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Verbraucherschutz

Was tun bei unerwünschten Anrufen?

Ob Ping-Anrufe oder Anrufe zum Kauf von Versicherungen – der Missbrauch von Rufnummern und unerlaubte Werbeanrufe sind verboten. Das hält unseriöse Unternehmen aber nicht davon ab. Und ihre Methoden werden immer dreister. Mit einfachen Mitteln können sich Verbraucher wehren.

Jemand hält ein Telefon in die Kamera. Die Verbraucherzentrale rät: Lassen Sie sich nicht auf lästige Werbeanrufe ein. Foto: Bundesregierung/Tybussek

Viele Verbraucherinnen und Verbraucher waren zum Jahresende 2017 von Ping-Anrufen betroffen: Das Telefon klingelt einmal, dann legt der Anrufer wieder auf. Anruf verpasst? Kein Problem, ein Rückruf ist schnell gemacht. Und genau das ist Ziel der Ping-Anrufe: einen kostenpflichtigen Rückruf zu provozieren und die Anrufer möglichst lange in der Leitung zu halten. Denn die Anrufe kosten häufig mehrere Euro pro Minute.

Nicht auf Ping-Anrufe hereinfallen

Verbraucher können sich vor dieser Kostenfalle schützen, indem sie die im Display erscheinende Rufnummer genau prüfen. Da die Ping-Anrufe meist aus dem Ausland kommen, sollten sie nicht zurückrufen, wenn sie keinen Anruf aus den entsprechenden Ländern erwarten. Aber aufgepasst: Oftmals ist die gespeicherte Rufnummer leicht mit einer lokalen Vorwahl zu verwechseln.

Rund 60.000 schriftliche Beschwerden sind zu Ping-Anrufen seit Oktober 2017 bei der Bundesnetzagentur eingegangen. Diese hat reagiert und angeordnet: Ab dem 15. Januar 2018 muss in Mobilfunknetzen eine kostenlose Preisansage für 22 internationale Vorwahlen geschaltet werden. Damit sollen die teuren Rückrufe verhindert werden.

Bei unerwünschter Telefonwerbung: Auflegen!

Telefonwerbung ist in Deutschland gesetzlich klar geregelt: Niemand darf zu Werbezwecken angerufen werden, wenn er nicht zuvor ausdrücklich zugestimmt hat.

Doch die jüngst von der Bundesnetzagentur vorgelegten Zahlen zeigen: Immer mehr Deutsche beschweren sich über unerwünschte Anrufe. Bis November 2017 gingen mehr als 52.000 schriftliche Beschwerden ein, 2016 waren es noch rund 29.000.

Haben Verbraucher nicht zugestimmt, sind etwa telefonische Befragungen zur Kundenzufriedenheit oder zur Meinungsforschung verboten. Das gleiche gilt für Werbeanrufe, die eine automatische Anrufmaschine durchführt. Meist haben all diese Anrufe zum Ziel, den Verbrauchern Geldanlagen, Versicherungen, Waren oder ein Abonnement zu verkaufen. Besonders fielen in der Vergangenheit unseriöse Gewinnspielbetreiber, Telefonanbieter, Zeitschriftenverlage und Energieversorger auf.

Widerruf telefonischer Verträge

Lassen sich Verbraucher überreden und es kommt zum telefonischen Vertragsabschluss, hat der Angerufene in fast allen Fällen das Recht, diesen binnen 14 Tagen zu widerrufen. Beim Kauf beginnt die Frist ab Erhalt der Ware. Hier ist zu beachten: Erst nachdem man den Widerruf erklärt hat, kann man die Ware zurückschicken.

Eine Begründung für den Widerruf ist nicht nötig. Es genügt der rechtzeitige Versand des Schreibens per Brief, Fax oder E-Mail, der aber nachgewiesen werden muss.

Vorsicht vor Gewinnspielbetreibern

Werden Gewinnspielverträge neu abgeschlossen, sind die Verbraucher besonders geschützt. Solche Verträge unterliegen der sogenannten Textformerfordernis. Sie sind damit nur gültig, wenn das Unternehmen den Verbraucher "schwarz auf weiß" über den Vertragsabschluss informiert hat. Das kann beispielsweise in einem Schriftstück, einem Telefax oder einer E-Mail erfolgen. Ein Vertragsabschluss am Telefon reicht nicht aus.

