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Kulturerbe

Deutsche Digitale Bibliothek

In Sammlungen von Museen stöbern, Romane herunterladen oder wissenschaftliche Beiträge lesen: Über das Portal der Deutschen Digitalen Bibliothek können Nutzer dies ganz bequem von zu Hause aus erledigen.

In der Herzogin Anna Amalia Bibliothek in Weimar zeigt der Fototechniker Joachim Fuhrmann die Arbeitsgänge bei der Digitalisierung einer gedruckten englischsprachigen Ausgabe von Goethes 'Faust' aus dem Jahr 1877. Deutsche Digitale Bibliothek Foto: picture-alliance/ dpa/dpaweb

Kulturstaatsministerin Monika Grütters startete den Regelbetrieb am 31. März 2014. Seitdem steht der Öffentlichkeit die Vollversion der Deutschen Digitalen Bibliothek (DDB) zur Verfügung. Sie weist gegenüber der zuvor verfügbaren Beta-Version einen erheblich erweiterten Funktionsumfang auf.

Objekte aus Wissenschaft und Kultur

Die DDB ist das Zugangsportal zu digitalen Objekten aus Kultur und Wissenschaft in Deutschland. Langfristig sollen bis zu 30.000 Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen aller Sparten und Disziplinen, also Bibliotheken, Archive, Museen, Mediatheken und wissenschaftlichen Institute in der DDB verknüpft werden. Schrittweise vernetzen sie dort ihre digitalisierten Quellen. Bereits jetzt sind viele kulturelle Schätze wie Handschriften, alte Filme in voller Länge, Einspielungen klassischer Musikstücke, aber auch digitalisierte Bücher kostenfrei online verfügbar. Derzeit sind in der DDB bereits mehr als 18 Millionen Objekte vorhanden (Stand Januar 2016). Die Bestände werden permanent erweitert.

Zugleich werden die mit der DDB kooperierenden Einrichtungen in eine Kultur- und Wissenschaftslandkarte der Bibliothek aufgenommen. Ein Mausklick und sie zeigt die beteiligte Institution in einer Stadt oder Region. Von dort kommt man direkt in den digitalen Bestand der Einrichtung.

Was bietet die Deutsche Digitale Bibliothek?

Die DDB bietet ihren Nutzerinnen und Nutzern ein inhaltlich und technisch hoch attraktives Angebot. Die zur Verfügung stehenden Inhalte werden fortlaufend und zügig erweitert.

Die technologischen Vorteile der Deutschen Digitalen Bibliothek sind beeindruckend. Erstmals werden Inhalte unterschiedlichster Art vernetzt und mit semantischen Hintergrundinformationen verbunden. Vor allem die technische Abbildung menschlicher Assoziationen ist bisher einmalig und eröffnet neue Möglichkeiten des Lernens.

Die Recherche- und Präsentationstechniken ermöglichen eine gezielte Suche sowohl in Texten als auch in multimedialen Inhalten wie Bildern und Filmsequenzen. Tausende Suchtreffer können gezielt auf eine handhabbare Anzahl reduziert werden. Dies geschieht durch Suchfilter – sogenannten „Facetten“ -, die nach Bedarf variiert werden können. Virtuelle Museumsbummel werden dadurch ebenso möglich wie 3D-Betrachtungen einer Skulptur oder eines Kulturdenkmals.

Nutzer können thematisch verwandte Inhalte verschiedener Einrichtungen per Mausklick miteinander verknüpfen. Es ist damit zum Beispiel unerheblich, in welchem Museum oder in welcher Stadt Gemälde eines Malers ausgestellt sind und wo sich Biographien über ihn befinden – alles ist nur noch einen Mausklick entfernt. Dass dabei das geltende Urheberrecht gewahrt wird, ist selbstverständlich. Das Gleiche gilt für den Datenschutz der Nutzerinnen und Nutzer.

Durch nutzerspezifische Angebote und Recherchemöglichkeiten sollen vor allem auch Kinder und Jugendliche sowie ältere Menschen angesprochen werden.

Digitalisierte Kulturgüter in öffentlicher Hand

Unser kulturelles Erbe gehört allen. Es darf daher nicht an kommerziellen Interessen ausgerichtet werden und muss in öffentlicher Verantwortung bleiben. Dem trägt das Konzept der DDB Rechnung.

Das Bundeskabinett hat die Errichtung der Deutschen Digitalen Bibliothek am 2. Dezember 2009 gebilligt. Die Ministerpräsidentenkonferenz der Länder hatte ihr bereits auf ihrer Jahrestagung im Oktober 2009 zugestimmt. Von den kommunalen Spitzenverbänden war sie ebenfalls gebilligt worden.

Die Suchergebnisse der Deutschen Digitalen Bibliothek sind von kommerziellen Gesichtspunkten nicht beeinflusst. Erschließung und Veröffentlichung der Bestände richten sich allein nach deren Qualität und Relevanz für unsere kulturelle und gesellschaftliche Identität. Dies ist ein Alleinstellungsmerkmal der DDB, das sie von allen privatwirtschaftlichen Angeboten prinzipiell unterscheidet.

Deutscher Beitrag zur Europeana

Die DDB ist Deutschlands Beitrag zur Europäischen Digitalen Bibliothek "Europeana". Die Einrichtung der Europeana, in die die DDB integriert wird, hat der Rat der Europäischen Union auf Vorschlag der EU-Kommission bereits 2006 beschlossen. Das Zugangsportal zur Europeana wurde am 20. November 2008 vom Präsidenten der Europäischen Kommission freigeschaltet.

DDB und Europeana werden schrittweise das digital verfügbare Angebot bedeutender Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen aus ganz Deutschland und Europa zusammenführen und multimedial erschließen. Dadurch bieten sie nicht nur Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern, sondern allen Bürgerinnen und Bürgern die Möglichkeit, das reiche Kulturerbe sowie umfassende wissenschaftliche Informationen aus Deutschland und Europa über das Internet zu nutzen.

Gemeinsam finanziert von Bund und Ländern

Für den Aufbau der Infrastruktur der DDB stellte der Bund bis Ende 2013 rund 9,5 Millionen Euro zur Verfügung. Für den Betrieb haben Bund und Länder bis Ende 2015 gemeinsam weitere 15,6 Millionen Euro aufgewendet. In diesem Jahr stehen zusätzlich 2,6 Millionen Euro für die DDB zur Verfügung. Weitere 4 Millionen Euro wurden vom Bund für Sonderprojekte zu Digitalisierung von Kulturgut zur Verfügung gestellt. Das Investitionsvolumen für Aufbau und Betrieb des DDB-Portals belief sich bis Ende 2013 auf fast 30 Millionen Euro.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 13.01.2016.