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Deutsch-französische Kulturprojekte

Frankreich ist Deutschlands engster und wichtigster Partner in Europa. Mit keinem anderen Land gibt es in vielen Bereichen eine so enge Zusammenarbeit. Dies gilt ganz besonders für die Kultur.

Schloss Genshagen in Brandenburg Schloss Genshagen: Begegnungsstätte für Kulturschaffende aus beiden Ländern Foto: Bundesregierung / Fassbender

Auf deutscher Seite verfolgen Bund und Länder gemeinsam das Ziel, die deutsch-französischen Kulturbeziehungen weiter zu entwickeln und zu intensivieren. Dabei arbeiten das Auswärtige Amt, die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) und der oder die Bevollmächtigte für die deutsch-französische kulturelle Zusammenarbeit als Vertreter der Länder partnerschaftlich zusammen. Bei den deutsch-französischen Ministerräten stehen regelmäßig Kultur und Medien auf der Agenda.

Fernsehen und Film

In den Bereichen Film und Fernsehen arbeiten beide Länder besonders eng zusammen. Die Gründung des gemeinsamen Kultursenders "Arte" unter Bundeskanzler Kohl und Staatspräsident Mitterrand 1991 war ein Meilenstein in den deutsch-französischen Beziehungen.

Im Rahmen des "Mini-Traité", des deutsch-französischen Fonds für gemeinsame Filmproduktionen, werden seit 2001 jährlich drei Millionen Euro für die Herstellung deutsch-französischer Koproduktionen bereitgestellt. Die Anzahl der deutsch-französischen Koproduktionen konnten seit der Unterzeichnung des Abkommens vor 13 Jahren deutlich gesteigert werden. Angesichts dieser Erfolgsgeschichte ist das Mini-Traité um eine Projektentwicklungsförderung erweitert worden. Seit Januar 2015 stehen dafür zusätzlich insgesamt 200.000 Euro zur Verfügung.

Die deutsch-französische Filmakademie fördert die filmische Zusammenarbeit beider Länder. Das deutsch-französische Filmtreffen, das im nächsten Jahr sein 15-jähriges Jubiläum feiern wird, ermöglicht es französischen und deutschen Produzenten, Erfahrungen auszutauschen und Kontakte zu knüpfen.

Im "Atelier Ludwigsburg-Paris", das ebenfalls seit über zehn Jahren besteht, wird Deutschen und Franzosen in einem einjährigen Weiterbildungsprogramm umfangreiches, praxisbezogenes Wissen über die europäische Filmwirtschaft vermittelt.

Deutschland und Frankreich haben sich zudem in entsprechenden Abkommen verpflichtet, nicht nur Koproduktionsvorhaben, sondern auch den Absatz französischer oder deutscher Filme zu fördern. Mit Erfolg: In den letzten Jahren ist es immer wieder gelungen, das Publikum in Frankreich für deutsche Filme und in Deutschland für französische Filme zu begeistern.

Netzwerk des künstlerischen Austauschs

Längerfristige Kooperationen haben sich auch im Bereich der Museen, Theater, Bibliotheken und Archive entwickelt und dauerhaft bewährt. Die "Cité des Arts" in Paris, "Schloss Solitude" bei Stuttgart und die "Stiftung Genshagen" bieten Künstlerresidenzen an. Der Galerienaustausch Paris – Berlin fördert den Austausch der Kunsthändler.

Gemeinsam fördern die BKM und das französische Ministerium für Kultur und Kommunikation die Verbreitung der Werke junger Autorinnen und Autoren im Nachbarland. Dazu haben sie 2010 den Franz-Hessel-Literaturpreis ins Leben gerufen, der alljährlich von der Villa Gillet und der Stiftung Genshagen ausgerichtet wird. Er soll dazu beitragen, den literarischen und intellektuellen Dialog zwischen Deutschland und Frankreich zu vertiefen.

Durch den Deutschen Übersetzerfonds werden deutsch-französische Übersetzungswerkstätten unterstützt. Im vergangenen Jahr konnten mit dessen Hilfe Werke von knapp 15 französischen Autorinnen und Autoren aus allen Jahrhunderten ins Deutsche übersetzt werden.

Mit dem Deutsch-Französischen Journalistenpreis werden seit 1983 Autorinnen und Autoren sowie Redaktionen ausgezeichnet, die sich mit der Verständigung zwischen Deutschland und Frankreich befassen.

Hinzu kommen Projekte wie der "Impuls Neue Musik", mit dem Kooperationsprojekte in der zeitgenössischen Komposition gefördert werden. Das Projekt "Transfabrik" führt deutsche und französische Theater zusammen.

Ort der Begegnung: Die Stiftung Genshagen

Eine wichtige Rolle im deutsch-französischen Dialog spielt die Stiftung Genshagen. Das "Berlin-Brandenburgische Institut für die Zusammenarbeit von Deutschland, Frankreich und Polen" wird vom Land Brandenburg und von der Kulturstaatsministerin gemeinsam getragen.

Die Stiftung Genshagen versteht sich als Forum für den Dialog zwischen Politik und Zivilgesellschaft. Dass sie bei ihren Aktivitäten das Nachbarland Polen mit einbezieht, entspricht nicht nur ihrer geographischen Lage, sondern vor allem der Idee des "Weimarer Dreiecks".  

Kunst- und Kulturvermittlung in Europa ist seit 2009 ein Schwerpunkt der Stiftung. Sie ergänzt den in ihrem Profil bereits fest verankerten "Europäischen Dialog". Die Stiftung ist seither noch stärker als bisher ein Ort der Begegnung und zwar für Kulturschaffende, Interessierte aus den Bereichen Literatur, Kunst und Musik und insbesondere für Akteure der Kulturvermittlung.

Durch Kunst- und Kulturprojekte sollen vor allem junge Menschen aus den Ländern Frankreich, Polen und Deutschland die Chance zum gegenseitigen Austausch erhalten. Die Stiftung Genshagen veranstaltet deshalb neben politischen Fachkonferenzen auch internationale Jugendtreffen. 

www.stiftung-genshagen.de

Deutsch-Französische Initiativen für Europa

Deutsche und Franzosen sind sich darin einig, dass die Kultur in ihrer Vielfalt die Basis unserer gemeinsamen Identität als Europäer ist. Um Europa als gemeinsamen Kulturraum zu stärken, verfolgen beide Länder eine Reihe von Vorhaben.  

Bei der Digitalisierung von Kulturgut arbeiten Deutschland und Frankreich eng zusammen. Gemeinsam sind sie die treibende Kraft der Europäischen Digitalen Bibliothek "Europeana" mit den meisten Inhalten und dem größten Finanzierungsanteil.

In Fragen des Urheberrechts ist die Abstimmung besonders eng. Es ist das gemeinsame Anliegen, im europäischen Rahmen den Schutz des Urhebers auch im Internet zu verbessern.

Bereits erfolgreich umgesetzt wurde das Unesco-Übereinkommen zur kulturellen Vielfalt. Deutschland und Frankreich hatten sich gemeinsam für das Übereinkommen eingesetzt. Es soll die Vielfalt der Kulturen und damit das Recht auf eine eigenständige Kulturpolitik schützen.

Dieser Beitrag wurde zuletzt aktualisiert am 25.1.2016.