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Europäisches Kulturerbe-Siegel

Mit einem Europäischen Kulturerbe-Siegel, das von allen Mitgliedstaaten getragen wird, zeichnet die Europäische Union seit 2014 Stätten aus, die für die Geschichte oder die Ideale der europäischen Einigung besonders wichtig sind.

Mit dem europäischen Kulturerbe-Siegel sind in Deutschland zuletzt die "Stätten der Reformation" und die "Stätten des Eisernen Vorhangs" – beide als Verbund – ausgezeichnet worden.

Die "Stätten der Reformation" bestehen aus 20 Einzelstätten, zum Beispiel der Wartburg in Eisenach oder dem Luther-Geburtshaus in Eisleben. Die Koordinierung erfolgt durch die Stiftung Luthergedenkstätten. Die "Stätten des Eisernen Vorhangs" sind ein Verbund von 12 Einrichtungen, zum Beispiel die Gedenkstätte Berliner Mauer oder die Nikolaikirche in Leipzig. Sie stehen symbolisch für Entstehung, Existenz und Überwindung von Mauer und Stacheldraht.

Stärkung der europäischen Identität

Mit dem Siegel soll das gemeinsame europäische Kulturerbe hervorgehoben werden, um das Zugehörigkeitsgefühl der europäischen Bürger zur Union zu stärken und den interkulturellen Dialog anzuregen. Außerdem spielt das Kulturerbe insbesondere durch den Kulturtourismus eine wichtige Rolle in der wirtschaftlichen Entwicklung der europäischen Regionen, die von einer Aufwertung ihres Kulturerbes nur profitieren könnten.

Kriterium der Auszeichnung ist nicht die Schönheit oder die architektonische Qualität der jeweiligen Kulturerbestätte, sondern ihr besonderer Wert für Europa. Mit diesem europäischen Schwerpunkt unterscheidet es sich auch vom Unesco-Welterbe-Siegel. Im Unesco-Weltkulturerbe ist das Kultur- und Naturerbe erfasst, das für die ganze Menschheit historischen Wert hat.

Die Zielsetzung des europäischen Siegels liegt nicht in erster Linie in der Erhaltung der ausgezeichneten Stätten. Vielmehr sollen Information und Kommunikation verstärkt werden. Vor allem für junge Menschen wird eine bessere Vermittlung, zum Beispiel durch Bildungsmaßnahmen, angestrebt.