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Das schwimmende Schülerlabor

Schule auf dem Schiff: Das ist doch mal etwas anderes. Das von der EU geförderte Jugendforschungsschiff "Cormoran" ist ein Schülerlabor auf dem Wasser. Hier können die Schülerinnen und Schüler praxisnah viel über Naturwissenschaften und Technik lernen.

Schule auf dem Schiff  Foto Labor neu Einblicke in das Labor des Jugendforschungsschiffs "Cormoran" Foto: Torsten Leidel, StR Potsdam

Mit den Exkursionsbooten Alexander und Wilhelm von Humboldt entnehmen die Jugendlichen an verschiedenen Stellen des Tegeler Sees in Berlin Proben, die an Bord des Jugendforschungsschiffes "Cormoran" analysiert werden. "Nach diesem Tag können wir mit Sicherheit sagen, dass der See sauber ist und ein artenreiches Vogelvorkommen aufweist", so einer der Schüler.

Naturwissenschaften interaktiv und praxisnah

Das ehemalige Berufsschiff "MS Cormoran" hat seinen Liegeplatz mitten im Zentrum Berlins und ist ausgerüstet mit zwei Laboreinheiten. Hier experimentieren die Jugendlichen und lernen viel über Grundnahrungsmittel sowie deren Bedeutung für den menschlichen Organismus. "Wir ergänzen den schulischen Unterricht auf experimentelle Weise und arbeiten interaktiv und praxisorientiert. Alle Themen werden im gesellschaftspolitischen Rahmen behandelt: Wasser als Lebensraum und Lebensmittel. Die Schüler sollen lernen, ihren natürlichen Lebensraum wertzuschätzen und zu schützen", so der Projektleiter Dr. Uwe Schneider.

Vielseitiges Angebot für Forscherinnen und Forscher

Das Projekt "Jugendforschungsschiff" richtet sich insbesondere an Schulen mit Inhalten in den Fachgebieten Biologie, Chemie, Physik sowie Erneuerbare Energien. Die Unterrichtseinheiten auf dem Jugendforschungsschiff entwickelt der Verein "Das Schiff e. V." selbst. Wichtig ist den Fachleuten eine jugend-und kindgerechte Darstellung der Lerninhalte.

Die Zielgruppe reicht von der Grundschule bis zum Sekundarbereich. Berufsspezifische Angebote im Berufsfeld Schiff-Maschinist, Matrose, Schiffsführer, Service sind im Bereich duales Lernen auch im Angebot. Über interaktive Verfahren können auch wenig motivierte Schüler und Schülerinnen wesentlich stärker als mit konventionellen Unterrichtsmethoden einbezogen werden. Angewendet werden sogenannte Mixed Reality Games, die sich an künstlich initiierte Katastrophen bzw. Störfallereignissen orientieren.

Jährlich bis zu 5.000 Teilnehmer

Jedes Jahr nehmen ca. 5.000 Schülerinnen und Schüler an dem Programm teil, in diesem Jahr gibt es noch 40 Willkommensklassen mit rund 400 jungen Menschen in einem speziellen Programm. Gewöhnlich bleiben die Jugendlichen 3-4 Stunden je nach Klassengröße in drei bis vier Gruppen im Stationsunterricht. Hauptsächlich nehmen Berliner Schulen an dem Projekt teil, einige aus Brandenburg und anderen Bundesländern. Anmelden kann man sich das ganze Jahr: Wer zuerst kommt, erhält einen Platz.

ESF-Projekt

Die EU stellt den einzelnen Mitgliedsstaaten viel Geld für Straßen, Schienen, Kraftwerke, Fabriken und vielen anderen Projekten zur Verfügung, um das Leben ihrer Bürgerinnen und Bürger besser zu machen. Einige davon sind ganz speziell für Kinder und Jugendliche. Bei dem schwimmenden Schulunterricht handelt es sich um ein einmaliges Projekt in Deutschland, wenn nicht europaweit. Es ist ein Projekt des Bündnisses für Wirtschaft und Arbeit Friedrichshain –Kreuzberg und wird aus den Mitteln des Europäischen Sozialfonds (ESF) finanziert.

Der Europäische Sozialfonds ist das wichtigste Instrument der Europäischen Union zur Förderung der Beschäftigung in Europa. Er verbessert den Zugang zu besseren Arbeitsplätzen, bietet Qualifizierung und unterstützt die soziale Integration.

Donnerstag, 7. September 2017