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Presse- und Informationsamt der Bundesregierung

Mittwoch, 24. Februar 2016

Pressemitteilung: 
56
Ausgabejahr: 
2016

Bundesvertriebenengesetz - Weiterentwicklung der Konzeption vom Kabinett verabschiedet

Das Bundeskabinett hat heute die von Kulturstaatsministerin Monika Grütters vorgelegte Konzeption zur Erforschung, Bewahrung, Präsentation und Vermittlung der Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa nach § 96 Bundesvertriebenengesetz (BVFG) "Deutsche Kultur und Geschichte im östlichen Europa: Erinnerung bewahren – Brücken bauen – Zukunft gestalten" beschlossen.

Monika Grütters erklärte: „Die Geschichte und Kultur der Deutschen im östlichen Europa sind ein elementarer Aspekt unserer Erinnerungskultur. Sie ist getragen von unseren gewachsenen Bindungen in Europa. Sie zu bewahren, zu erforschen und zu vermitteln, ist und bleibt ein wichtiges Anliegen der Bundesregierung. Wir haben dies im aktuellen Koalitionsvertrag verankert und konnten mit Hilfe des Deutschen Bundestags die dafür vorgesehenen Mittel in diesem Jahr um 22 Millionen Euro deutlich erhöhen. Sie kommen Archiven, Bibliotheken, Museen, Projekten der kulturellen Vermittlung und des Denkmalerhalts, Forschungsinstituten und Akademischen Förderprogrammen zugute.
Das Erbe der Deutschen im östlichen Europa hat nicht nur das Selbstverständnis und die kulturelle Identität der Deutschen sowie die gesellschaftliche Struktur unsere Landes mitgeprägt, sondern ist lebendiger Teil einer europäischen Beziehungsgeschichte geworden. Sie trägt die Erinnerung auch über die Erlebnisgeneration hinaus. Diese Erinnerungskultur leistet ihren Beitrag zur Versöhnung in einer derzeit ganz neuen Aktualität.“

Die Eckpunkte der Konzeption sind:

Weiterentwicklung im europäischen Geist: Im Rahmen der zur Verfügung stehenden Haushaltsmittel sollen der Projekttitel ausgebaut sowie die Sachmittel an den institutionell geförderten Einrichtungen für eine Verstärkung europäischer Kooperationen erhöht werden.

Erinnerungstransfer: Das schrittweise Verschwinden der Erlebnisgeneration von Flucht und Vertreibung fordert die weitere Professionalisierung sowie eine zeitgemäße Vermittlungs-, Bildungs- und Öffentlichkeitarbeit.

Neue Partner und Zielgruppen: Für die 4,5 Millionen seit 1950 als Spätaussiedler in Deutschland aufgenommenen Menschen soll eine angemessene Erforschung, Präsentation und Vermittlung ihrer Kultur und Geschichte durch regionale Museen und Kulturreferenten erfolgen.

Digitalisierung: Die Digitalisierung von Kulturgut ist zu einer zentralen Aufgabe der Kultureinrichtungen in Deutschland geworden. Hier besteht großes Potenzial für die Erschließung der vielfältigen Sammlungen im Förderbereich für die Wissenschaft sowie für die Vermittlung.

Die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien (BKM) fördert derzeit insgesamt 17 Kultur- und Forschungseinrichtungen sowie Bibliotheken, die die deutsche Geschichte und Kultur im östlichen Europa erforschen, präsentieren und vermitteln. Ein neuer wissenschaftlicher Schwerpunkt ist die Einrichtung von mittlerweile vier Juniorprofessuren. Im Zentrum der Förderung stehen die historischen Provinzen und Siedlungsgebiete wie beispielsweise Pommern, West- und Ostpreußen, Schlesien und die böhmischen Länder, das Baltikum, Russland und andere Nachfolgestaaten der Sowjetunion oder Siebenbürgen. Ein besonderes Augenmerk gilt dem Aufbau der Stiftung Flucht, Vertreibung, Versöhnung in Berlin.