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Landwirtschaft

Deutschland braucht bäuerliche Familienbetriebe

Familiengeführte Höfe zu stärken - das ist das Ziel der Bundesregierung. Es gehe darum, Bedingungen zu schaffen, "unter denen auch mittlere Milchviehbetriebe gut existieren können", sagte Kanzlerin Merkel. Am Donnerstag besuchte sie einen Milchviehhof in Schleswig-Holstein.

Bundeskanzlerin Angela Merkel im Gespräch beim Besuch des Milchviehbetriebs von Familie Trede in Nienborstel. Familie Trede mit Kanzlerin Merkel in Nienborstel: "Ein wirklich nettes Gespräch." Foto: Bundesregierung/Denzel

Nienborstel – ein Dorf bei Rendsburg. Der Hof von Ursula und Rolf Trede – seit 1787 in Familienhand. Es ist eine Idylle. Aber Milchbauern wie die Tredes stehen auch vor großen Herausforderungen, vor allem wegen des schwankenden Milchpreises. Bundeskanzlerin Angela Merkel hat den Hof am Donnerstag besucht und damit die Bedeutung der familiengeführten bäuerlichen Landwirtschaft unterstrichen.

Wirtschaftskraft auf dem Land stärken

"Ich bedanke mich ganz herzlich, dass Sie mir Einblick gegeben haben. Das war sehr beeindruckend", sagte Merkel. Die Liebe zu den Tieren und der Wunsch, etwas zu schaffen, würden den landwirtschaftlichen Beruf ausmachen - bei Familie Trede bereits in der siebten Generation.

Ursula Trede hatte die Kanzlerin während einer Fernsehsendung 2017 nach Schleswig-Holstein eingeladen. Jetzt folgte Merkel der Einladung. Die Bäuerin führte sie über ihren Hof mit 140 Tieren, zeigte ihr das Weideland, den Kälberstall und den modernen Melkroboter, den die Tredes vor Kurzem angeschafft haben. Sie wolle der Kanzlerin, "von der Basis aus darstellen, wo unsere Probleme sind", hatte Trede gesagt. 32 Cent bekommt der Betrieb aktuell pro Liter Milch. Das reiche zum Überleben, aber kaum für Investitionen.

Merkel versicherte Familie Trede, stellvertretend für tausende ähnliche Betriebe in Deutschland: Es gehe darum, Bedingungen zu schaffen, die ihren Fortbestand ermöglichen "und die damit auch etwas zur Wirtschaftskraft der ländlichen Räume beitragen".

In der Milchkrise hat Politik gehandelt

Merkel betonte, die Landwirtschaft müsse unabhängiger von der Schwankung zwischen guten Zeiten und Krisen gemacht werden. Der Berufsstand müsse investieren und die Investitionen verlangten eine gewisse Nachhaltigkeit und Sicherheit für die Zukunft.

In Zeiten der Milchkrise, wie 2016, hat die Politik gehandelt und europäische und nationale Hilfsmaßnahmen zum Milchmarkt und für die landwirtschaftlichen Betriebe zügig umgesetzt. Insgesamt flossen von der EU, der Bundesregierung und den Ländern 581 Millionen Euro.

Die Bundesregierung will die ländlichen Räume und die Landwirtschaft mit zusätzlich 1,5 Milliarden Euro unterstützen.

Der Koalitionsvertrag bestätigt die herausragende Bedeutung der Milcherzeugung für die deutsche Landwirtschaft und verweist vor allem auf die flächendeckende Grünlandbewirtschaftung. Die Bundesregierung hat sich vorgenommen, Instrumente zu entwickeln, um auf schwere Krisen auf dem Milchmarkt künftig besser vorbereitet zu sein. Insbesondere die Modernisierung der Lieferbeziehungen ist hierbei ein wichtiger Schritt.

Die Kanzlerin als Taufpatin

Den Hof von Familie Trede in Nienborstel unterstützte Kanzlerin Merkel auch ganz persönlich - und zwar als Taufpatin. Ein Kälbchen, das am Morgen um 7 Uhr auf dem Hof geboren wurde, hört jetzt auf den Namen "Wirbelwind".

Donnerstag, 19. Juli 2018

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Heute aktuell:

  • EU-Bürgerdialog Über Europa im Gespräch bleiben
  • Bosnien und Herzegowina Westbalkan: Europäische Perspektive stärken
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