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"Masterplan Medizinstudium 2020"

Mehr Allgemeinmedizin in der Ärzteausbildung

Der demographische Wandel stellt neue Herausforderungen an Mediziner und die Patientenversorgung in Deutschland. Mit dem "Masterplan Medizinstudium 2020" wird die Ausbildung nun moderner – für mehr Landärzte und eine Stärkung der Allgemeinmedizin.

Arzt Volker Dietz bei einem Hausbesuch. Das Medizinstudium praxisnäher machen - eines der Ziele des Masterplans. Foto: Burkhard Peter

Einen der begehrten Studienplätze der Humanmedizin zu erhalten, ist nicht leicht. Wer keine herausragende Abiturnote vorweisen kann, muss unter Umständen viele Semester auf eine Zusage warten oder sich beruflich gar anderweitig orientieren. Doch insbesondere im ländlichen Raum fehlen junge Ärzte. Der "Masterplan Medizinstudium 2020" soll dem entgegenwirken.

Er sei "ein wichtiger Schritt hin zu einem modernen Medizinstudium, das unsere Ärztinnen und Ärzte auf die künftigen Herausforderungen vorbereitet und eine gute Patientenversorgung überall in Deutschland auch in Zukunft sicherstellt", so Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe.

Im März 2017 haben Gesundheitsminister Gröhe, Forschungsministerin Johanna Wanka, Vertreter der Gesundheits- und Kultusministerkonferenz der Länder und der Koalitionsfraktionen des Bundestages den "Masterplan Medizinstudium 2020" beschlossen. Die Arbeiten an dem Projekt liefen seit Mai 2015.

Bewerberauswahl: Nicht nur die Note zählt

Die Reform sieht vor, dass Universitäten nicht nur die schulischen Leistungen der Bewerber berücksichtigen. Eine besondere Motivation für den Arztberuf, aber auch kommunikative und soziale Kompetenzen können sich hier positiv auswirken. Von Vorteil ist etwa, wenn jemand durch eine Ausbildung bereits Berufserfahrung im medizinischen Bereich gesammelt hat.

Bessere Vorbereitung auf die Praxis

Das Medizinstudium soll praxisnäher werden und allgemeinmedizinische Themen stärker einbeziehen. Studierende beschäftigen sich bisher größtenteils mit hochkomplizierten Fällen in Unikliniken. Um den Alltag in der ambulanten Versorgung kennenzulernen, verbringen sie dort künftig einen Teil des sogenannten Praktischen Jahres, das zum letzten Abschnitt des Medizinstudiums gehört.

Schon im Studium soll der medizinische Nachwuchs auf diese Weise Fähigkeiten erlernen, die für den Arztberuf elementar sind. Dazu zählt zum Beispiel das Wissen, wie man ein gutes Arzt-Patienten-Gespräch führt.

Medizinischer Nachwuchs für ländliche Gebiete

Künftig ist es möglich, bis zu zehn Prozent der Studienplätze vorab zu vergeben: an Bewerber, die sich später als Hausarzt in unterversorgten ländlichen Regionen niederlassen wollen. Sie verpflichten sich, dort bis zu zehn Jahre zu praktizieren.

Studierende haben auch Gelegenheit, Teile ihrer Ausbildung im ländlichen Raum abzuleisten und dafür finanzielle Förderung zu erhalten. Welche Perspektiven sich angehenden Ärzten konkret bieten, soll künftig verstärkt kommuniziert werden. Damit unterstützt und ergänzt der Masterplan andere Maßnahmen wie das Versorgungsstärkungsgesetz von 2015. Ziel ist, eine Tätigkeit als Arzt oder Ärztin auf dem Land attraktiver zu gestalten.

Expertenkommission bereitet die Umsetzung vor

Eine Expertenkommission klärt seit Verabschiedung des Plans Detailfragen und Kosten. Geleitet wird sie von der früheren Generalbundesanwältin Monika Harms. Die Kommission erarbeitet außerdem innerhalb eines Jahres einen Vorschlag zur Änderung der Approbationsordnung für Ärzte. Nicht zuletzt sind die einzelnen Bundesländer aufgefordert, neue oder zusätzliche Studienplätze der Humanmedizin zu schaffen.

Freitag, 1. September 2017

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