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Podiumsdebatte

Ideenaustausch zur Berlinale

Die öffentliche Podiumsdiskussion "Filmfestivals heute" im Berliner Haus der Kulturen der Welt hat das Interesse vieler Filmbegeisterter geweckt. Zur Sprache kamen unterschiedliche Positionen zur Zukunft der Berlinale. Über Veränderungen nachzudenken, sei notwendig und legitim, so Staatsministerin Grütters.

Haus der Kulturen der Welt. Podiumsdiskussion "Filmfestivals heute" Foto: Bundesregierung/Koall

Berlinale mit Doppelspitze? "Weiter so" – oder doch alles umkrempeln? Wie es um die Zukunft des größten Publikumsfestivals der Welt steht, beschäftigt die Filmbranche und ihr Publikum gleichermaßen. In einer öffentlichen Podiumsdiskussion im Berliner Haus der Kulturen der Welt diskutierten auf Einladung von Kulturstaatsministerin Monika Grütters Expertinnen und Experten aus dem Filmbereich über Chancen und Perspektiven der Berlinale unter einer neuen Leitung. Der Vertrag des aktuellen Direktors Dieter Kosslick läuft vertragsgemäß 2019 aus.

Podiumsgäste waren Christiane Peitz, Leiterin des Kulturressorts beim Tagesspiegel, die Regisseure Volker Schlöndorff und Christoph Hochhäusler, der Produzent Thomas Kufus und die Präsidentin der Filmhochschule München, Bettina Reitz. Philipp Weinges, Vorstandsvorsitzender der Filmakademie und Drehbuchautor, moderierte die Veranstaltung.

Öffentliche Debatte setzt Zeichen für Transparenz

In ihrem Eingangsstatement würdigte Grütters Festival-Leiter Kosslick. Er sei derjenige, der "die Berlinale vor 16 Jahren mit Mut und Einfallsreichtum umgekrempelt und damit sowohl das Festival als auch den Filmstandort Deutschland aufgewertet hat und der dem Festival bis heute immer wieder neue Impulse verleiht". Über Veränderungen nachzudenken, sei nun dennoch erforderlich. Der offene Brief der Regisseurinnen und Regisseure, der unter anderem eine Neuausrichtung der Berlinale fordere, sei ein Beitrag zur Debatte, die offen, sachlich und konstruktiv geführt werden müsse.

"Das Festival bietet sowohl der künstlerischen Auseinandersetzung mit den drängenden Fragen unserer Zeit als auch dem gesellschaftspolitischen Engagement eine Bühne, beispielsweise als weltweit einziges umweltzertifiziertes Festival und als Kulturereignis, das nicht nur für Stars den roten Teppich ausrollt, sondern seit 2016 auch für geflüchtete Menschen. Die Berlinale war und ist das politischste Festival unter den renommierten A-Festivals", so Grütters weiter.

Neue Impulse in der Personalfrage

Im Vordergrund der Podiumsdiskussion im Haus der Kulturen der Welt stand die Besetzung des Berlinale-Chefpostens. Im Gespräch war die Einrichtung einer Findungskommission, die mögliche Kandidaten ausfindig machen kann. Die Idee der Aufteilung des Amts in eine kreative kaufmännische Seite und eine künstlerische Leitung fand Anklang auf allen Seiten.

Fest steht: Eine Eignung für diesen Posten macht sich an der fundierten Kenntnis der Filmlandschaft und der starken künstlerischen Haltung fest, nicht an Geschlecht oder Nationalität.

Einzigartigkeit der Berlinale sichern

Mit einer Aufteilung der Verantwortung könnte sich besser den inhaltlichen Herausforderungen gestellt werden: Wie gestaltet sich der Umgang mit der zunehmenden Digitalisierung? Welche Beachtung kommt dem wachsenden Angebot an Serien zu?

Die Berlinale zeichnet sich bisher durch ihre Öffnung für ein breites Publikum und ihren politischen Anspruch aus. Welcher Wert wird diesen Alleinstellungsmerkmalen in Zukunft beigemessen? Eine rasche und dennoch wohlüberlegte Entscheidung über die Nachfolge Kosslicks ist ein wichtiger Schritt auf dem Weg zu Antworten.

Bühne für Experimente und Weltkino

Unter Einbezug der Debattenbeiträge geht die Planung der Berlinale nun in eine nächste Phase. "Mir ist, so wie Ihnen, sehr daran gelegen, dass wir in Deutschland auch in Zukunft ein Filmfestival präsentieren, das den künstlerischen Experimenten der Avantgarde eine Bühne bietet, den State of the Art des Weltkinos spiegelt und Visionen für die Zukunft des Kinos als Kulturort entwickelt", fasst Grütters ihr Anliegen zusammen.

Dienstag, 5. Dezember 2017

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