Wirtschaftsbeziehungen

Israel - Hightech-Standort für deutsche Unternehmen

Deutschland und Israel verbindet seit Jahren eine besondere Beziehung. Israel ist für die Bundesrepublik längst nicht nur in politischer Hinsicht ein wichtiger Partner im Nahen Osten.

Heute ist Deutschland Israels zweitwichtigster Handelspartner. Und deutsche Unternehmen entdecken das Land als Hightech-Standort.

In den Neunzigerjahren des vorigen Jahrhunderts suchte die Volkswagen AG einen Standort zur Gewinnung von Magnesium. Magnesium ist gut geeignet, um das Fahrzeuggewicht und somit den klimaschädlichen Verbrauch zu minimieren. Die Volkswagen AG fand einen geeigneten Standort in Israel gefunden. Im Toten Meer kommt Magnesium in besonders hoher Konzentration vor. Deshalb gründete der deutsche Automobilhersteller mit dem Unternehmen Dead Sei Works 1996 ein Gemeinschaftsunternehmen in Israel. Darüber hinaus riefen sie ein Magnesiumforschungsinstitut ins Leben. Volkswagen investierte mehr als 250 Millionen US-Dollar.

Handelspartner Israel

Schon seit Jahren ist Deutschland nach den USA zweitwichtigster Handelspartner Israels. 2007 hat Israel aus Deutschland Waren für 2,6 Milliarden Euro eingeführt und für rund 1,6 Milliarden Euro nach Deutschland ausgeführt.

Deutschland liefert hauptsächlich hochwertig verarbeitete Produkte, insbesondere: Chemieerzeugnisse, Kunststoff- und Kautschukprodukte, Metallwaren, Maschinen aller Art, Fahrzeuge sowie Mess- und Medizintechnik.

Aus Israel importiert Deutschland in erster Linie chemische Erzeugnisse, insbesondere: Pharmazeutische Produkte, Elektrotechnik und Elektronik. Landwirtschaftsprodukte haben dagegen an Bedeutung verloren.

Investieren in Israel lohnt

Israel investiert viel in Forschung. Diese Bemühungen zahlen sich aus. Das Land verfügt heute – gemessen an seiner Bevölkerungszahl – weltweit über die höchste Wissenschaftler- und Ingenieurdichte. Die Immigrationswellen russischer Wissenschaftler in den Neunzigerjahren haben diese Entwicklung begünstigt.

Gerade der ausgeprägte Hightech-Bereich macht Israel für deutsche Investitionen attraktiv. Das Land gilt als eines der führenden Zentren auf dem Gebiet der Hochtechnologie. Ob Daimler, Siemens, Deutsche Telekom, RWE oder Bayer AG – alle investierten in großem Umfang in Israel.

Im August dieses Jahres übernahm beispielsweise die Carl Zeiss AG das israelische Unternehmen Pixer Technology. Es ist spezialisiert auf Technologien zur Fehlerkorrektur von Fotomasken zur Halbleiterproduktion. Für das deutsche Optikunternehmen ist das Engagement enorm wichtig.

"Die Übernahme von Pixer ist ein weiterer Schritt, um unsere Innovationsführerschaft langfristig und nachhaltig zu stärken und damit unser weiteres Wachstum zu sichern", so Hermann Gerlinger, Vorstandsmitglied der Carl Zeiss AG.

Bundesregierung fördert Forschungszusammenarbeit

Die deutsch-israelische Wissenschaftskooperation war Wegbereiter der diplomatischen Beziehungen. Heute existiert ein umfassendes Netzwerk gemeinsamer Aktivitäten: Auf bilateraler Ebene und seit 1996 auch im Rahmen der Forschungsprogramme der EU.

Erste Kontakte knüpften 1959 Wissenschaftler der Max-Planck-Gesellschaft mit dem israelischen Weizmann-Institute of Science im israelischen Rehovot. Seit nunmehr fast 40 Jahren wird die Zusammenarbeit von der Minerva-Stiftung betreut.

Minerva-Stiftung fördert Zusammenarbeit

Die drei Programme der Minerva-Stiftung fördern die Zusammenarbeit mit Deutschland über: Minerva-Forschungszentren an israelischen Universitäten und Forschungseinrichtungen, Stipendien für Nachwuchswissenschaftlerinnen und Nachwuchswissenschaftler sowie Projekte am Weizmann-Institute of Science in Rehovot.

Die Minerva-Stiftung bietet heute unter anderem ein Austauschprogramm für Wissenschaftler, Programme zum Aufbau von Forschungszentren und zur Einrichtung von Nachwuchsgruppen an.

So fördern die Bundesregierung und Israel seit 1986 gemeinsam Spitzenforschung in fast allen Wissenschaftsdisziplinen. Das geschieht über die Deutsch-Israelische Stiftung für wissenschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (GIF). Im Jahr 2000 hat sie ein Sonderprogramm für Nachwuchswissenschaftlerinnen und -wissenschaftler ins Leben gerufen. 2007 stockten beide Länder das Stiftungskapital um 50 Millionen Euro auf insgesamt 210 Millionen Euro auf.

"Forscher in Israel sind hoch attraktive Kooperationspartner für Wissenschaftler in Deutschland", begründet Thomas Rachel, Parlamentarischer Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, das Engagement. "Sie arbeiten auf Weltklasseniveau, sind international sehr renommiert und oft auch nobelpreisträchtig."

Wissenschaftsjahr 2008

Seit April 2008 läuft das deutsch-israelische Jahr der Wissenschaft und Technologie. "Mit dem Wissenschaftsjahr wollen wir wichtige Impulse geben, um die bestehende Zusammenarbeit zu intensivieren und die Grundlage für weitere vertrauensvolle Kooperationen zu legen", sagte Bundesforschungsministerin Annette Schavan bei der Auftaktveranstaltung in Berlin.

Ein Ziel ist, die sehr guten Forschungsbeziehungen zwischen Deutschland und Israel auch in der nächsten Generation fortsetzen zu können.