Antrittsrede der Bundesbildungsministerin

"Deutschland braucht jedes Talent"

Nicht die Art des Abschlusses sei entscheidend, sondern "das, was jemand daraus macht". Weil wir alle Menschen in Deutschland brauchen. Ganz gleich, ob mit Studium oder einer anderen Ausbildung. Im Bundestag warb die neue Bildungs-und Forschungsministerin Anja Karliczek für eine Bildungsoffensive.

Bundesministerin für Bildung und Forschung Karliczek während ihrer Rede im Deutschen Bundestag.

In den Digitalpakt für Schulen sollen fünf Milliarden Euro fließen, kündigt Karliczek im Bundestag an.

Foto: BMBF/Hans-Joachim Rickel

Karliczek kündigte ein neues Kapital im deutschen Bildungsföderalismus an: "Wir wollen stärker in die Zukunft von jungen Menschen investieren" - in allen Regionen. Dazu müssten Bund und Länder gemeinsam das Grundgesetz ändern. "Lassen Sie uns das gemeinsam machen, zum Wohle unserer Kinder", forderte sie alle Abgeordnete des Bundestages auf.

Digitalpakt für Schulen

Insgesamt fünf Milliarden Euro will die Bundesregierung mit dem Digitalpakt in Schulen investieren, allein 3,5 Milliarden in dieser Legislaturperiode. "Digitale Medien gehören an jede deutsche Schule", sagte Karliczek.

Die Verhandlungen zum Digitalpakt seien unter ihrer Vorgängerin in der vergangenen Legislaturperiode gut vorangekommen.

Berufliche Bildung genauso viel wert wie akademische

Berufliche und akademische Bildungswege sind gleichwertig. Die Berufe verändern sich mit der Digitalisierung. Das erfordert überall gut qualifizierte Menschen. Deshalb wird die Bundesregierung die berufliche Bildung modernisieren.

Was auch wichtig ist: "Wir wollen eine neue Weiterbildungskultur etablieren", kündigte die Ministerin an. Deshalb müsse in das Aufstiegs-BAföG für berufliche Fachkräfte genauso investiert werden wie in das BAföG für Studierende.

Forschung und Entwicklung

Der Bund will bis 2025 mindestens 3,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts für Forschung und Entwicklung aufwenden. "Die Wissenschaft kann auf diese Bundesregierung zählen", betonte die Ministerin. "Wir werden die Wissenschaftspakte neu aufsetzen, die in dieser Legislaturperiode auslaufen und unsere Universitäten, Fachhochschulen und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen stärken."

Forschungsergebnisse müssten ihren Weg in innovative Produkte und Dienstleistungen finden. "Deshalb brauchen wir viel mehr Unternehmen – auch kleine und mittlere - die in Forschung und Entwicklung investieren." Dazu werde der Bund Forschung und Entwicklung in Zukunft auch steuerlich fördern.

Anja Karliczek leitet das Bundesministerium für Bildung und Forschung. Seit 2013 ist sie Mitglied des Deutschen Bundestages. Von 2017 bis März 2018 war sie Parlamentarische Geschäftsführerin der CDU/CSU-Bundestagfraktion.

Beitrag teilen