6. MINT-Gipfel

"Flamme der Begeisterung" am Leben halten

Die Bundesregierung macht sich weiter für die MINT-Bildung stark. Auf "Tüftler und Bastler" könne man stolz sein, sagte Bundesbildungsministerin Karliczek in Berlin. Sie kündigte einen Aktionsplan sowie eine neue Internet-Plattform an, die auf regionale MINT-Initiativen hinweisen soll.

Eine Auszubildende lötet im Bosch Ausbildungszentrum in Reutlingen an einer Leiterplatte.

Mit einem Aktionsplan will die Bundesregierung junge Menschen für MINT-Berufe begeistern.

Foto: picture alliance/dpa/Franziska Kraufmann

Im weltweiten Wettbewerb sei das "Know-how unsere Ressource", betonte Bundesbildungsministerin Anja Karliczek auf dem 6. MINT-Gipfel (Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft, Technik) in Berlin. "Wenn wir weiterhin Wohlstand und Wettbewerbsfähigkeit in unserem Land erhalten wollen, dann wird es jetzt dringend Zeit, mehr Menschen für MINT zu begeistern."

Zudem forderte Karliczek ein Umdenken in der Gesellschaft. Es müsse wieder häufiger Versuch und Irrtum zugelassen werden: "Wir brauchen mehr Menschen, die Mut haben, Neues auszuprobieren, zu scheitern, wiederaufzustehen und wieder von vorne anzufangen."

Die Bundesregierung fördert seit Jahren mit einer Vielzahl von Maßnahmen und Initiativen die MINT-Bildung, beispielsweise mit dem Girls´Day und dem Wettbewerb "Jugend forscht". Die Bundeskanzlerin ist Schirmherrin der Arbeitgeber-Initiative "MINT Zukunft schaffen". Das Bundesbildungsministerium fördert die gemeinnützige Stiftung "Haus der kleinen Forscher", die das Interesse von Kindern im Vorschul- und Grundschulalter an Naturwissenschaften und Technik weckt.

Aktionsplan und Internet-Plattform

Zudem kündigte die Bildungsministerin einen Aktionsplan sowie den Aufbau einer Internet-Plattform an. Die Plattform soll auf die zahlreichen MINT-Initiativen in den Regionen aufmerksam machen und somit für mehr Transparenz und Information sorgen. Darüber hinaus ist geplant, die Entwicklung von Qualitätskriterien bei der MINT-Bildung zu unterstützen. Die Bundesregierung wolle einen Beitrag dazu leisten, dass die "Flamme der Begeisterung" für Naturwissenschaft und Technik wieder größer werde, erklärte Karliczek.

Ein ganz handfester Anreiz für junge Technik-Muffel könnten die Berufs- und Verdienstaussichten sein: Angesichts des Fachkräftemangels werden MINT-Arbeitskräfte händeringend gesucht. Zudem erzielen MINT-Akademiker im Vergleich mit Absolventen anderer Studiengänge mit die höchsten Bruttolöhne.

Weiteres Engagement notwendig

Dass die Anstrengungen nötig sind, belegen Studien. Noch hat Deutschland im internationalen Vergleich im MINT-Bereich den höchsten Anteil an Studierenden. Erfreulich zudem, dass in Deutschland die Erwerbstätigkeit von MINT-Akademikern von 2011 bis 2015 um 14 Prozent gestiegen ist. Hierunter finden sich auch besonders viele junge Frauen.

Allerdings zeigt die PISA-Studie von 2015, dass die Begeisterung von 15-Jährigen an Naturwissenschaften und Technik geringer ist als in vielen anderen Ländern. Und die Zahl der Studierenden in Deutschland, die ein MINT-Studium beginnen, ist 2016 leicht zurückgegangen.

Veranstalter des MINT-Gipfels ist das Nationale MINT-Forum. Es verbindet wichtige Akteure der MINT-Bildung wie Fachverbände, Stiftungen, Wissenschaftseinrichtungen, Arbeitgeberverbände und die Bundesagentur für Arbeit.

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