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Naturschutz und Artenvielfalt

Unesco ehrt den Südschwarzwald

28 Gemeinden auf einer Fläche von etwa 630 Quadratkilometern bilden das Biosphären-Schutzgebiet Südschwarzwald. Es besticht durch einzigartige Landschaften und jahrhundertalte Traditionen. Nun wurde es als Unesco-Biosphärengebiet anerkannt.

Wanderer gehen am  bei Schönau am Belchen im Schwarzwald auf einem Wanderweg. Touristen besuchen die Region zu jeder Zeit gern, besonders aber im Sommer. Foto: picture alliance / Patrick Seeger

Charakteristisch für den südlichen Schwarzwald ist der Wechsel von Wald- und Offenlandschaften. Wanderer können den weiten Blick von den hohen Gipfeln genießen. Keine andere deutsche Mittelgebirgslandschaft weist größere Höhenunterschiede auf so kleinem Raum auf.

Biosphärenreservat in einzigartiger Landschaft

Eine Besonderheit im neuen Unesco-Biosphärenreservat Schwarzwald sind die "Allmendweiden". Das sind gemeinschaftlich genutzte Bergweiden, die bis in die höchsten Lagen reichen. Hierhin trieben die Bauern noch bis in die jüngere Vergangenheit ihre großen Herden mit traditionellen Rinderrassen. So entstand eine einzigartige Landschaft mit markanten "Weidbuchen", die von Verbiss geprägt sind. Allmendweiden sind nur noch vereinzelt in Deutschland vorhanden.

Als "Biosphärenservate" zeichnet die Unesco Natur- und Kulturlandschaften aus, die eine große kulturelle Vielfalt und breites Artenreichtum aufweisen. Damit eignet sich auch der Südschwarzwald als Modellregionen für nachhaltige Entwicklung. Der Schwarzwald ist das 16. Gebiet in Deutschland, dem die Unesco diesen Titel verleiht.

Das Unesco-Programm "Der Mensch und die Biosphäre" (MAB) gibt es seit 1971. Der Internationale Rat des MAB entscheidet jährlich über die Anerkennung von Biosphärenreservaten und überprüft alle zehn Jahre die Qualität der bereits bestehenden Gebiete.

Vielfalt kultureller Traditionen

Strenger Naturschutz in den Kernzonen der Unesco-Biosphärenreservate geht einher mit einer nachhaltigen Bewirtschaftung auf dem Großteil der Fläche. Die Menschen im Südschwarzwald pflegen ihre vielfältige Traditionen weiter. Sie nutzen, wie schon ihre Vorfahren, Wasserkraft und Holz als Quelle von erneuerbaren Energien. Und erhalten traditionelle Rinderrassen durch die Vermarktung von Milch, Käse und Fleisch.

Beispiele für das Immaterielle Kulturerbe des Schwarzwalds sind nicht nur die rotleuchtenden kugeligen Schwarzwald-Hüte der Frauen. Vielmehr hat nahezu jedes Dorf seine eigene Tracht. Die alemannische Sprache und Fastnachtsbräuche werden gepflegt und weiterentwickelt. Auch die Holzschnitzkunst gehört dazu, die bei den Fastnachtsmasken bewundert werden kann.

Mühlen, Museen, moderne Baukultur und traditionelle Schwarzwaldhäuser laden ein, die Vielfalt der Region kennenzulernen. Bergbaugeschichte lässt sich ebenfalls hier erleben.

Tradition und Moderne verbinden

Bioenergie ist ein weiteres Stichwort, das für nachhaltiges Wirtschaften steht. So wird die Abwärme aus der traditionellen Produktion von Schwarzwälder Schinken in ein Wärmenetz eingespeist, das die Kleinstadt Bonndorf im Landkreis Waldshut aufgebaut hat.

Natur und Baukultur - das sind zwei Facetten, für die der Schwarzwald weit über die Region hinaus bekannt ist. Projekte, die beides erhalten und weiter entwickeln, fördert das Bundesumweltministerium in seinem Programm "Baukultur und Tourismus". So kann der Schwarzwaldbauernhof zum Bürgerhaus mit Mehrzweckhalle und Marktscheune werden. Modernisierung und Neubelebung der Schwarzwald-Architektur stärken das frisch gekürte Unesco-Biosphärenreservat Südschwarzwald als touristische Region.

Deutschlandweit verzeichnen die Biosphärenreservate jährlich insgesamt rund 65 Millionen Besucher, die einen Bruttoumsatz von knapp drei Milliarden Euro bewirken.

Samstag, 7. Oktober 2017

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