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Biologische Vielfalt

Tiere und Pflanzen brauchen Schutz

Die Vielfalt der Tier- und Pflanzenarten ist weiterhin bedroht. Das geht aus dem Rechenschaftsbericht 2013 zur Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt hervor. Das Bundesumweltministerium hat den Bericht im Kabinett nun vorgestellt.

Europäischer Fischotter Fischotter: Lange bedroht - doch nun hat sich ihr Bestand erholt Foto: picture alliance / Reiner Bernhard

Es gibt viele Bemühungen zum Schutz der Tier- und Pflanzarten, doch nicht alle Ziele konnten erreicht werden. Erfolge zeigen sich beispielsweise bei der Reduzierung der Stickstoffüberschüsse der Landwirtschaft oder bei der nachhaltigen Forstwirtschaft. Zudem wird stärker vermieden, dass Flächen zugebaut werden.

Doch um die Zielwerte für die Jahre 2015 oder 2020 zu erreichen, bedarf es zusätzlicher Anstrengungen. So gilt es zum Beispiel, den Rückgang der Vielfalt wildlebender Arten aufzuhalten. 

Bundesregierung kommt Berichtspflicht nach

Mit dem Rechenschaftsbericht kommt die Bundesregierung erstmals der Berichtspflicht nach, die sie in der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt selbst verankert hat. Auf fast 200 Seiten legt sie dar, wie weit man auf dem Weg zum Schutz der biologischen Vielfalt und zu ihrer nachhaltigen Nutzung in Deutschland und weltweit gekommen ist. Zudem zeigt sie, wo weiterer Handlungsbedarf besteht.  

Viele Ziele wurden erreicht oder sind "im Zeitplan". Der Bericht zeigt aber auch, dass es bei manchen Zielen sehr schwierig wird, sie fristgemäß zu verwirklichen. Dort sind die Anstrengungen besonders groß.

Erfolge bei der Sicherung der Artenvielfalt

Trotz intensiver Bemühungen auf allen politischen Ebenen ließ sich der Rückgang der heute vorhandenen Vielfalt wildlebender Arten bis 2010 nicht aufhalten.  

Aber bei einzelnen Arten gibt es positive Entwicklungen:

  • Bei den Tieren konnte beispielsweise bei Fischottern, Bibern, Seeadlern und Kranichen eine Bestandsverbesserung festgestellt werden. 
  • Bei Pflanzen wie Enzian- und Orchideen-Arten, Arnika und Gelber Narzisse konnten die Bestände stabilisiert werden. 

Generell sind viele Maßnahmen der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt bereits gestartet. Doch die positiven Wirkungen lassen häufig auf sich warten. Ein Grund dafür ist, dass Bestände von Tier- und Pflanzenarten sowie Biotope lange Zeit brauchen, um sich zu regenerieren. Erfolge können sich so erst mit erheblicher Verzögerung zeigen.  

Engagement für die Natur lohnt sich

Die Bundesregierung wird auch weiterhin für Leben, Natur und Vielfalt werben. Es bleibt eine wichtige Aufgabe, Menschen zu überzeugen, dass ein Engagement für die biologische Vielfalt lohnt und zur Lebensqualität beiträgt. Nur wenn dies gelingt, wird es den notwendigen Rückhalt geben, um dem Schutz biologischer Vielfalt, Natur und Landschaften in Politik, Wirtschaft und in der eigenen Lebensgestaltung Gewicht zu geben. 

Bedeutung haben auch die Beschlüsse zur Energiewende: Die Zunahme erneuerbarer Energien muss mit dem Erhalt der biologischen Vielfalt in Einklang gebracht werden. Erfolge sind hier bereits zu verzeichnen: Es gelten die Nachhaltigkeitsverordnungen zur Bioenergieerzeugung und die Neufassung der Förderung im EEG.

Darin wird die Förderung von Strom aus Offshore-Windenergieanlagen in bestimmten Schutzgebieten ausgeschlossen, ebenso wie die Förderung von Photovoltaik-Freiflächenanlagen in Nationalparks und Naturschutzgebieten. 

Mehr Schutz für die Natur gewährleistet auch die vom Bundeskabinett beschlossene Kompensationsverordnung. Werden Natur und Landschaft zum Beispiel durch den Bau von Straßen, Windkraftanlagen oder Stromtrassen beeinträchtigt, muss dieser Eingriff an anderer Stelle ausgelichen werden.

"Die Verordnung zeigt: Die Energiewende und der Naturschutz sind keine Gegensätze. Die Regelungen tragen zur Wahrung des Naturhaushaltes und des Landschaftsbildes bei, ohne die Energiewende auszubremsen", sagte Bundesumweltminister Peter Altmaier.

Biologische Vielfalt ist von internationaler Bedeutung 

Herausforderungen für die weitere Umsetzung der Nationalen Strategie zur biologischen Vielfalt ergeben sich auch aus der internationalen und europäischen Politik zur biologischen Vielfalt. Beispiele sind die Gemeinsame Agrarpolitik und die Gemeinsame Fischereipolitik der EU.

Die Bundesregierung hat in den Verhandlungen für die Zeit nach 2013 engagiert Belange der biologischen Vielfalt eingebracht. Diese Verhandlungen sind aber noch nicht abgeschlossen. 

Die Nationale Strategie greift auch den 2010 beschlossenen Strategischen Plan der "Convention on Biological Diversity" (CBD) für die Zeit bis 2020 auf. Ein zentraler Diskussionspunkt ist die Finanzierung von Maßnahmen für die biologische Vielfalt.

In diesem Zusammenhang hat die Zusage von Bundeskanzlerin Angela Merkel auf der 9. Vertragsstaatenkonferenz der CBD 2008 große Bedeutung. Sie hatte erklärt, Deutschland werde für den Zeitraum 2009 bis 2012 zusätzlich 500 Millionen Euro und ab 2013 jährlich dauerhaft 500 Millionen Euro für die Erhaltung von Wäldern und anderen Ökosystemen weltweit bereitstellen.

Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt

1992 wurde in Rio de Janeiro das Übereinkommen über die biologische Vielfalt beschlossen und von Deutschland unterzeichnet.

2007 beschloss die Bundesregierung eine Nationale Strategie zur biologischen Vielfalt, um alle staatlichen und nichtstaatlichen Akteure zu mobilisieren und deren Aktivitäten zu bündeln. Der Rückgang der biologischen Vielfalt in Deutschland sollte gestoppt und anschließend in einen positiven Trend umgekehrt werden. 

Mittwoch, 24. April 2013