimaschutz, soziale Gerechtigkeit und einen besseren Zugang für Mädchen zur Bildung wünschen sich Jugendliche aus 19 Ländern. Sie sind zum J7-Jugendgipfel in Berlin und haben Bundeskanzlerin Merkel ihre Ideen für eine bessere Zukunft vorgestellt.

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Jugendliche im Kanzleramt.

Die Teilnehmer des Jugendgipfels diskutieren mit Bundeskanzlerin Merkel.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Seit ein paar Tagen sind sie in Berlin: 54 Mädchen und Jungen zwischen 14 und 18 Jahren, die sich über die Themen des G7-Gipfels im kommenden Monat austauschen. Die Jugendlichen kommen aus den G7-Staaten, aber auch aus weiteren EU-Ländern und Entwicklungsländern. Aus der Sicht der jungen Generation diskutierten sie die Themen des "großen" G7-Gipfels: Klimawandel, Gesundheit, Gleichberechtigung von Männern und Frauen und faire Wirtschaft.

Im Kanzleramt haben sie die Ergebnisse ihrer Beratungen Bundeskanzlerin Angela Merkel und Bundesjugendministerin Manuela Schwesig vorgestellt.

Der J7-Gipfel wurde organisiert vom Bundesjugendministerium und Unicef. Er ist als Spiegelbild zum Treffen der Staats- und Regierungschefs der G7-Staaten angelegt. Die Jugendlichen kommen aus den G7-Staaten, aber auch aus weiteren EU-Ländern. Junge Erwachsene aus Äthiopien, der Dominikanischen Republik, Liberia, Sambia, Senegal und Südafrika bringen die Perspektive der Entwicklungsländer ein.

Forderungen der Jugendlichen

Jugendlich diskutieren beim Treffen mit Jugendlichen aus G7-Staaten und Bundeskanzlerin Angela Merkel im Kanzleramt.

Teilnehmer des Jugendgipfels diskutieren ihre Ergebnisse mit Bundeskanzlerin Merkel und Familienministerin Schwesig.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Die Jugendlichen riefen die G7-Staaten vor allem zu mehr Klimaschutz und sozialer Gerechtigkeit auf. Dazu gehört in ihren Augen sowohl ein besserer Zugang von Mädchen zu Bildung, als auch der Kampf gegen Kinderarmut, besserer Zugang von armen Menschen zu ausreichend medizinischer Versorgung oder die Verbesserung der Bildungssysteme in Entwicklungsländern. Auch die regelmäßige Beteiligung von Jugendlichen bei der Lösung von Problemen regten die Teilnehmer des Jugendgipfels an.

„Wir sind der Überzeugung, dass die G7 eine entscheidende Rolle für nachhaltige Entwicklung spielen. Aber wir glauben auch, dass junge Menschen die Initiative ergreifen können und müssen, die Welt wie sie ist zu verändern. Wir müssen unser Schicksal in die Hand nehmen“, erklärte Sang Jin Kim vom deutschen J7-Team seine Motivation.

Merkel ist Dialog mit jungen Menschen wichtig

Bundeskanzlerin Angela Merkel diskutiert mit Jugendlichen im Kanzleramt.

Diskutierten mit den Jugendlichen: Kanzlerin Merkel und Jugendministerin Schwesig.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Die Bundeskanzlerin betonte, der Dialog mit der Zivilgesellschaft sei bei den G7-Treffen schon eine gute Tradition. Jeder versuche auf seine Weise etwas zu den Themen des G7-Gipfels beizusteuern. Sie freue sich über die Anregungen, Wünsche und Vorstellungen der jungen Leute hinsichtlich der Themen des anstehenden G7-Gipfels. Sie ermunterte die Teilnehmer gleich zu Beginn, "frei von der Leber weg" zu sprechen.

Schon in ihrem aktuellen Video-Podcast hatte sie Verständnis für junge Leute gezeigt, die kritisch auf die G7 und die Globalisierung schauen. Sie finde es richtig, immer wieder den Finger in die Wunde zu legen und zu sagen, was noch nicht geschafft sei.

Internationale Zusammenarbeit bei Epidemien

Bundeskanzlerin Angela Merkel und Jugendliche im Kanzleramt.

Im Kanzleramt: Teilnehmer des Jugendgipfels mit Bundeskanzlerin Merkel.

Foto: Bundesregierung/Denzel

Eine Forderung der Jugendlichen war es auch, dass sich die Industriestaaten mehr bei der Bekämpfung von Epidemien wie Ebola einsetzen. Merkel betonte, dass sich die internationale Gemeinschaft bei diesem Thema stärker einsetzen werde. Man brauche eine weltweite "Krankheitsfeuerwehr", die bei Epidemien schnell handeln könne. So solle beispielsweise ein internationaler Notfall-Pool aus einsatzbereiten Ärzten geschaffen werden. Aber auch Fragen wie Impfstoffe, Transport der Medikamente, etc. müssten bedacht werden.

2017 wolle man dann auf einem G20-Gipfel einmal einen Modell-Notfall durchspielen um zu sehen, wie weit man bei der internationalen Koordinierung in solch dramatischen Notlagen sei, betonte die Kanzlerin.

Zum Abschluss bedankte sich Merkel bei den Jugendlichen: "Sie haben ziemlich hart gearbeitet - das sieht man. Ich finde es besonders schön, dass Sie das Ganze auf den Punkt gebracht haben. Sie haben keine langen Abhandlungen geschrieben, sondern Sie haben dies alles ganz handlungsorientiert gemacht."

Der J7-Jugendgipfel ist Teil eines umfassenden Dialoges mit der Zivilgesellschaft innerhalb der deutschen G7-Präsidentschaft. Bundeskanzlerin Merkel führte diesen Dialog bereits mit Gewerkschaftsvertretern, Vertretern von Nichtregierungsorganisationen und mit Repräsentanten der Wissenschaften aus den G7-Staaten. Weitere Treffen mit Wirtschaftsvertretern sowie mit Frauen aus Wirtschaft, Wissenschaft und Gesellschaft sind geplant.

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