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Wolfgang Schäuble

Abschied von der Eurogruppe

Wolfgang Schäuble hat die Finanzpolitik der EU geprägt. Jetzt hat er zum letzten Mal mit den Euro-Finanzministern getagt. Finanzhilfe gegen Reformen war sein Credo. Haushaltskonsolidierung und Wirtschaftswachstum gehörten für ihn zusammen.

Wolfgang Schäuble, Bundesminister der Finanzen Wolfgang Schäuble übernahm das Amt des Bundesfinanzministers 2009. Foto: Bundesregierung/Denzel

Leicht verabschiede er sich nicht von der Eurogruppen-Arbeit, sagte Bundesfinanzminister Wolfgang Schäuble. Aber: "Acht Jahre sind eine gute Zeit, um aufzuhören oder eine andere Aufgabe zu machen." Und immerhin sei es gelungen, "den Euro gegen manchen Zweifel stabil zu halten".

Stabilität erreicht

Als er 2009 das Bundesfinanzministerium übernahm, hatte der Euro gerade in der Krise gesteckt. Jetzt sei die wirtschaftliche Lage in allen Euro-Staaten wieder sicher, so der Bundesfinanzminister. Wie beispielsweise in Portugal, dessen Lage auf der Agenda stand.

"Portugal ist ja wieder mal ein Beweis dafür, dass unsere Politik der Stabilisierung des Euro erfolgreich gewesen ist", resümierte Schäuble. Deshalb sei das für ihn auch "ein ganz guter Abschluss" seiner achtjährigen Zeit unter den Euro-Finanzministern.

Etwas Wehmut

Zum Abschied von der Euro-Bühne gab es freundliche Worte von den Kollegen. "Einige sagen, dass Wolfgang Schäuble dominant war, weil Deutschland dominant ist", sagte Eurogruppen-Chef Jeroen Dijsselbloem. "Aber damit würde man seine Stellung und seine Autorität unter uns Kollegen verkennen." Sie basiere auf Schäubles "Erfahrung, seiner Weisheit und seinem starken Fokus auf dem Interesse Europas."

EU-Wirtschaftskommissar Pierre Moscovici bezeichnete Schäuble als einen "wirklich fantastischen Kerl", Frankreichs Finanzminister Bruno Le Maire nannte ihn einen "persönlichen Freund" und "einen großen Europäer", der Italiener Pier Carlo Padoan einen "großartigen Finanzminister".

Die Eurogruppe ist Europas wichtigstes Finanzgremium. Dort tauschen sich die Finanzminister der 19 Euro-Staaten aus und treffen Entscheidungen zur Zukunft der Gemeinschaftswährung.

Arbeiten gehen weiter

Die wirtschaftlichen Indikatoren in den ehemaligen Krisenstaaten zeigen inzwischen wieder nach oben, und sogar Griechenland kann sich wieder selbst auf den Finanzmärkten mit Geld versorgen. Dies sei, so der Bundesfinanzminister abschließend, eine gute Voraussetzung für weitere Schritte: "Es ist jetzt eine gute Zeit, um den Euro nachhaltig zu stabilisieren. Die Arbeiten gehen weiter."

Dienstag, 10. Oktober 2017