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Energiewende im Überblick

Das Ziel der Energiewende ist es, das Zeitalter der erneuerbaren Energien so schnell wie möglich zu erreichen. Und gleichzeitig den Preis für Strom bezahlbar zu halten.

Energiegewinnung umgestalten zum Wohle aller

Künftig werden die erneuerbaren Energien vor allem die Kernkraft ersetzen, aber auch Kohle als Energieträger. Nach der Reaktorkatastrophe in Fukushima in 2011 hat die Bundesregierung das Energiekonzept fortentwickelt und den Ausstieg aus der Kernkraft beschleunigt. Stufenweise geht seit dem ein Kernkraftwerk nach dem anderen vom Netz, zuletzt Ende 2017 Block B des Atomkraftwerks Gundremmingen. Bis Ende 2019 werden das Kernkraft werk Philippsburg 2 und bis Ende 2021 die Kernkraftwerke Grohnde, Gundremmingen C und Borkdorf vom Netz gehen. Die drei jüngsten Anlagen Isar 2, Emsland und Neckarwestheim 2 werden spätestens Ende 2022 abgeschaltet.

Statt dessen wird der Energieanteil an der Stromerzeugung aus Sonne, Wind & Co. rasch ausgebaut werden. Schon heute sind sie die Nummer 2 im Strommix mit über 33 Prozent. So wird die Energieversorgung umweltfreundlich.

Die Energiewende soll zum anderen über eine höhere Energieeffizienz erreicht werden. Vor allem beim Heizen von Wohnraum und bei der Mobilität gibt es Möglichkeiten, Energie einzusparen. Die Bundesregierung fördert daher Gebäudesanierungen und Elektroautos und hat bei den Förderprogrammen noch einmal nachgelegt. Zuletzt mit der Einführung der Kaufprämie für Elektroautos.

Die Umstellung der Energieversorgung auf erneuerbare Energieträger geht mit einem Strukturwandel einher:

  • Es gibt mehr und kleinere Anlagen als bisher, vor allem sind sie dezentral über das ganze Land verstreut vorzufinden. Eine Herausforderung für die Transportnetze des so erzeugten Stroms. Deswegen ist es wichtig, dass die überregionalen Übertragungsnetze und die Verteilnetze entsprechend zügig ausgebaut werden.
  • Sonne, Wind & Co. erzeugen Energie unbeständiger als fossile Großkraftwerke, weil die Produktion jeweils abhängig vom Wetter ist. Deshalb muss die Energie aus Spitzenzeiten geschickt verteilt und/oder gespeichert werden, um auch bei Flaute hinreichend Energie anbieten zu können. Speicher und intelligente Netze müssen dazu weiterentwickelt werden. Für dennoch ungedeckten Bedarf muss es flexible Kraftwerke geben, die schnell hochgefahren werden können.

Förderung nach dem Wettbewerbsprinzip

Das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) bleibt das wichtigste Instrument für den Ausbau der erneuerbaren Energien. Schon jetzt sind Wind- und Wasserkraft, Photovoltaik und Biomasse darüber zu einem wichtigen Baustein im Strommix von über 33 Prozent geworden.

Künftig soll sich der Ausbau auf die kostengünstigen Technologien konzentrieren. Das EEG in seiner zuletzt novellierten Fassung von 2017 passt die zu fördernden Mengen mehr an dem Bedarf an. Das geschieht mit einem geänderten Vergütungssystem. In einer Auktion - im Wettbewerb der Anbieter untereinander - wird für den größten Teil der neuen erneuerbaren Energie-Anlagen nunmehr die Förderhöhe ermittelt.

Zu einem flexiblen Strommarkt

Der Ausbau der erneuerbaren Energien führt dazu, dass sich viele Kohle- und Gaskraftwerke weniger rentieren als früher. Denn ihr Strom wird nicht immer nachgefragt. Zugleich sind sie aber als "doppeltes Netz" unverzichtbar, nämlich in Zeiten, in denen weder Sonne noch Wind Strom liefern.

Da setzt das neue Strommarktgesetz an. Es ermöglicht Wettbewerb von flexibler Erzeugung, flexibler Nachfrage und flexiblen Speichern. Wer Strom am Markt verkauft, muss dieselbe Menge zuvor beschaffen und sodann ins Netz einspeisen.

Netze gut planen

Noch sind die deutschen Stromnetze nicht flächendeckend auf den Transport des Stroms aus erneuerbaren Energien ausgelegt. Auf der Plattform Energienetze erarbeiten die wesentlichen Interessenvertreter - Netzbetreiber, Bundes- und Länderinstitutionen sowie Verbände - gemeinsam Lösungsvorschläge zum Netzausbau und zur Modernisierung der Stromnetze.

