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Hightech-Strategie

Den Menschen als System erforschen

Zwei der stärksten deutschen Institutionen der medizinischen Forschung bilden das Berliner Institut für Gesundheitsforschung. Seine Gründung dient schnellen Erfolgen beim Kampf gegen Krankheiten. Es ist damit Teil der Zukunftsaufgabe "Gesundes Leben" der Hightech-Strategie der Bundesregierung.

Medizinisches Forschungslabor Forschung und klinische Erprobung an einem Ort Foto: Photothek.net

„Wenn wir beide Mäuse wären, bräuchten wir keine Angst vor Krebs zu haben“, sagt Professor Ernst Rietschel, Vorstandsvorsitzender des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung. Tatsächlich ist der Zusammenschluss der Berliner Charité und des Max-Delbrück-Centrums für Molekulare Medizin (MDC) in Berlin-Buch in der Krebsforschung möglicherweise auf ungeahntem Erfolgskurs. Bei Mäusen ist es den Forschern gelungen, das Immunsystem von Mäusen so zu aktivieren, dass es den Krebs erfolgreich bekämpft.

 Prof. Ernst Rietschel, Vorstandsvorsitzenden des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung

Interview mit Prof. Dr. Dr. h.c. mult. Ernst Th. Rietschel, Vorstandsvorsitzender des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung

Professor Rietschel erläutert die Aufgaben des neuen Berliner Instituts für Gesundheitsforschung und nennt Beispiele für aktuelle Forschungsthemen.

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Noch weiß natürlich niemand, ob das auch beim Menschen funktioniert. Und hier werden Studien am Menschen ansetzen können.

Grundlegende Ursachen

Das Berliner Institut für Gesundheitsforschung befasst sich allerdings nicht mit bestimmten Krankheitsbildern. Diese Aufgabe haben vor allem die Zentren für Gesundheitsforschung übernommen, deren Aufgabe es ist, sich jeweils einer der großen Volkskrankheiten zu widmen.

Das neue Berliner Institut geht weg von einzelnen Krankheitsbildern hin zu den grundlegenden molekularen Ursachen und Mechanismen von Krankheiten. Die Verbindung aus Grundlagenforschung und klinischer Forschung verspricht neue Diagnoseverfahren, Therapien oder vorbeugende Maßnahmen.

Systemmedizin

Das Berliner Institut leitet aus bestimmten Erkenntnissen der Wissenschaft Fragen ab, aus denen sich dann Forschungsfragen und klinische Erprobung ableiten. Ziel ist, die Übertragung von Forschungserkenntnissen in die Klinik zu beschleunigen und klinische Beobachtungen wieder ins Labor zu tragen..

Das neue Institut beschreitet mit der fachübergreifenden Systemmedizin einen neuen Weg. Die Systemmedizin betrachtet bei der Erforschung von Krankheiten nicht einzelne Aspekte. Sie verfolgt einen ganzheitlichen Ansatz, um grundlegende krankheitsrelevante Prozesse zu erforschen. Sie nutzt dafür modernste Methoden und Infrastrukturen. Dabei geht es um das Zusammenwirken genetischer, zellbiologischer, physiologischer und visueller Informationen.

Arzt und PatientBild vergrößern Forschung schnell in die Klinik bringen Foto: Burkhard Peter

Keine Forschung der Pharmaindustrie

Damit unterscheidet sich das Berliner Institut deutlich von der bisherigen, vor allem von der Pharmaindustrie angeregten klinischen Forschung. Wenn die Industrie ein neues Medikament entwickelt hat, geht sie auf Krankenhäuser zu. Diese erproben neue Wirkstoffe nach den Studien in den industriellen Forschungslaboren nunmehr am Menschen.

Natürlich ist die Industrie auch für die neue Einrichtung von Bedeutung, allerdings nicht mehr als Initiator von Forschung. Sie wird als Partner einbezogen, wenn die Umsetzung gewonnener Erkenntnisse in Medikamente ansteht.

Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems

Bei der Gründung des Instituts im Jahr 2013 sagte Bundesforschungsministerin Johanna Wanka: „Die Gründung des Berliner Instituts für Gesundheitsforschung ist ein wichtiger Schritt in der deutschen Gesundheitsforschung und ein Baustein für die Zukunftsfähigkeit unseres Gesundheitssystems. Ich erwarte von der neuen Einrichtung bahnbrechende Impulse für die Gesundheit der Menschen in unserem Land – und natürlich auch darüber hinaus.“

Bund, Land und Helmholtz-Gemeinschaft stellen MDC und Charité für den Aufbau für fünf Jahre rund 300 Millionen Euro zur Verfügung. Die Stifterin der Stiftung Charité, Johanna Quandt, unterstützt das Berliner Institut für Gesundheitsforschung zudem mit 40 Millionen Euro.

Dienstag, 2. Dezember 2014