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Franz-Hessel-Preis verliehen

Die Kraft der Worte verbindet

Hier wird die deutsch-französische Freundschaft groß geschrieben: Kulturstaatsministerin Grütters und ihre französische Kollegin Nyssen haben den Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur verliehen. Philippe Forest und Christine Wunnicke wurden für ihre herausragenden Werke ausgezeichnet.

Gruppe: Kulturstaatsministerin Grütters, Philippe Forest, die französische Kulturministerin Françoise Nyssen, Verleger Heinrich von Berenberg. Deutsch-Französisches Literarisches Quartett: Sttaatsministerin Grütters und Amtskollegin Nyssen mit Presiträgern. Foto: Bundesregierung/Lohnes

Die Kulturnation Frankreich steht aktuell im Fokus der Frankfurter Buchmesse - ein guter Anlass, dort auch den deutsch-französischen Franz-Hessel-Preis für zeitgenössische Literatur zu vergeben. Preisträger auf französischer Seite ist der Schriftsteller Philippe Forest, auf deutscher Seite die Autorin Christine Wunnicke. Sie wurde von Verleger Heinrich von Berenberg vertreten. Der Preis, der von Kulturstaatsministerin Monika Grütters und der französischen Ministerin für Kultur Françoise Nyssen verliehen wurde, fördert den interkulturellen Austausch zwischen beiden Ländern.

Der Namensgeber des Preises, der Schriftsteller und Übersetzer Franz Hessel (1880 - 1941), hat sich als Mittler zwischen beiden Kulturen verdient gemacht. In seinem 1920 erschienenen Roman "Pariser Romanze" verarbeitete Hessel sein Leben als Teil der Pariser Künstlerszene im glanzvollen Vorkriegsfrankreich. Später zog er nach Berlin, wo er als Lektor und Autor arbeitete sowie französische Werke übersetzte. Als das nationalsozialistische Regime ihm ein Berufsverbot erteilte, emigrierte der jüdische Autor 1938 nach Frankreich, wo er 1941 starb.

Kulturpolitisches Zeichen

Grütters betonte in ihrer Rede die völkerverständigende Wirkung der Literatur: "Gerade dort, wo Rechtspopulisten gegen Europa, gegen kulturelle Vielfalt und Weltoffenheit zu Felde ziehen und mit der Verrohung der Sprache den Boden für Hass und Hetze bereiten, gerade dort brauchen wir die Kraft jener Worte, die Denk- und Vorstellungsräume erweitern und die im Fremden das Vertraute, im Trennenden das Verbindende sichtbar machen."

Bücher, so die Kulturstaatsministerin weiter, könnten Wegbereiter jenes starken und geeinten Europas sein, an dem weiter gebaut werden solle. Dafür einzutreten, sei alle politische Anstrengung wert. Der deutsch-französische Franz-Hessel-Preis könne dazu einen Beitrag leisten.

Grenzübergreifende Liebe zum Buch

Die beiden Preisträger werden für ihre Werke mit jeweils 10.000 Euro ausgezeichnet. Außerdem ermöglicht ihnen der Preis eine Schriftstellerresidenz im Schloss Genshagen. Darüber hinaus wird durch die Auszeichnung eine Übersetzung der prämierten Werke in die jeweils andere Sprache unterstützt. So wird den Büchern über die nationalen Grenzen hinweg zu Aufmerksamkeit verholfen und der interkulturelle Dialog vertieft.

Der Franz-Hessel-Preis wurde dieses Jahr zum siebten Mal verliehen. Initiiert und finanziert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und vom Ministère de la Culture, wird der Preis gemeinsam von der Stiftung Genshagen und der Villa Gillet in Lyon getragen. Die Auszeichnung wird abwechselnd in Deutschland und Frankreich verliehen und setzt ein Zeichen für die Freundschaft beider Kulturnationen.

Mittwoch, 11. Oktober 2017

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