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Preisverleihung

Merkel erhält Lord-Jakobovits-Prize

Die Europäische Rabbinerkonferenz hat Bundeskanzlerin Angela Merkel den Lord Jakobovits Prize of European Jewry verliehen. Damit wird sie für ihre "Bemühungen für eine gemeindeübergreifende Eintracht in ganz Europa" und "für ihre herausragenden Beiträge zur Förderung von Toleranz und Verständnis" ausgezeichnet.

Angela Merkel bei der Preisverleihung in der Großen Synagoge in Brüssel Bundeskanzlerin Merkel erhält "Lord Jakobovitz Prize of European Jewery" Foto: Bundesregierung/Kugler

Mit der Verleihung des Preises in Brüssel würdigte die Europäischen Rabbinerkonferenz besonders die "starke Unterstützung für die deutsche jüdische Gemeinde und die entschiedene Bekämpfung von Antisemitismus in ganz Europa" durch die Bundeskanzlerin.

Die Auszeichnung ist nach Lord Immanuel Jakobovits benannt. Er war Präsident der Konferenz der Europäischen Rabbiner und Oberrabbiner der Vereinigten jüdischen Gemeinden Großbritanniens. Er verstarb 1999.

Der Preis wurde 2012 gestiftet. Der erste Preisträger ist der ehemalige Präsident des Europäischen Parlaments, Jerzy Buzek.

Respekt vor religiösem Brauchtum

Die Verleihung des Preises an die Bundeskanzlerin begründet die Rabbinerkonferenz weiterhin damit, dass "Bundeskanzlerin Merkel eine angemessene Lösung fand, die die religiösen Praktiken sowohl der jüdischen als auch der muslimischen Gemeinden in Deutschland schützt. Dieses wurde mit Erleichterung und Dankbarkeit durch die Glaubensgemeinschaften in Deutschland, Europa und der Welt aufgenommen."

Damit bezieht sich die Rabbinerkonferenz auf ein Urteil des Landgerichts Köln vom Mai 2012. Dieses hatte die Auffassung vertreten, bei einer Beschneidung handele es sich trotz Einwilligung der Eltern um eine rechtswidrige Körperverletzung. Das Urteil hatte viele jüdische und muslimische Eltern verunsichert. Nach dem Grundgesetz haben Eltern das Recht auf Erziehung. Sie können sämtliche Fragen entscheiden, die ihre Kinder betreffen. So auch eine Beschneidung des Sohnes nach Regeln der ärztlichen Kunst.

Vor diesem Hintergrund entschied sich die Bundesregierung, die Beschneidung von Jungen im elterlichen Sorgerecht zu regeln. Das "Gesetz über den Umfang der Personensorge bei einer Beschneidung des männlichen Kindes" ist seit dem 28. Dezember 2012 in Kraft.

Auszeichnung als Ansporn

Kanzlerin Merkel bedankte sich für die Auszeichnung und sagte zu, sich weiter für den Kampf gegen Rassismus in Deutschland und Europa einzusetzen.

"Auch das geringste Verständnis für Antisemitismus, für politischen Extremismus oder für Gewalt im Namen einer Religion ist fehl am Platze." Anderenfalls zerbreche unsere Freiheit Stück für Stück. Freiheit sei immer und überall neu zu verteidigen, so die Bundeskanzlerin.

Vielfalt und ein gedeihliches Miteinander lebten von Toleranz. "Toleranz ist die Seele dieses Europas der Einigkeit", betonte Merkel. Wenn man sich in Deutschland, aber auch in anderen europäischen Ländern umschaue, dann wisse man, dass es noch viel zu tun gebe. Dafür sei ihr die Auszeichnung ein Ansporn.

Im Jahre 2012 hatte Merkel den Heinz-Galinski-Preis der Jüdischen Gemeinde zu Berlin erhalten. Sie wurde dafür geehrt, dass sie sich beim Aufbau und Erhalt jüdischen Lebens in der Gesellschaft engagiert und öffentlich für Israel eintritt.

Donnerstag, 23. Mai 2013