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Ausstellung im Jüdischen Museum Berlin

360 Grad Jerusalem

Das Jüdische Museum Berlin präsentiert in seiner aktuellen Ausstellung "Welcome to Jerusalem" ein kulturhistorisches Panorama vom Leben in der "Heiligen Stadt". Kulturstaatsministerin Grütters sieht darin eine Mahnung zum "friedlichen Zusammenleben in religiöser Vielfalt".

Besucherinnen und Besucher der 'Welcome to Jerusalem' schauen sich ein Gemälde an. 'Welcome to Jerusalem' ist bis zum 30. April 2019 im Jüdischen Museum Berlin zu sehen. Foto: Jüdisches Museum Berlin/Jule Roehr

Seit dem 10. Dezember läuft im Jüdischen Museum Berlin die Ausstellung "Welcome to Jerusalem". Dass in der Eröffnungswoche US-Präsident Donald Trump Jerusalem als israelische Hauptstadt anerkannt hat, war reiner Zufall. Doch die Reaktionen darauf zeigen ein weiteres Mal deutlich, in welch enger Wechselwirkung Politik, Religion und der ganz normale Alltag in der "Heiligen Stadt" stehen.

Beziehungsstatus: ... es ist kompliziert

So betonte auch Kulturstaatsministerin Monika Grütters in ihrer Rede zur Ausstellungseröffnung die komplexe Lage der Stadt, die sich auch in der Ausstellung widerspiegele: "'Welcome to Jerusalem' führt uns vor Augen, wie vielschichtig die – einander häufig ausschließenden – kulturellen Bezüge, die politischen Ansprüche und die gewaltsamen Konflikte in und um Jerusalem tatsächlich sind."

Kulturstaatsministerin Grütters bei ihrer Rede zur Eröffnung der Ausstellung 'Welcome to Jerusalem' im Jüdischen Museum Berlin.Bild vergrößern Grütters: "Ausstellung trägt zu einem besseren Verständnis der Konflikte im Nahen Osten bei." Foto: Jüdisches Museum Berlin/Jule Roehr

Gerade deshalb stehe die Stadt im Mittelpunkt des leidvollen Nahostkonfliktes, "der seit Jahrzehnten und auch erst in den vergangenen Tagen wieder die Schlagzeilen beherrscht", so Grütters.

Die Ausstellung trage damit zu einem besseren Verständnis der Konflikte im Nahen Osten bei, sagte die Staatsministerin weiter. Zudem sei sie "eine mahnende Erinnerung daran, welch kostbare Errungenschaft es ist, in religiöser Vielfalt friedlich zusammenzuleben".

Leben in Jerusalem damals und heute

So vermittelt die Schau einen Eindruck davon, wie es sich lebt in einer Stadt, die von Juden, Moslems und Christen als "Vorhof des Himmels" - wie es in der Einleitung zum Ausstellungskatalog heißt - betrachtet wird.

Die dreisprachige Schau zeichnet anhand von rund 170 Exponaten die Siedlungs- und Kolonialgeschichte der Stadt nach. Highlights der Ausstellung sind eine dreidimensionale Animation des Hügelmassivs, auf dem Jerusalem aufgebaut wurde, sowie ein interaktives Modell der Klagemauer, die an die zerstörten jüdischen Tempel erinnert. Hier können die Besucherinnen und Besucher der Ausstellung Kommentare hinterlassen.

Das Leben in Jerusalem aus heutiger Sicht zeigt die Videoinstallation "24h Jerusalem" der Filmemacher Volker Heise und Thomas Kufus. In Dauerschleife projiziert sie historische Bilder, Filmaufnahmen und Kommentare an die Wand und trägt so die Zuschauerinnen und Zuschauer mitten hinein in den Alltag der Menschen in Jerusalem.

Verwirrende Geschichte

"Die Geschichte von Jerusalem ist sehr verwirrend", sagt auch Margaret Kampmeyer, eine der Kuratorinnen. Warum Jerusalem heilig ist für die drei Religionen - das solle die Ausstellung deutlich machen.

In einem Video-Interview erklärt Kampmeyer, was Besucherinnen und Besucher in der Ausstellung erwartet:

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Bund fördert Jüdisches Museum Berlin

Ausstellungsraum der Schau 'Welcome to Jerusalem'.Bild vergrößern Einige wertvolle Objekte und Modelle sind mit der Ausstellung erstmals in Berlin zu sehen. Foto: Jüdisches Museum Berlin/Jule Roehr

Das Jüdische Museum Berlin wurde 2001 als Stiftung öffentlichen Rechts errichtet. Es wird jährlich mit rund 14 Millionen Euro aus dem Etat der Kulturstaatsministerin gefördert.

Für die Ausstellung "Welcome to Jerusalem" stellte der Bund 1,26 Millionen Euro bereit. Sie ist noch bis zum 30. April 2019 zu sehen.

Mit der Ausstellung wird auch eine Umbauphase des Jüdischen Museums überbrückt, die eine Schließung des Libeskind-Baus erfordert.

Montag, 11. Dezember 2017