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Internationale Konferenz in Bonn

Gemeinsam für mehr Nachhaltigkeit

Mehr als 1.000 Teilnehmer aus rund 150 Ländern haben sich vom 21. bis 23. März auf einer Konferenz in Bonn getroffen, um Ideen für mehr Nachhaltigkeit auszutauschen. Gute Projekte sollen weltweit kopiert werden - für ein gutes, nachhaltiges Leben weltweit.

Konferenzsaal der Global Festival of Action Mehr als 1.000 Teilnehmer diskutierten beim "Global Festival of Action" über Strategien zur Nachhaltigkeit. Foto: Marion Theisen

Bis 2030 will die Weltgemeinschaft 17 nachhaltige Entwicklungsziele (SDGs) erreichen. Es geht darum, Armut und Hunger zu bekämpfen, Bildung und sauberes Trinkwasser für alle zu ermöglichen, aber auch um Maßnahmen zum Klimaschutz. Diese Ziele weltweit umzusetzen, ist eine Herausforderung.

Mehr als 1.000 Teilnehmer haben sich beim "Global Festival of Action" in Bonn mit Strategien und Beispielen zu dem Thema befasst. Experten, lokale Vertreter und Regierungsmitglieder tauschten ihr Wissen aus und gaben es weiter. Eine Rolle spielten auch Erfahrungen von Entscheidern und Innovationen aus der Privatwirtschaft.

Veranstalter der Konferenz ist das vor einem Jahr gegründete Büro zur SDG-Aktionskampagne der Vereinten Nationen in Zusammenarbeit mit dem Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (BMZ). Im Plenarsaal des ehemaligen Bundestages informierten sich die Teilnehmer in Bonn über den Stand der Dinge, erarbeiteten in Workshops neue Projektideen und schmiedeten in den Pausen Netzwerke.

Globale Vernetzung

Beim "Global Festival" der Vereinten Nationen geht es um eine weltweite Vernetzung. Die Konferenz ist Ideenschmiede und bietet Raum für Erfahrungsaustausch für Engagierte aus der ganzen Welt aus Politik, Zivilgesellschaft, Wirtschaft und Wissenschaft. Sechs Veranstaltungen laufen in mehreren Runden parallel, es gibt einen Spiele-Bereich zum Thema SDGs, zahlreiche Infostände und ein Filmfestival.

Eine kleine Warteschlange bildet sich immer wieder an der Virtual-Reality-Ecke. Dort können sich die Besucher in kurzen 360-Grad-Filmen nach Syrien, Afghanistan oder auch ins Erdbebengebiet von Nepal versetzen lassen. Die Konferenz soll ganz bewusst auch Spaß machen, so Mitchell Toomey, der Weltdirektor der Kampagne zu den nachhaltigen Entwicklungszielen. Fünf Kernbereiche aber sollen nicht aus dem Blick geraten: Innovation, Bürgerbeteiligung, Kommunikation, Mobilisierung und interessenübergreifende Zusammenarbeit.

Die SDGs bekannt machen

Sein Ziel vom vergangenen Jahr hat Mitchell Toomey fast erreicht. Er wollte es im ersten Jahr seiner Kampagne schaffen, dass 30 Prozent der Menschen weltweit die Idee der 17 SDGs kennen. Durch sie, erzählt er, erfahren es auch alle anderen.

Von guten Beispielen können andere Länder lernen. "In Thailand sind wir schon bei 87 Prozent. Da gibt es gute Werbung für die Kampagne, aber auch in den Schulen wird viel darüber gesprochen." Die Aufgabe der UN wird es jetzt sein, Erfolge und Misserfolge zu analysieren und gute Ideen weiterzutragen, aber auch die Regierungen einiger Länder noch mehr zu motivieren.

Deutsche Nachhaltigkeitsstrategie

Um die SDGs zu erreichen, hat die Bundesregierung Anfang 2017 ihre Nachhaltigkeitsstrategie neu aufgelegt. Darin benennt sie konkrete Maßnahmen, um die Ziele zu erreichen.13 Themenbereiche nimmt sie sogar zusätzlich auf: nachhaltigen Konsum und Produktion zum Beispiel, oder auch Verteilungsgerechtigkeit und gute Regierungsführung. Regelmäßig wird untersucht, inwiefern Deutschland seinen Zielen näher kommt.

