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Weltklimakonferenz-Vokabeln

Sprechen Sie COP?

Neue Programmiersprache oder Autotyp? Nein: COP 23, CMP 13, CMA 2 und APA – das ist der Sound der Weltklimakonferenz in Bonn. Für Außenstehende ähneln die Begriffe oft einer eigenen Sprache. Wir erklären die wichtigsten Abkürzungen.

Blick ins Plenum der Weltklimakonferenz 2017 in Bonn. 195 Staaten verhandeln in Bonn über Klimapolitik - und haben dabei eine eigene, gemeinsame Sprache. Foto: BMUB/Nils Klinger

Vielen der Abkürzungen, die bei der Weltklimakonferenz zu hören sind, liegt ein Prinzip zu Grunde: Die Weltklimakonferenz ist eigentlich der Raum für mehrere Konferenzen verschiedener Gremien, die sich im Laufe der Zeit gebildet haben. Dass es sich um die englische Abkürzungen handelt, macht es kniffelig, sich unter den einzelnen Begriffen etwas vorzustellen. Hier eine kleine Auswahl.

Grundlage: Die Klimarahmenkonvention

Die COPConference of the parties (Konferenz der Vertragsstaaten) – bündelt alle Staaten, die der Klimarahmenkonvention angehören und tagt einmal im Jahr. COP 23 ist dementsprechend die 23. Konferenz der Konvention.

Die Konvention selbst hört auf den schönen Namen "United Nations Framwork Convention on Climate Change" oder kurz: UNFCCC – von den Konferenzteilnehmern meist als "UNF, triple C" ausgesprochen. Sie wurde 1992 auf der Konferenz in Rio beschlossen und trat 1994 in Kraft. Sie hat den Klimaschutz auf die internationale Agenda gesetzt. Ihr Ziel: die Treibhausgaskonzentration in der Atmosphäre zu stabilisieren. Mittlerweile haben 195 Staaten die UNFCCC ratifiziert und damit nahezu alle Staaten der Welt.

Die COP ist oberstes Entscheidungsgremium der Klimarahmenkonvention. Andere Namen für das Gremium sind: Weltklimakonferenz, Klimagipfel oder UN-Klimakonferenz. Die Konferenz kann Zusätze zur Konvention oder eigenständige Abkommen beschließen. Beispiele dafür sind das Kyoto-Protokoll oder daran anschließend das Pariser Klimaabkommen.

Weitere Themen der Konferenz sind Maßnahmen zum Klimaschutz und zur Anpassung an den Klimawandel, die Finanzierung von Klimamaßnahmen sowie die Entwicklung und der Transfer von Technologie.

Wer arbeitet für die Klimarahmenkonvention?

Das Klimasekretariat der UNFCCC in Bonn unterstützt die COP administrativ. Es organisiert Konferenzen und analysiert und überprüft die Daten zum Klimawandel.

Der SBSTASubsidiary Body for Scientific and Technical Advice – ist das Gremium der Klimarahmenkonvention für wissenschaftliche und technische Fragen. Er tagt zweimal jährlich, im Sommer in Bonn und einmal während der COP an wechselnden Orten.

Der SBISubsidiary Body for Implementation – ist das Gremium der Klimarahmenkonvention für Fragen der Umsetzung. Auch der SBI tagt zweimal jährlich – jeweils im Sommer in Bonn und während der COP am Ende jeden Jahres üblicherweise an einem anderen Ort.

Familienzuwachs: Die Kinder der Konvention

Auf der COP tagen dann noch die Gremien für die Vertragswerke, die innerhalb der Klimarahmenkonvention entstanden sind. Das sind also die Konferenzen, die sich mit dem Kyoto-Protokoll und dem Pariser Abkommen beschäftigen.

Für letzteres trifft sich auf der COP die CMA (Conference of the Parties serving as the meeting oft he Parties to the Paris Agreement). Das ist die Vertragsstaatenkonferenz zum Pariser Klimaabkommen von 2015. Für dieses Abkommen gibt es außerdem die APA oder: Ad Hoc Working Group on the Paris Agreement (Ad hoc-Arbeitsgruppe zum Pariser Abkommen). Diese Arbeitsgruppe klärt die technischen Details, um das Paris-Abkommen zu konkretisieren und trifft sich ebenfalls in Bonn.

Die wichtigste Abkürzung zum Pariser Abkommen ist vermutlich NDC (Nationally Determined Contributions). Das bezeichnet die von den Staaten selbst festgelegten Klimaziele. Sie sind das Herz des Abkommens.

Die Gremien des "Vorgänger"-Abkommens, des sogenannten Kyoto-Protokoll von 1997, tagen weiterhin auch auf den Klimakonferenzen: Die CMP (Conference oft he Parties serving as the meeting oft he Parties to the Koyoto-Protocol) ist als Vertragsstaatenkonferenz des Protokolls mit dabei und entscheidet über dessen weitere Umsetzung. Die Zahlen hinter den Abkürzungen zeigen an, zum wievielten Mal das Gremium tagt.

Nichten und Neffen

Wem jetzt noch IGO für "Intergovernmental organization", also zwischenstaatliche Organisation, sowie NGO für "Non-governmental organization", oder Nichtregierungsorganisation, leicht über die Lippen kommt, kann locker mitreden.

Wer dann noch weiß, dass der IPCC der Weltklimarat (Intergovernmental Panel on Climate Change) ist, der regelmäßig die neuesten Erkenntnisse der Klimaforschung veröffentlicht, der wird auch dem GCF (Green Climate Fund/Grüner Klimafonds) oder dem MRV (Measurement, Reporting and Verification, alias Messung, Berichterstattung und Verifizierung) mit Gelassenheit begegnen können.

Montag, 13. November 2017