Bei allen Veränderungen gilt dabei zuvorderst, dass der sichere Netzbetrieb erhalten werden muss. Bei den Netzentwicklungsplänen, vor allem der Netzanbindung von Offshore-Windparks, gilt zudem, dass für den Bau von Stromleitungen gesellschaftliche Akzeptanz benötigt wird. Wegen der vielen Stromanbieter, die - auch selbst im Zeitablauf - verschieden viel Strom einspeisen, bedarf es nicht zuletzt sogenannter intelligenter Netze und intelligenter Zähler. Insofern intelligent, als sie mit den Schwankungen bestmöglich umgehen können. Denn eines ist sicher: der Netzausbau richtet sich nicht an der größtmöglichen Durchlaufmenge aus. Das wäre nicht nur ineffizient, sondern schlichtweg impraktikabel.

Energie sparen und effizienter nutzen

Die Bundesregierung unterstützt Eigentümer darin, Gebäude energiesparend zu sanieren, etwa durch Wärmedämmung oder moderne Heizungsanlagen. Um die Sanierungsrate zu erhöhen, gewährt das KfW-Gebäudesanierungsprogramm Investitionszuschüsse und zinsgünstige Darlehen. Außerdem fördert das Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle Heizungsanlagen, die Wärme aus erneuerbaren Energien gewinnen.

Nach und nach erhöht die Energieeinsparverordnung zudem für Neubauten die Energiestandards. Bauherren sind damit verpflichtet, beim Bau ihres Hauses das Thema Energie im Blick zu behalten. Verpflichtend ist inzwischen auch der Energieausweis für Gebäude, der Käufer und Mieter über den Energieverbrauch der Immobilie informiert.

Eine Effizienzstrategie Gebäude für Deutschland bündelt alle Maßnahmen hierzu. Sie skizziert die Weiterentwicklung von CO2-Gebäudesanierungsprogramm, Marktanzreizprogramm, das Erneuerbare-Energien-Wärmegesetz und die Energieeinsparverordnung.

Die Bundesregierung hat darüber hinaus die Förderung der effizienten Kraft-Wärme-Kopplungs-Anlagen verstärkt. Das Kraft-Wärme-Kopplungsgesetz (KWKG) sieht ein jährliches Fördervolumen von 1,5 Milliarden Euro vor. Dabei wird gezielt die Umstellung der KWK von Kohle auf Gas gefördert.

Bei Elektrogeräten sollen die Energieräuber vom Markt genommen und Energiespargeräte schneller eingeführt werden. Verbraucher müssen leicht erkennen können, wie viel Energie ein Gerät verbraucht. Die Bundesregierung setzt sich für hohe europäische Standards und eine transparente Kennzeichnung ein. Immer mehr Elektro-Produkte sind mit Kennzeichnungen versehen, die dem Verbraucher einschätzen helfen, ob ein Gerät sparsam mit Strom umgeht oder nicht. Mit der Nationalen Top Runner Initiative unterstützt das Bundeswirtschaftsministerium Hersteller, Händler und Verbraucherverbände dabei, den Markt für energieeffiziente Geräte zu stärken.

Elektrofahrzeuge - unmittelbar sauberer

Die Bundesregierung fördert auch im Verkehrssektor den Umstieg auf abgasarme bzw. abgasfreie Fahrzeuge. Die Bundesregierung erhofft sich dadurch eine bessere Luft, vor allem in Ballungszentren. Um möglichen Käufern von Elektro- und Hybridfahrzeugen einen Anreiz zu geben, können sie hierfür eine Prämie beantragen. Diese beträgt 4.000 Euro für rein elektrische Fahrzeuge und 3.000 Euro für Plug-in-Hybride. Bund und Industrie tragen den Zuschuss jeweils zur Hälfte. Ein zusätzlicher Anreiz: Elektroautos beim Arbeitgeber aufzutanken bleibt steuerfrei. Halter von einem Elektrofahrzeug zahlen überdies mehrere Jahre lang keine Kfz-Steuer.

Weitere Anreize setzt das Elektromobilitätsgesetz: Es schafft die Grundlagen dafür, dass Städte und Gemeinden den Verkehr für Elektroautos attraktiver machen können, beispielsweise durch eigene Parkplätze mit Ladestationen und die Erlaubnis, Busspuren zu nutzen. Und ein Förderprogramm soll den Ausbau der Ladestationen für Elektrofahrzeuge deutlich voranbringen.

Die Bundesregierung setzt auf alternative Antriebe, weil sie im Sinne der Nachhaltigkeit Energie und Treibhausgase einsparen will. Dies flankiert sie mit entsprechender Förderung von Forschung und Entwicklung auf diesen Gebieten.