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Tag des Ehrenamtes

Jung und Alt gemeinsam am Smartphone

Das Handy ist aus dem Alltag kaum noch wegzudenken. Hauptsächlich junge Leute und Erwachsene nutzen ihr Smartphone täglich. Bei Senioren ist das allerdings nicht ganz so selbstverständlich. Das wollten Zehntklässler in Flensburg ändern. Für ihr Engagement wurden sie mit dem "Goldenen Internetpreis" ausgezeichnet.

Dokumentation der Veranstaltung 'Handyfuehrerschein für Senioren' in der Kurt-Tucholsky-Schule in Flensburg am 8.03.2017. Beim "Handyführerschein" lernen die Seniorinnen und Senioren auch, wie man Selfies macht. Foto: NORDMETALL-Stiftung/Christian Augustin

Im Rahmen des Unterrichtsfachs Wirtschaftslehre haben Zehntklässler der Kurt-Tucholsky-Schule in Flensburg das Projekt "Handyführerschein für Senioren" ins Leben gerufen. In selbst organisierten Workshops erklären dabei Schülerinnen und Schüler älteren Menschen die Funktionsweise ihres Smartphones.

Sie beantworten Fragen, passen technische Einstellungen am jeweiligen Handy an und üben mit den Teilnehmenden den praktischen Gebrauch. Am Ende erhalten die Seniorinnen und Senioren ein Zertifikat – den Handyführerschein.

Positive Rückmeldungen von beiden Seiten

Die Rückmeldungen der Seniorinnen und Senioren sind sehr positiv: "Da bekommt man mal ein ganz anderes Bild von den jungen Leuten. So hilfsbereit und freundlich! Wirklich toll!", freut sich eine der Teilnehmerinnen. Eine andere Seniorin sagt: "Ich bin froh, dass ich heute Jugendliche gesehen habe, die so geduldig mit uns umgegangen sind. Diese Schüler haben mir die Angst vor der Zukunft genommen."

Aber auch die Schüler nehmen aus dem Projekt etwas mit. "Ich habe gelernt, mehr Geduld, mehr Toleranz und Verständnis aufzubringen, wenn sie es auf Anhieb nicht verstanden haben, weil sie damit nicht aufgewachsen sind", zieht einer der Schüler für sich Bilanz.

Mittlerweile wird der Kurs von Einrichtungen wie der Arbeiterwohlfahrt nachgefragt. Sogar die Stadt Flensburg hatte das Angebot im Rahmen der bundesweiten Ehrenamtswoche im September gebucht.

Auszeichnung beim "Goldenen Internetpreis"

Mit ihrem Projekt haben die Schülerinnen und Schüler nun beim Bundeswettbewerb "Goldener Internetpreis" in der Kategorie "Jung und Alt gemeinsam" den 2. Platz gewonnen. Denn die Schüler wollten nicht nur Wissen über das Smartphone vermitteln. Sie wollten sich auch mit den älteren Menschen austauschen und Berührungsängste abbauen. "Ältere haben oft Vorurteile gegenüber Jugendlichen. Jetzt haben sie gemerkt, dass wir uns doch um sie kümmern und ihnen mit Respekt begegnen", so eine der Schülerinnen, die den Handyführerschein mit aus der Taufe gehoben hat.

Den Anstoß für das Engagement der Jugendlichen hat die Lehrerin Marion Schlüter gegeben. Sie setzt sich seit Jahren an der Kurt-Tucholsky-Schule für das Projekt "Lernen durch Engagement" ein – natürlich ehrenamtlich. Dabei entwickeln Schüler aus dem Unterricht heraus Ideen für ein freiwilliges Engagement in ihrer Umgebung. Neben dem Handyführerschein sind so auch Stadtrundgänge mit Geflüchteten oder Unterhaltungsangebote für Menschen mit Demenz entstanden.

Ehrenamtliches Engagement

Mehr als 40 Prozent der Deutschen über 14 Jahren sind in ihrer Freizeit ehrenamtlich tätig. Das sind zehn Prozent mehr als noch vor 15 Jahren. Für den Zusammenhalt der Gesellschaft hat das Ehrenamt eine hohe Bedeutung. Die Bundesregierung unterstützt das Ehrenamt mit zahlreichen Programmen.

Seit 1986 wird auf Beschluss der Vereinten Nationen in jedem Jahr der 5. Dezember als Internationaler Tag des Ehrenamtes begangen. Durch ihn soll auf die ehrenamtliche Arbeit aufmerksam gemacht werden und das freiwillige Engagement und seine hohe Bedeutung für das Gemeinwesen gewürdigt werden.

Dienstag, 5. Dezember 2017

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