Auch die 16 Bundesländer spielen bei der Nachhaltigkeitsstrategie eine wichtige Rolle. Unter Vorsitz des Bundeskanzleramtes tauschen sie sich regelmäßig über aktuelle Themen zur Nachhaltigkeit aus. Um an einem Strang zu ziehen, sind bundesweit vier regionale Netzstellen (RENN) gegründet worden. Sie sollen dabei helfen, Nachhaltigkeitsaktivitäten auf Bundes-, Länder- und kommunaler Ebene weiter auszubauen und zu vernetzen.

Erstmals Verleihung der "Action Awards"

Mit den so genannten "Action Awards" wurden beim "Global Festival" in diesem Jahr erstmals Einzelpersonen, aber auch Organisationen für ihr Engagement zur Umsetzung der Nachhaltigkeitsziele geehrt. Es gab sieben Kategorien.

• Die Gruppe "Youth SDG Action Morocco" zum Beispiel hat in der Kategorie "Mobilizer" gewonnen. Sie hat sich nach dem "Global Festival of Ideas" im vergangenen Jahr gebildet. Seitdem schaffen die Jugendlichen Austausch und Partnerschaften zwischen Regierungsbeamten, zivilgesellschaftlichen Einrichtungen und der UN-SDG-Aktionskampagne. Sie überwinden damit Barrieren und schaffen ein gutes Fundament, um die Nachhaltigen Entwicklungsziele umzusetzen.
• In der Kategorie "Includer" hat die Gruppe "Youth Power Accountability Advocates" aus Ghana gewonnen. Seit 2015 bietet die Initiative verständliche Sexual-Aufklärung (Comprehensive Sexuality Education) und hat damit bisher mehr als 1.000 Teenager in Ghana erreicht. Sie richtet sich auch an Mütter in ländlichen Gebieten. Viele der Mädchen konnten so frühe Schwangerschaften vermeiden und weiter zur Schule gehen.
• Die belgische Stadt Gent hat in der Kategorie "Communicator" den Preis bekommen. Sie hat alle belgischen Städte zum Wettbewerb herausgefordert, wer die SDGs am besten im täglichen Leben umsetzt. Die Kampagne erreichte 23 Stadtverwaltungen. 6.000 Bürger engagierten sich vor Ort, viele andere nahmen über die sozialen Medien teil.

Ob die Umsetzung der SDGs gelinge, hänge von uns allen ab, betont auch Ingolf Dietrich, der das Ministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung bei der Auftaktveranstaltung vertrat. "Die Agenda 2030 ist eine Herausforderung an die gesamte Gesellschaft, in armen und in reichen Ländern." So müsse jeder schauen, was er beitragen kann und bestimmte Mobilitäts- oder Lifestyle-Konzepte auf den Prüfstand stellen.

Global denken, lokal handeln

Die Kampagne der Vereinten Nationen für die Nachhaltigen Entwicklungsziele will als Veranstalterin des Festivals ein Bewusstsein für die Agenda 2030 schaffen und weltweit Lust auf Engagement machen. Außerdem wirbt sie für die politische Umsetzung der Ziele. Dabei hat sie selbst nur 18 Mitarbeiter weltweit, 12 davon sitzen in Bonn.

Mit dem Festival will sie einen interaktiven Raum für die neuesten Innovationen, Werkzeuge und Herangehensweisen zur Umsetzung der SDGs schaffen. Sie baut Brücken zwischen Organisationen und Einzelpersonen aus verschiedensten Fachbereichen und fördert den Aufbau von Partnerschaften. "Niemand soll zurückgelassen werden" ist das Credo von Kampagnen-Direktor Mitchel Toomey. Gute Ideen werden weitergetragen, Regierungen weiter motiviert und der Austausch weltweit gefördert, zum Beispiel auf dem nächsten Festival bei den Bonner Vereinten Nationen, im Frühling 2019.

Freitag, 23. März 2018

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