Kriminell wird es, wenn der Anrufer einen Spielgewinn vortäuscht. Der Trick: Vor einer Gewinnübergabe werden die Angerufenen dazu aufgefordert, eine Gegenleistung zu erbringen. Beispiele dafür sind Aufforderungen zur Zahlung einer Gebühr, zum Anrufen einer kostenpflichtigen Telefonnummer oder zur Teilnahme an einer Werbeverkaufsveranstaltung.

Missbrauch seriöser Rufnummern

Einige betrügerische Anrufer gehen besonders dreist vor: Um das Vertrauen der Anzurufenden zu gewinnen, nutzen sie die Rufnummer seriöser Personen, Organisationen oder Unternehmen. Mit Hilfe einer speziellen Telefonanlage täuschen sie eine andere Rufnummer vor, die auf dem Display des Angerufenen erscheint.

So geben sich die Anrufer beispielsweise als Verbraucherschützer aus. Telefonisch bieten sie dann etwa Sperrboxen an, die zukünftig vor Telefonwerbung schützen sollen.

Besonders gravierend: Auch der Name der Polizei wird missbraucht. Die Masche: Die Betrüger geben sich als Polizei aus und warnen vor einem geplanten Diebstahl. Die Bewohner erhalten den Tipp, das gesamte Bargeld im Haus zu sammeln, um es von einem Kriminalbeamten abholen und an einen "sicheren Ort" bringen zu lassen.

Was kann der Angerufene tun?

Die Verbraucherzentralen und die Polizei geben zum Umgang mit lästigen Telefonanrufen eine Reihe von Tipps:

  1. Lassen Sie sich nicht auf lästige Werbeanrufe ein. Legen Sie einfach den Hörer auf!
  2. Erhalten Sie unerlaubte Werbeanrufe, notieren Sie sich Datum, Uhrzeit und Grund des Anrufs sowie Namen, Unternehmen und Rufnummer des Anrufers. Wenden Sie sich mit diesen Informationen an Ihre örtliche Verbraucherzentrale.
  3. Wenn Sie eine Auftragsbestätigung erhalten, obwohl Sie nur der Zusendung von Informationsmaterial zugestimmt haben, widerrufen Sie umgehend und zwar schriftlich, am besten per Einschreiben. Die Verbraucherzentralen bieten dafür einen Musterbrief an.
  4. Geben Sie bei jedem Vertragsabschluss nur die hierzu notwendigen Daten an.
  5. Geben Sie nie Ihre Kontonummer preis, wenn Sie den Gesprächspartner nicht kennen.
  6. Stimmen Sie nicht der Nutzung Ihrer Telefonnummer zu Werbezwecken zu. Falls Sie es doch getan haben: Ein einmal gegebenes Einverständnis können Sie - auch telefonisch - widerrufen.

Hier finden Sie Unterstützung

Wenden Sie sich mit Ihrer Beschwerde an die Verbraucherzentralen. Sie überprüft, ob sich der Anbieter an das Wettbewerbsrecht hält; kann abmahnen und gegebenenfalls einen Unterlassungsanspruch auch gerichtlich geltend machen.

Sie können sich auch an die Bundesnetzagentur wenden. Sie ahndet Verstöße gegen das Verbot von unerwünschten Werbeanrufen. 2017 verhängte sie Bußgelder in Höhe von knapp 1,2 Millionen Euro.

Auf der Webseite der Bundesnetzagentur erfahren Sie, wie Sie Beschwerde einlegen können und welche Informationen dafür nötig sind. Per E-Mail können Belästigte an rufnummernmissbrauch@bnetza.de schreiben.

Detaillierte Antworten auf Fragen rund um unerlaubte Telefonwerbung gibt das Faltblatt "Besser geschützt vor lästigen Werbeanrufen".

Donnerstag, 4. Januar 2018

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