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Neonikotinoide

Erfolg für den Insektenschutz

"Heute ist ein guter Tag für den Schutz der Bienen", sagte Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner. Die Landwirtschaftsminister der EU-Länder haben entschieden, den Pflanzenschutz mit drei insektenschädlichen Neonikotinoiden einzuschränken.

Westliche Honigbiene im Landeanflug auf eine rote Blüte. "Ein guter Tag für Bienen", sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner. Foto: picture alliance / WILDLIFE

Drei der sogenannten Neonikotinoide (kurz: Neonics) dürfen nur noch in Gewächshäusern und nicht mehr auf Äckern genutzt werden. Deutschland hatte bereits im Vorfeld angekündigt, dafür zu stimmen.

Ein Freilandverbot sei sowohl im Interesse der Natur als auch der Landwirtschaft, denn sie sei auf die Bestäubungsleistung der Bienen angewiesen, sagte Landwirtschaftsministerin Julia Klöckner.

Bienenschädliche Neonikotinoide

Die Europäische Lebensmittelbehörde (EFSA) hatte kürzlich die Gefahren für Bienen und Hummeln durch die drei Stoffe Clothianidin, Thiamethoxam und Imidacloprid bestätigt. Bestimmte Neonics können etwa das Lernvermögen und die Orientierungsfähigkeit von Wild- und Honigbienen beeinträchtigen, sie lähmen und töten.

Für den Bienenschutz ist neben der Auswahl der richtigen Pflanzen auch ein verantwortungsbewusster und sachgemäßer Umgang mit Pflanzenschutzmitteln wichtig.

Weitreichende Einschränkung in Deutschland

Zum Schutz der Bienen ist Deutschland in der Vergangenheit über die bisher geltenden EU-Vorschriften hinausgegangen. So war die Aussaat von Mais-, Raps- und Getreide-Saatgut, das mit einem Pflanzenschutzmittel behandelt ist, das eines der drei Neonikotinoide Clothianidin, Imidacloprid oder Thiamethoxam enthält, in Deutschland bisher schon grundsätzlich untersagt.

Im Juli 2015 hatte das Bundeslandwirtschaftsministerium zudem den Handel mit und die Aussaat von Wintergetreidesaatgut, das mit bestimmten Neonikotinoiden behandelt wurde, verboten.

Alternative Pflanzenschutzmittel und Behandlungsmethoden

"Ich verstehe absolut die Bauern und deren Sorge", so Klöckner mit Blick auf Forderungen nach Verbots-Ausnahmen, etwa für den Anbau von Zuckerrüben.

Alternativen zum Einsatz von Neonikotinoiden seien mit einem höheren Aufwand verbunden. "Das wird für den ein oder anderen Landwirt nicht einfach sein. Allerdings reicherten sich die Pestizide im Boden an, mit Wirkungen auf Folgefrüchte", so Klöckner weiter.

Ohne Pflanzenschutz gehe es nicht - ob chemisch oder nicht. Bauern bräuchten Alternativen, sagte Klöckner. Die Bundesregierung wird deshalb die Erforschung von Alternativen massiv unterstützen und die Zulassungsbehörden personell verstärken. In Zusammenarbeit mit den Landwirten soll eine Ackerbaustrategie erarbeitet werden. Dies soll dazu beitragen, den Einsatz von chemisch-synthetischen Pflanzenschutzmitteln wirksam zu reduzieren.

Bundeslandwirtschaftsministerin Klöckner und Bundesumweltministerin Svenja Schulze werden zudem ein Insektenschutzprogramm auflegen.

Freitag, 27. April 2018