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Tag des offenen Denkmals

Kulturschatzsuche

Am vergangenen Wochenende fand der diesjährige "Tag des offenen Denkmals" statt. Der bundesweite Aktionstag startete offiziell am Sonntag in Oldenburg. Tausende Denkmäler öffnen vielerorts Tür und Tor für Interessierte.

Festsaal des Reichenauer Hofs, ein Patrizierwohnhaus in Ulm Macht und Pracht der Gotik: Auch der Festsaal des Reichenauer Hofs in Ulm öffnet seine Türen. Foto: Felix Pilz/Landesamt für Denkmalpflege

Wieder lockten anlässlich des "Tages des offenen Denkmals" an diesem Wochenende 7.500 historische Baudenkmäler, Parks oder archäologische Stätten in ganz Deutschland zum Erkunden und Erforschen. Führungen, Denkmalbegehungen und Aktionen rund um die archäologischen und architektonischen Sehenswürdigkeiten bildeten ein abwechslungsreiches Programm.

Glanz und Gloria

"Macht und Pracht" lautet das diesjährige Motto. Reiche und Mächtige ließen ihren Status und Wohlstand in repräsentativen Bauwerken abbilden. Der Tag des offenen Denkmals lud dazu ein, den Symbolsprachen und Hintergründen solcher Bauwerke auf den Grund zu gehen und sie mit eigenen Augen zu betrachten.

Geschichten aus der Vergangenheit

Das galt auch für das Baptisterium in Köln, eine frühchristliche Taufstätte. Das Taufbecken stammt aus der Zeit um 500 nach Christus und wurde bereits 1866 vom damaligen Dombaumeister schützend ummauert; an diesem Wochenende konnte es besichtigt werden. In Jena stellte eine Führung das Denkmal für Kurfürst Johann Friedrich den Großmütigen vor. Die 1858 gefertigte Bronze von Friedrich Drake zeigt die Figur überlebensgroß mit Schwert und Hut, obwohl dem abgebildeten Fürst nach seinem Verlust bei der Schlacht von Mühlberg die Kurwürde abgesprochen wurde.

Kulturschätze bewahren

Wen die Neugier auf Geschichten wie solche gepackt hatte, musste nicht weit reisen: In vielen Städten und auch kleineren Orten öffneten deutschlandweit historische Stätten ihre Türen für die Öffentlichkeit. Diese Gelegenheit war in manchen Fällen durchaus exklusiv - nicht alle dieser Orte sind dauerhaft zugänglich. Durch die Initiative "Tag des offenen Denkmals" wird die Weitergabe historischen Wissens und Instandhaltung kultureller Schätze auch für nachfolgende Generationen gesichert.

Grenzen aufheben

Die Stiftung deutscher Denkmalschutz koordiniert seit 1993 den jährlich stattfindenden Tag des offenen Denkmals. Er ist der deutsche Beitrag zu den "European Heritage Days", einer europaweiten Aktion zur Vermittlung kulturellen Erbes. Die Aktion soll das Bewusstsein für Geschichte und Denkmalpflege schärfen, die Bedeutung von überregionalem Kulturgut hervorheben und dessen Zusammenhalt stiftendes Potenzial betonen. Mittlerweile findet in allen 50 Ländern Europas ein Denkmaltag statt.

Von 2015 bis 2017 hat die Beauftragte der Bundesregierung für Kultur und Medien mit einem langjährigen Denkmalpflegeprogramm, den Denkmalschutzsonderprogrammen sowie weiteren Sonderinvestitionsmaßnahmen national bedeutende Denkmäler mit rund 180 Millionen Euro gefördert. Hinzu kommt die institutionelle Förderung von Kultureinrichtungen, die zum Erhalt von Kulturdenkmälern wesentlich beitragen.

Freitag, 8. September 2017