Zusätzliche Altersvorsorge auf sicherem Fundament

Wer kennt das nicht: Infobriefe der eigenen Bank über Vorsorgemöglichkeiten für das Alter flattern regelmäßig in den Briefkasten. Die Versicherung hat auch schon mehrfach angerufen, um über Möglichkeiten der Riester-Rente zu sprechen. Unterdessen haben die Angesprochenen das Gefühl, tatsächlich etwas tun zu müssen, wenn der Lebensstandard auch im Alter gewahrt bleiben soll.

Die Ereignisse auf den Finanzmärkten zeigen, wie wichtig das Wissen um die richtige Altersvorsorge ist. Grundsätzlich gilt: Panik ist die schlechteste Ratgeberin. Es gibt auch keine Standardlösung für die Altersvorsorge. Vielmehr ist jeder und jede aufgefordert, aus den staatlichen und privaten Angeboten das individuell passende Paket zu schnüren.

Verständlich, neutral und ohne Panikmache

Also gilt es, sich kompetent und unabhängig beraten zu lassen. Die Bildungsinitiative der Bundesregierung "Altersvorsorge macht Schule" setzt genau hier an. In Kursen an den Volkshochschulen informiert die Deutsche Rentenversicherung über die drei Säulen – die gesetzliche, die betriebliche und die private Altersvorsorge.

Wichtig ist: Sie informieren dabei verständlich, neutral und ohne Panikmache. Wo und wann der nächste Kurs in der Nähe angeboten wird, ist unter www.altersvorsorge-macht-schule.de nachzulesen.

Neu ist der 90-minütige Einstiegskurs. Er gibt einen ersten Einblick in das Thema: Was kann ich konkret von der gesetzlichen Rente erwarten? Wie hoch ist meine Versorgungslücke? Wie kann ich sie schließen? Der Einstiegkurs bietet einen schnellen Überblick und zeigt die wichtigsten Vorsorgemöglichkeiten. Die Teilnahme an diesem Kurs ist kostenlos.

Wer Expertin oder Experte in eigener Sache werden möchte, für den haben die Volkshochschulen bundesweit einen zwölfstündigen Kurs im Angebot. Dabei informieren die Referenten über Grundregeln, die bei der Geldanlage zur Altersvorsorge zu beachten sind. Kursteilnehmende erfahren auch, wie sie bei Vertragsabschlüssen das Beste für sich herausholen. Ein barer Vorteil, womit die 20 Euro Kursgebühr gut angelegt sind. Außerdem gibt es umfassende Kursunterlagen zum Mitnehmen.

Finanzielle Anreize zur zusätzlichen Altersvorsorge

Einen besonderen finanziellen Anreiz zum Abschluss eines Riester-Vertrages gibt die Bundesregierung jungen Sparern unter 25 Jahre. Denn die zusätzliche Altersvorsorge lohnt sich um so mehr, je jünger man ist. Das Problem ist: Diese Altersgruppe befasst sich am wenigsten mit ihrem Auskommen im Alter. Dem will die Bundesregierung deshalb mit dem Berufseinsteigerbonus von einmalig 200 Euro entgegenwirken.

Eine Grundzulage von 154 Euro im Jahr gibt die Bundesregierung denjenigen Riester-Sparern, die einer rentenversicherungspflichtigen Arbeit nachgehen. Das kann auch eine sozialversicherungspflichtige Arbeit neben dem Studium sein. Wer dabei mehr als 400 Euro monatlich verdient, ist immer in der gesetzlichen Rentenversicherung versichert. Wer weniger verdient, kann freiwillig Beiträge an die Rentenversicherung zahlen, um die Voraussetzungen für die Riester-Förderung zu erhalten.

Darüber hinaus gibt es für Riester-Sparer mit Kindern eine Kinderzulage. Für jedes vor 2008 geborene Kind gibt es 185 Euro jährlich, für jedes ab 2008 geborene 300 Euro.

Geschützt: die Altersvorsorge mit Riester

Bei der Riester-Rente stehen jedem einzelnen Sparer zu Beginn der Auszahlungsphase mindestens die eingezahlten Beträge inklusive der staatlichen Zulagen für die Rente zu. Das ist der besondere Schutz. Denn hierzu müssen sich die Anbieter - Banken, Fondsgesellschaften und Versicherungen - vertraglich verpflichten. Nur Verträge, die diese Selbstverpflichtung enthalten, erhalten von der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) die Zertifizierung.

Die einzelnen Riester-Sparer sind zusätzlich dadurch abgesichert, dass ihre Einlagen bei den Anbietern im Konkursfall geschützt sind: Im Bankenbereich durch das Einlagensicherungs- und Anlegerentschädigungsgesetz. Außerdem greift ein bewährtes System der freiwilligen Sicherungseinrichtungen. Das hat bis heute den Inhabern von Spareinlagen einen vollumfänglichen Schutz gewährt.

Anlagen in Investmentfonds sind konkurssicher, da das Vermögen der Anleger in einem eigenständigen Sondervermögen verwahrt wird. Im Versicherungsbereich besteht der zusätzliche Schutz darin, dass die Verträge der Kunden im Falle einer Pleite des Versicherungsunternehmens von einem gesetzlichen Sicherungsfonds, der Protektor Lebensversicherungs-AG, fortgeführt werden.

Betriebliche Vorsorge genießt Schutz

Auch die betriebliche Altersversorgung ist sicher. Anders als in vielen anderen europäischen Ländern und den USA steht hier immer das Unternehmen für die Erfüllung seines Betriebsrentenversprechens ein.

Werden Betriebsrenten unmittelbar vom Unternehmen zugesagt oder durch eine Unterstützungskasse organisiert, sind sie über den Pensions-Sicherungs-Verein gegen Insolvenz geschützt. Bei Zahlungsunfähigkeit des Unternehmens zahlt also der Sicherungs-Verein die Rente weiter.

Betriebsrentenzusagen aus Pensionsfonds, -kassen oder Direktversicherungen sind dadurch geschützt, dass sich die Deckungsmittel nicht beim Arbeitgeber befinden. Sie befinden sich vielmehr bei externen Trägern, die wiederum der Aufsicht durch die BaFin unterliegen. Hinzu kommt: Pensionskassen und Direktversicherungen dürfen die Mittel, die sie zur Verfügung haben, nur nach konservativen Kriterien am Kapitalmarkt anlegen. Pensionsfonds sind hier zwar freier, unterliegen deshalb aber dem zusätzlichen Schutz durch den Pensions-Sicherungs-Verein. Direktversicherungen unterliegen zusätzlich noch dem Schutz durch "Protektor".