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Barenboim-Said-Akademie

Luther in Szene gesetzt

In seiner Performance "LUTHER dancing with the gods" verleiht der US-amerikanische Regisseur Robert Wilson Texten von Martin Luther kunstvoll Gestalt. Klänge, Rhythmen und Worte gehen in seinem szenischen Konzert spannende Wechselwirkungen ein. Der Rundfunkchor Berlin präsentiert das Werk im Pierre Boulez Saal.

Probenimpressionen der Inszenierung „Luther dancing with the gods“ Bild- und stimmgewaltiger Auftritt des Rundfunkchors Berlin Foto: Lovis Ostenrik/Rundfunkchor Berlin

Er gehört zu den wichtigsten Impulsgebern des Gegenwartstheaters, er begeistert die Menschen weltweit: Die Rede ist vom zeitgenössischen Regisseur Robert Wilson, der durch seine innovativen Performancekunst- und Theaterstücke Welterfolge erzielt. Anlässlich des diesjährigen Reformationsjubiläums hat er aus Texten Martin Luthers, Musik und Bildern ein Gesamtkunstwerk komponiert, das der Rundfunkchor Berlin im Pierre Boulez Saal der Barenboim-Said-Akademie umsetzt.

Feuerwerk der Künste

"LUTHER dancing with the gods" heißt das Projekt, für das Wilson Luthers Bibelübersetzungen mit Musikfragmenten Johann Sebastian Bachs versehen hat. Wie als Spiegel dazu arbeitet er das moderne Chorstück "Immortal Bach" von Knut Nystedt ein. Das Klatschkonzert "Clapping Music" des zeitgenössischen Komponisten Steve Reichs, hat mit seinem mitreißenden Rhythmus ebenfalls Einzug in die Inszenierung erhalten. So verknüpft Wilson verschiedene Disziplinen der Künste mit der Reformations- und Bibelgeschichte zu einem unterhaltsamen szenischen Konzert, das vielfältig die Sinne anspricht.

Resonanzraum der Reformation

Seine Bibelübersetzung in die deutsche Sprache ist Luthers größtes Vermächtnis. Neben ihr zieht Wilson aber auch andere Schriften Luthers für sein genreübergreifendes Projekt heran: Briefe, Predigten und Ansprachen bindet der Regisseur ebenfalls in sein Werk ein. Er wirft einen Blick auf Luthers facettenreiche Persönlichkeit und zeigt auf, welchen Einfluss der Reformator auch auf die Künste ausgeübt hat. Texte des Avantgarde-Poeten William Carlos Williams erweitern das Spektrum aus Wort, Ton und Bild.

Wie warme Semmeln

Kaum war der Vorverkauf für die sechs Vorstellungen angelaufen, schon wurden die Karten knapp. Der Rundfunkchor Berlin hat kurzerhand vier "Voraufführungen" zu vergünstigten Konditionen anberaumt, um das begehrte Stück für noch mehr Interessierte zugänglich zu machen. Unmittelbare Seh- und Hörerfahrungen bietet die unkonventionelle Architektur des Pierre Boulez Saals, in der sich die Performance auf allen ihren Ebenen entfalten kann.

Der Pierre Boulez Saal wurde in diesem Jahr als Kammermusiksaal der Barenboim-Said-Akademie eröffnet. Kulturstaatsministerin Grütters hat den Bau der Akademie mit 20 Millionen Euro gefördert und finanziert aus ihrem Etat den laufenden Betrieb.

Samstag, 30. September 2017