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2018 ein wegweisendes Jahr

Kulturzentrum im Aufbau

Die Fertigstellung des Humboldt Forums rückt näher. "[laut] die Welt hören": die aktuelle Ausstellung in der Humboldt-Box macht die konzeptionelle Idee deutlich. Auch baulich geht es voran: Zum Jahresbeginn stellte die Stiftung Humboldt Forum Berlin die Fortschritte und die weitere Planung vor.

Carl Stumpf (r.) und Georg Schünemann (m.) mit tatarischen Musikern bei einer Walzenaufnahme im Kriegsgefangenenlager Frankfurt/O. "[laut] Die Welt hören": Tatarische Musiker bei der Aufnahme: Klänge bewegen uns kulturen- und zeitübergreifend. Foto: Ethnologisches Museum/Staatliche Museen zu Berlin

Zum Jahresbeginn gab die Stiftung eine Pressekonferenz zum Stand der Dinge. Auf der Baustelle des deutschlandweit größten Kulturprojekts des Bundes sind die Arbeiten weiter voran geschritten. War am "Tag der Baustelle" vergangenen Juni nur ein "Muster-Stück" zu sehen, sind die historischen Fassaden mittlerweile in weiten Teilen rekonstruiert, finanziert auch durch Spenden. Bis Juni werden alle fertiggestellt sein. Dann wird sich das Schloss ohne Gerüst in seiner ganzen barocken Pracht präsentieren.

Südseeboote müssen durchs Fenster

Ein weiterer Meilenstein wird mit dem Umzug der Exponate der Häuser aus dem Berliner Süden erreicht. Ab Ende Mai bis August sollen die Sammlungen aus dem Ethnologischen Museum und dem Museum für Asiatische Kunst in die Mitte Berlins transportiert werden. Damit alle reibungslos läuft, muss der Bauablauf entsprechend angepasst werden. Hauptaugenmerk liegt auf den bekanntesten und auch größten Stücken, die als Ganzes in ihren Ausstellungsräume gehievt werden müssen: die Boote und Häuser der Bewohner von Südseeinseln, ebenso die Höhlenmalereien der Seidenstraße.

Bis vier Millionen Besucher jährlich geplant

Ein neues Kulturzentrum dieser Größe aufzubauen, ist baulich und organisatorisch eine Herausforderung. Die Stiftung rechnet mit 3 bis 4 Millionen Besuchern pro Jahr, geplant sind 1.000 Veranstaltungen pro Jahr. Das Projekt liegt bisher im Zeit- und Kostenplan. Ende 2019 soll es betriebsbereit sein. In den ersten drei Jahren nach Eröffnung soll der Eintritt für die Dauerausstellungen und die Bildungsangebote frei sein. Das hat Kulturstaatsministerin Grütters mit dem Bundesfinanzminister vereinbart.

Vielfältiges kulturelles Erlebnis

Ambitioniert ist auch die Planung des Kulturbetriebs. Ausstellungen, Performances, Filme, Fachtagungen, Workshops: Mit einem umfangreichen Programm wird sich das Humboldt Forum ab 2018, bereits vor der Eröffnung, vernetzen: lokal, national und international. Global ist der Fokus etwa beim Projekt "Welche Zukunft", einer Koproduktion mit dem Deutschen Theater. 2017 entwarfen Wissenschaftler und Theaterleute ein Zukunftsszenario. Im April werden die Ereignisse und Probleme im Symposium "Der nächste Staat?" diskutiert.

Die Welt als Ganzes hören: [Laut] in der Humboldt-Box

Für den Kulturvorstand gibt das Programm schon einen Ausblick, welch große kulturelle Vielfalt ab 2019 im Berliner Schloss zu erleben sein wird. Beispielhaft dafür sind die Ausstellungen in der Humboldt-Box. Seit 22. März läuft dort die Schau "[laut] Die Welt hören". Sie widmet sich den unterschiedlichen Musikkulturen. Denn: Entfaltet sich die Welt als Ganzes nicht erst durch Schall, Ton, Musik und Sprache? Das Berliner Phonogramm-Archiv des Ethnologischen Museums und das Lautarchiv der Humboldt-Universität präsentieren ihre Tonaufnahmen. Die letzte Ausstellung geliebt, geschützt, gefährdet" beleuchtete die unterschiedlichen Aspekte des Schutzes von Kindern, zählte rund 88.000 Besucher.

Donnerstag, 22. März 2018