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Auszeichnung mit Tradition: Orden Pour le mérite

Der "Orden Pour le mérite" gehört zu den höchsten Auszeichnungen in Deutschland für besondere Leistungen in Kunst und Wissenschaft.

Bundespräsident Joachim Gauck und Prof. Eberhard Jüngel betreten zu Beginn der Öffentlichen Sitzung des Orden Pour le Mérite im Konzerthaus am Gendarmenmarkt den Saal. Einzug der Ordensmitglieder mit Bundespräsident Joachim Gauck Foto: Bundesregierung/Denzel

Mitglieder des Ordens können nur Frauen und Männer werden, die durch weit verbreitete Anerkennung ihrer Verdienste in der Wissenschaft oder in der Kunst einen ausgezeichneten Namen erworben haben, so die Satzung des Ordens.

Dem Orden Pour le mérite (deutsch: "Orden für das Verdienst") gehören heute 40 deutsche und 35 ausländische Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler sowie Kulturschaffende an, darunter zahlreiche Nobelpreisträger.

Zu den Mitgliedern zählt unter anderen die Entwicklungsbiologin und Nobelpreisträgerin Christiane Nüsslein-Volhard. Sie wurde 2017 erneute zur Kanzlerin des Ordens gewählt. Außerdem Künstler und Forscher wie der Dichter Durs Grünbein und der Krebsforscher Robert Weinberg. 

Zuletzt wurden die Künstlerin Rebecca Horn, der Zellbiologe Hans Clevers und der Geiger und Dirigent Gidon Kremer in den Kreis der Ordensmitglieder gewählt.

Von der Beauftragten für Kultur und Medien betreut

Die Mitglieder, das so genannte "Ordenskapitel", versammeln sich zweimal im Jahr zu internen Gesprächen und Verhandlungen. Dem Ordenskapitel gehören maximal vierzig deutsche und vierzig ausländische Ordensträger an. Sie bestimmen die neuen Träger des Ordens per Wahl. Die drei Klassen, Geisteswissenschaften, Naturwissenschaften und Künste, sollen in der Mitgliedschaft etwa gleich stark vertreten sein.

Einmal im Jahr, hält der Orden in Gegenwart des Staatsoberhauptes eine große, öffentlich zugängliche Sitzung ab. Der Ablauf folgt einem Ritus: Totenehrungen, Vorstellungen neu hinzu gewählter Ordensträger, Festvortrag eines der Mitglieder und konzertante Musik.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien betreut und finanziert den Orden.

Geschichte des Ordens

Der Orden wurde 1740 von Friedrich dem Großen für besondere militärische Leistungen gestiftet. Er war neben dem Orden vom Schwarzen Adler die bedeutendste Auszeichnung, die in Preußen vergeben werden konnte. Auf Anraten Alexander von Humboldts stiftete König Friedrich Wilhelm IV. von Preußen 1842 die zivile Klasse: den "Orden Pour le mérite für Wissenschaften und Künste". Der Philosoph Friedrich Wilhelm Joseph von Schelling, der Rechtshistoriker Friedrich Carl von Savigny und der Geologe Christian Leopold von Buch zählten zu den ersten Trägern.

"Wir Friedrich Wilhelm IV (1795-1861), von Gottes Gnaden König von Preußen, thun kund und fügen hiermit zu wissen, daß wir dem Orden Friedrichs des Großen: pour le mérite, welcher seit langer Zeit nur für das im Kampfe gegen den Feind errungene Verdienst verliehen worden ist, eine Friedens-Klasse für Künste hinzufügen wollen." (Aus der Satzung zur Gründung der "Friedensklasse des Ordens pour le mérite".)

Nach dem Ende der Monarchie 1918 verbot die Verfassung der Weimarer Republik dem Staat, Orden jeglicher Art zu verleihen. Die Tradition wurde aber in der Form einer "freien Vereinigung hervorragender Gelehrter und Künstler" weitergeführt. In dieser Zeit wurden Käthe Kollwitz als erste Frau und Albert Einstein als erster Jude in den Kreis aufgenommen. Während des Nationalsozialismus ist den jüdischen und anderen unliebsamen Trägern die Auszeichnung aberkannt worden. Nach dem Zweiten Weltkrieg nahm der damalige Bundespräsident Theodor Heuss 1952 die Tradition des Ordens wieder auf.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 22.11.2017.