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Neubau auf Berliner Museumsinsel

Schlichte Architektur-Schönheit

Außen fertig, innen im Bau – so präsentiert sich das zentrale neue Eingangsgebäude zur Museumsinsel derzeit in Berlin. Noch in diesem Jahr will der Bund als Bauherr die Schlüssel für die James-Simon-Galerie an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz übergeben.

James Simon Galerie, im Hintergrund das Neue Museum (Dezember 2017) 20171207B004BS.jpgMuseumsinsel Die Galerie wird künftig als Eingangsgebäude Besucher der Berliner Museumsinsel in Empfang nehmen. Foto: BBR/Björn Schumann

Nach einem schwierigen Baustart liegen die Arbeiten im Kosten- und Zeitplan. "Wir sind mit der James-Simon-Galerie endlich auf der Zielgeraden und können uns auf ein brillantes Gebäude von David Chipperfield freuen." Das sagte der Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, Hermann Parzinger, bei einem Rundgang durch das neue, zentrale Besucherzentrum der Museumsinsel in Berlin.

Die Stiftung Preußischer Kulturbesitz wird vom Bund und von allen Ländern finanziert. Der Bund trägt drei Viertel der laufenden Betriebskosten und in vollem Umfang die Kosten für die Bauinvestitionen.

Der Innenausbau läuft auf Hochtouren, wobei die wichtigsten Funktionen – zum Beispiel die Heizung – bereits fertiggestellt sind und ihren Dienst tun. Noch in diesem Jahr will die Präsidentin des Bundesamtes für Bauwesen und Raumordnung, Petra Wesseler, die Schlüssel für den Neubau an Stiftungspräsident Parzinger übergeben.

Nach verzögertem Start alles im Plan

Dabei blickt das Projekt auf einen durchaus holprigen Baubeginn zurück: 2009 wurde mit der Vorbereitung der Baugrube begonnen. Allerdings stellte sich der Untergrund als schwieriger heraus als abzusehen war. Ein Bombenfund sowie Verzögerungen durch "Pfusch am Bau" folgten. All das brachte den ursprünglichen Zeit- und Kostenplan zum Einsturz.

2014 waren die Arbeiten an der Baugrube schließlich fertiggestellt. Nun konnte die Errichtung des Baukörpers beginnen. Seither verlaufen alle Arbeiten am Neubau im Zeitplan und bleiben innerhalb des genehmigten Kostenrahmens von 134 Millionen Euro. Im April 2016 wurde das Richtfest gefeiert.

Die Kosten für langjährige und komplexe Bauvorhaben sind schwer zu kalkulieren. Das gilt auch für Bauvorhaben des Bundes. Zu den Risiken zählen historische Bausubstanz, die Entwicklung der Marktpreise sowie mangelnde Qualität oder Insolvenz von Baufirmen. Das Reformprogramm Bundesbau benennt diese Risiken und gibt Handlungsempfehlungen für Bauträger.

Kulturerbe bewahren und zeitgemäß gestalten

Das Gebäude ist Teil des "Masterplans Museumsinsel". Dieses Gesamtkonzept hatte die Stiftung Preußischer Kulturbesitz 1999 beschlossen, um das Unesco-Weltkulturerbe zu bewahren und gleichzeitig zu einem zeitgemäßen Museumskomplex umzugestalten.

Die James-Simon-Galerie schafft erstmals einen zentralen Zugang zu den Museen auf der Insel - "ein Entrée für die Begegnung mit Kunst und Kultur aus mehreren tausend Jahren Menschheitsgeschichte", so Kulturstaatsministerin Monika Grütters beim Richtfest.

Nicht nur Kartenverkauf und Museumsshop sollen im neuen Gebäude ihren Platz finden. Die James-Simon-Galerie verfügt auch über fast 700 Quadratmeter Platz für Sonderausstellungen, die in den Altbauten nicht gezeigt werden könnten.

Funktionaler Neubau verbindet und lädt ein

Auf vielfältige Weise verbindet die James-Simon-Galerie dabei die einzelnen Bauten auf der Museumsinsel miteinander – und mit der Stadt:

  • Räumlich, indem durch die unterirdische archäologische Promenade das Bode- und Pergamonmuseum sowie die Alte Nationalgalerie und das Neue Museum nahtlos zugänglich werden. Die große, zum Lustgarten gerichtete Freitreppe führt auf eine Freiterrasse, die von Hochkolonaden gesäumt ist. Diese Terrasse ist für die Öffentlichkeit jederzeit zugänglich und führt direkt zum Pergamon-Museum.
  • Optisch, indem auf allen Ebenen Sichtachsen und Durchblicke geschaffen wurden. Freitreppe und Besucherterrasse laden ein, die Augen schweifen zu lassen: Nach Norden auf das Pergamon- und Bode Museum, nach Osten auf das Neue Museum, nach Süden auf das Humboldt-Forum und die historische Mittel Berlins und nach Westen auf die Humboldt-Universität.

Der Berliner Unternehmer James Simon (1851-1932) war der bedeutendste Mäzen der wilhelminischen Ära. Simon vermachte den Berliner Museen zu Beginn des 20.Jahrhunderts seine Kunstsammlungen und Grabungsfunde, darunter die weltberühmte Büste der Nofretete und das Ischtar-Tor.

Moderne Architektur mit klassischen Bezügen

Die James-Simon-Galerie nimmt in vielen Gestaltungselementen die Architektur der bestehenden Museumsbauten auf: Der hohe Sockel entlang des Kupfergrabens entspricht dem Niveau des Pergamon-Museums.

Die schlanken Säulen auf der Freiterrasse wie auch im Innenhof zwischen Neuem Museum und Eingangsgebäude nehmen Bezug auf den Kolonnadenhof. Dieser war bereits von Schinkel vorgesehen worden, der schon 1825 die Museumsinsel als "Freistätte für Kunst und Wissenschaft" geplant hatte. Heute ist der Kolonnadenhof ein öffentlicher Garten, ein Ort zum Spazieren und Verweilen.

Donnerstag, 11. Januar 2018

Zusatzinformationen

Heute aktuell:

  • Deutsch-französisches Ministertreffen "Wir brauchen europäische Antworten"
  • Petersberger Klimadialog Regelwerk für weltweiten Klimaschutz
  • Merkel trifft Conte in Berlin Solidarität in der Flüchtlingsfrage